Mazedonien

Wohnmobilreise durch Mazedonien

Oberhalb des Ohridsees                                       F.P.   N 40* 57’54.6“ / E 20 48′ 42.2“

Über Pogradec, wo wir letzte Einkäufe machen, fahren wir über die Grenze nach Mazedonien. Pass- und Zollkontrollen sind problemlos. Der mazedonische Zöllner möchte gerne einmal ein Wohnmobil von innen sehen. Wir tun ihm den Gefallen.P1040483 Kurz hinter der Grenze liegt das Kloster Sveti Naum direkt am See, das um 900 vom heiligen Naum erbaut wurde. Inzwischen steht hier natürlich ein neuerer Klosterbau, der aber immer noch eindrucksvoll genug ist und sehr schöne Fresken aus dem 18 Jahrhundert enthält. Das Kloster wird viel besucht und der Weg dorthin ist von Devotionalien- und Souvenirhändlern gesäumt. Im Inneren lassen zahlreiche Pfauen ihre Schreie hören und schlagen Räder. Dann fahren wir immer entlang des Sees bis zur Stadt Ohrid. Dort wird Diesel und mazedonisches Geld aufgefüllt. Ohrid ist dieses Jahr europäische Kulturhauptstadt und hat sich entsprechend heraus geputzt und ist auf Touristen eingestellt.. Eine schöne Strandpromenade und Einkaufsstraße rahmen die an einem Hang erbaute Altstadt ein. Wir besuchen die große Kirche Sv. Sofia, die riesige Fresken aus dem 11. Jahrhundert enthält und die in dieser Form sehr selten sind. Dann bummeln wir weiter zum Kirchlein Sv. Jovan, das am Ende der Bucht malerisch bei einem Fischerdorf liegt. Ohrid ist hübsch und sehr touristisch mit vielen Cafés und Restaurants. Dann fahren wir wieder am See zurück, um vor Sv. Naum eine kleine Passstraße hinüber zum Prespa-See zu nehmen. Kurz vor dem Pass, auf 1500 m ist die Fahrt dann plötzlich zu Ende. Restschnee bedeckt noch Dreiviertel der Straße und es ist uns zu riskant, ihn am Steilhang zu umkurven. Also umgedreht und zurück. P1040570Kurz unterhalb haben wir aber einen schönen Aussichtspunkt auf 1400 m gesehen, ein idealer Platz zum Übernachten. Wir sitzen in der Sonne hoch über dem Ohrid-See und beim Abendessen beobachten wir aus der offenen Wagentür den Sonnenuntergang.

Heraklea bei Bitola                                                F.P.   N 41* 00′ 43.7“ / E 21* 20′ 36.2“

Wir haben immer gemeint, ruhiger als in Bubenbach könne man nicht schlafen. Die letzte Nacht hat uns das Gegenteil bewiesen. Am Morgen weckt uns der Ruf eines Kuckucks und wir genießen den Blick auf den Ohrid-See und Pogradec in der Morgensonne. Dann geht es die Serpentinen wP1040586ieder den Berg hinunter, nochmals am See entlang nach Ohrid und weiter Richtung Resen. Dort ist Markttag und wir bummeln durch die Stände, kaufen Honig und Brot. Nach der Stadt machen wir noch einmal einen Abstecher zum Prespa-See, dessen Ostufer uns aber nicht gefällt. Der Abstecher zum Kirchlein Sv. Dordi war jedoch lohnend. Einsam liegt es malerisch unter einer großen Eiche am Fuß der Berge. Das Eingangsportal enthält noch Reste alter Fresken. Für einen Kaffee biegen wir dann zum Strezevo See ab. Gemeinsam mit einigen Anglern lassen wir uns den Nachmittagskaffee am Ufer schmecken. Dann endgültig weiter nach Bitola und durch die zweitgrößte Stadt Mazedoniens zum 2 km außerhalb liegenden antiken Heraklea, das im 4. Jahrhundert v. Chr. von Philipp II., dem Vater Alexander des Großen, gegründet wurde. Es ist eine kleine, gepflegte Anlage und vor allem für seien schönen Mosaiken berühmt. Wir haben Glück, die den Winter über mit einer Kiesschicht geschützten Bilder sind partiell schon wieder freigelegt und zu bewundern. Selten haben wir so schöne Mosaike gesehen wie im Nartex der großen Basilika von Heraklea. P1040643Die Darstellung des Paradiesgartens mit Bäumen, Pflanzen und Tieren ist einmalig. Wir beschließen, den Besuch von Bitola auf Morgen zu verschieben und auf dem kleinen Parkplatz vor der Anlage und bei einem netten Wächter, der die ganze Nacht hier sein wird, zu übernachten. Auf seine Empfehlung hin machen wir noch einen Spaziergang zu einem serbischen Kriegsgräberfriedhof aus dem ersten Weltkrieg.

Stobi                                                                     F.P.      N 41* 33′ 14.2“ / E 21* 58′ 43.8“

Von einer antiken Stadt zur nächsten, von Heraklea nach Stobi, aber zwischendurch gab es Einiges zu sehen. Am Morgen begannen wir mit einem sonntäglichen Rundgang durch Bitola, wo es zwei in Verfall begriffene Moscheen, einen Uhrturm und viele Denkmäler zu sehen gibt. Am stilisierten, geflügelten Heroen für den Freiheitskampf 2001 wurden gerade Blumen niedergelegt und Reden gehalten. Offenbar ist heute ein entsprechender Feiertag. Die Hauptstraße ist Fußgängerzone und von Cafés und Restaurants gesäumt, in denen schon am Vormittag viele junge Leute sitzen. Inzwischen haben wir einen recht guten Eindruck vom Land gewonnen. Die Menschen sind zurückhaltend, aber sehr freundlich und hilfsbereit, die Infrastruktur ist deutlich westlich-moderner als in Albanien. Es gibt große Supermärkte, viele Cafés mit sehr viel jungen Menschen, die alle ein Handy am Ohr tragen und die Straßen sind deutlich besser, als im Nachbarland. Lediglich das Entziffern der kyrillischen Straßenschilder macht noch Probleme. Auf Nebenstraßen fuhren wir durch die Berge, über einen 1300 m hohen Pass nach Kruševo, dem höchst gelegenen Ort Mazedoniens. Er hat uns gefallen. Die schönen Häuser ziehen sich den Hang empor, es gibt viele Cafés, die von der Jugend belagert sind und eine Besonderheit, das Makedonium, Makedonium in Krusevodas wie ein Ufo oberhalb der Stadt auf einem Hügel liegt. Es wurde 1974 von einem Brüderpaar errichtet zu Ehren der neuen Republk Jugoslawien, ist mit bunten Glasfenstern versehen und von Innen begehbar. Daneben steht ein nagelneues Museum für den im Ort gebürtigen Popstar Toše Proeski, der 2007 bei einem Autounfall ums Leben kam. Zusammen mit den Andenkenläden ein skurriles Ensemble auf dem Berg über Kruševo. Wir fahren weiter nach Prilep. Die Innenstadt bietet außer den üblichen Denkmälern, einem Uhrturm und den Resten einer Moschee und eines Hamams nicht viel. Im alten Vorort Varoš liegt das Nonnenkloster Sv. Mihail Anhangel hoch am Berg. Die Gebäude scheinen am Fels zu kleben und die Auffahrt ist steil. Die Fresken der Kirche sind gut erhalten, im Hof steht eine Säule mit früher kyrillischer Schrift und und im Vorhof ist eine Felsenbrunnen. Nach einigem Suchen finden wir die Straße aus der Stadt heraus zur Autobahn nach Skopje. Es geht in Serpentinen die Berge hinunter und durch eine enge Schlucht in die Ebene. Dann treffen wir auf die Autobahn, die Griechenland mit Skopje verbindet und auf der wir vor einigen Jahren schon einmal, von Griechenland kommend, durch Mazedonien in den damals noch von der UN verwalteten Kososvo nach Priština gefahren sind. Den Pass mit dem UNMIK Stempel, der den Serben so verhasst war, habe ich aufgehoben Jetzt suchen wir aber die unweit der Autobahn liegende antike Ausgrabungsstätte Stobi auf, die wir morgen als Erstes besichtigen wollen. Am geschlossenen Hintereingang, direkt am Fluss Vardar, der an Thessaloniki vorbei ins Meer fließt, finden wir einen guten Stellplatz für die Nacht.

Skopje-Llinden                                                     C.    N 41* 59′ 48.0“ / E 21* 33′ 02.0“

Schreck in der Morgenstunde! Unter unserem Wagen bildet sich eine große Flüssigkeitslache und als ich unter das Auto schaue, tropft es heftig aus der Hinterachse. Panik, Gedanken an den ADAC und die Hoffnung, es noch bis zur nächsten Mercedes-Werkstatt in Skopje zu schaffen. Uns ist erst mal der Appetit vergangen und wir verzichten auf das Frühstück. Wir suchen den Haupteingang von Stobi, müssen auf die Autobahn und gleich wieder abfahren, der Wagen hört sich aber normal an. Auf dem Parkplatz von Stobi krieche noch einmal richtig unter das Heck und entdecke, dass die Halterungen der Abwasserleitung durch die permanenten Schlaglöcher abgerissen sind und ein Stück Rohr fehl. Offenbar haben wir es gestern verloren. Der Auslass des Abwassers aus dem Wagen liegt genau über der Hinterachse und was herunterlief, war unser Waschwasser vom Morgen.

Deutlich entspannter schreiten wir zur Besichtigung der antiken Stadt Stobi. Eine junge Archäologin führt uns. Das Gelände ist um Einiges größer als Heraklea und wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. von Philipp V. am Zusammenfluss von Vardar und Crna gegründet. Die wesentlichen Bauten stammen heute allerdings aus römischer Zeit. 518 wurde die Stadt dann von einem Erdbeben zerstört. Ein Theater wird noch ausgegraben, es gibt die Fundamente von Häusern und Palästen mit den Mosaik geschmückten Empfangsräumen zu sehen und natürlich ein Bad.P1040786 Der Höhepunkt ist aber die Bischofsbasilika mit der Taufkapelle, die wunderbare Mosaiken enthält. Das Mosaik eines Pfauen von dort ziert den heutigen mazedonischen 10 Denar Schein. Nach Abschluss der Führung suchen wir uns erst einmal ein ruhiges Plätzchen für das Frühstück und fahren dann auf der holprigen Autobahn, die sehr an die alten DDR Autobahnen erinnert, nach Skopje. Im Vorort Llinden, ca. 7 km vor dem Zentrum ist bei einem „Best Western Hotel“ der „Camping Bellevue“, was allerdings eine euphemistische Bezeichnung ist, es sei denn, man empfindet den Ausblick auf die nahe Autobahn so. Der Platz enthält aber alle Annehmlichkeiten, wie Strom, Dusche und Internet und ist sehr gepflegt. Wir nehmen ihn als Ausgangspunkt für unseren morgigen Stadtbesuch und genießen den Nachmittag bei 27 Grad im Schatten einer Platane.

Am nächsten Tag fünf Stunden Stadtbesichtigung von Skopje bei 31 Grad und wir sind entsprechend geschafft, aber es war lohnend. Wir haben beschlossen, mit dem eigenen Auto ins Zentrum zu fahren, was auch unproblematisch war. Ein Parkwächter quetscht uns direkt vor der Altstadt noch in eine Parklücke und wir zahlen ihm 80 Cent für die Stunde. Dann erst einmal hinauf zur Burg, die aber, wie fast die ganze Stadt, eine Baustelle ist. Immerhin hat man schöne Blicke hinunter auf die Altstadt. Dann erkunden wir das darunter liegende alte osmanische Basar- und Handwerkerviertel mit seinen alten Moscheen, Hamams und Karawanserein. Der erste Besuch gilt allerdings dem alten christlichen Kirchlein Sv. Spas, das als Einziges die muslimische Zeit überlebt hat. Geduckt in den Boden gebaut, bietet es die schönste Ikonostase, die wir bisher gesehen haben. Komplett innerhalb von sechs Jahren von drei Künstlern aus Nussbaumholz geschnitzt, sind alleine die Holzarbeiten ein Kunstwerk für sich. Auch die Heiligenbilder sind sehr alt Mustafa Pascha Moschee in Skopjeund schön gearbeitet. Nicht weit davon entfernt liegt die Hauptmoschee des muslimischen Nordufers, die Mustafa-Pascha Moschee, mit einer daneben liegenden Turbe für die Tochter des Erbauers. Ein Wächter schließt uns auf und wir können auch das Innere bewundern. Dann bummeln wir durch das alte Basarviertel mit zwei Hamams in denen sich heute Ableger der Nationalgalerie befinden und Karawansereien, in deren Innenhof sich heute Läden und Cafés an Stelle von Waren und Kamelen finden. Wir können den leckeren Garküchen des Basars nicht widerstehen, und essen traditionelle Hackwürstchen mit Zwiebeln und dazu ein Bohnengemüse. Absolut lecker für fünf Euro für uns beide. Dann geht es über die alte Steinbrücke Kamen Most über den Fluss Vardar hinüber ins Zentrum der Neustadt. Dies ist eine einzige Baustelle, denn hier wird Skopje 2014 errichtet. Entlang des Vardarufers entstehen neue repräsentative Gebäude im klassizistischen Stil, die von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt werden. Sie hätten lieber moderne Gebäude, wie das gelungene jüdische Erinnerungszentrum an den Holocaust an mazedonischen Juden. Aber die Regierung hat anders entschieden und möchte mit Klassik und Folklore nationale Identität stiften, und so sieht dann das neue Außenministerium von außen aus wie ein Heimatmuseum. Wir besuchen noch die Gedenkstätte an Mutter Teresa, die hier in Skopje geboren Gedenkstätte für Mutter Theresa in Skopjewurde und den alten, beim katastrophalen Erdbeben vom 26. Juli 1963 zerstörten Bahnhof der Stadt. Die Bahnhofsuhr zeigt heute noch die genaue Zeit des Bebens, sie blieb um 5:17 Uhr nachts stehen. Ich kann mich noch gut an dieses Erdbeben erinnern, das damals nahezu die gesamte Stadt zerstörte. Skopje hinterlässt bei uns einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits beeindruckt der alte muslimische Teil mit seinen Gebäuden und dem Basar, man spürt andererseits aber, wie nirgends sonst im Land, das Bemühen, ein neues Nationalgefühl mit zahlreichen pompösen Denkmälern und nicht immer gelungenen Neubauten zu schaffen. Dabei gibt es immer noch erhebliche Spannungen zwischen den mazedonischen und albanischen Bevölkerungsteil, der sich zuletzt 2001 in einem Bürgerkrieg entladen hat. Wir schauen immer wieder in das sehr empfehlenswerte Buch „Minenfeld Balkan“ der beiden Spiegelkorrespondenten Olaf Ihlau und Walter Mayr, um uns über die komplizierten ethnischen und religiösen Probleme auf dem Balkan kundig zu machen.

Mavrovo Nationalpark                                       F.P.    N 41* 35′ 14.0“ / E 20* 36′ 36.8“

Am Maifeiertag haben wir uns in Mazedonien eigentlich Aufmärsche und Kundgebungen vorgestellt, aber der 1. Mai verläuft wie bei uns, es wird im Grünen gegrillt. Wir reihen uns am Morgen in die Autoschlange ein, die Skopje Richtung Berge und Seen verlässt. Vor den Metzgereien parken lange Autoschlangen und wir ahnen Schlimmes. Die Autobahn ist voll und vor den Zahlstellen bilden sich Schlangen. Also fahren wir in Tetovo erst einmal ab und suchen die Šarena Moschee, die „bunte Mosche“ genannt, auf, die am Flussufer gegenüber eines alten Hamams liegt und auf Grund ihrer äußeren Bemalung mit Blumen und Rankenmustern nicht zu übersehen ist. 1459 errichtet, wurde sie 1833 neu bemalt und auch Innen ist sie, völlig ungewöhnlich für eine Moschee, mit barocken Blumengirlanden ausgemalt. Lediglich eine Darstellung der Kaaba in Mekka fällt aus dem floralen Rahmen. Drei geschwungene Balkone sind, wie in der Oper, für die Frauen reserviert. Ein freundlicher Wärter, mit dem ich einige Worte Arabisch wechseln kann, lässt uns ein und gibt uns sogar eine Erläuterung in Deutsch. Im Anschluss fragen wir uns zur Arabati Baba-Tekke, dem letzten Derwisch Kloster des Bektaşi Ordens durch. Es ist ein großer Gebäudekomplex, in dem die meisten Gebäude aber verlassen sind. Ein letzter Angehöriger dieses Sufi Ordens lebt noch hier. In einem Anbau seines Hauses ist das Grabmal des Gründers des Klosters. Ein anderes Gebäude wurde in eine Moschee umgewandelt. Dann reihen wir uns wieder in die Autoschlange zum Mavrovo See ein und erleben den ersten Stau d1.Mai am Mavrovo Seees Urlaubs. Die Straße um den See ist eng und alle wollen einen Grillplatz auf einer der Wiesen am See ergattern. Teilweise sieht es aus wie am Strand in Rimini, dicht gedrängt lagern die Familien am Seeufer und Grilldüfte steigen uns in die Nase. Wir schaffen es nur mühsam den See, der an anderen Tagen ein bezaubernder Ort der Ruhe sein muss, zu umrunden. Wir beschließen weiter in den Mavrovo Nationalpark zu fahre, in der Hoffnung, dass die Welle der Maiausflügler dort nachlässt. So ist es dann auch und wir fahren durch eine enge, von Felsen gesäumte Schlucht mit dem reißenden Fluss Radika bis wir zum Kloster Sv. Jovan Bigorski kommen, das steil oben am Berg liegt. Dieses Kloster ist eines der bedeutendsten und schönsten Klöster des Landes. Hier leben noch einige Mönche, die gerade dabei sind ein weiteres Gebäude zu errichten. Das über eintausend Jahre alte Kloster ist berühmt für seine kunstvoll aus Walnußholz geschnitzte Ikonostase, ähnlich der von Sv. Spas in Skopje. Sehr alte Ikonen sind davon eingefasst und ergeben ein großartiges künstlerisches Gesamtwerk. Dann machen wir uns auf die Suche nach einem Platz für die Nacht. Wenige Kilometer nach dem Kloster kann ich an den Fluss hinunter auf eine Wiese fahren. Die Ausflügler sind fort, wir haben die Natur wieder für uns und blicken auf die schneebedeckten Zweitausender, die die Grenze zu Albanien bilden.

Kalishta bei Struga                                                   C.   N 41* 09′ 17.4 “ / E 20* 39′ 03.4“

Nach dem gestrigen Feiertagsstress, legen wir noch einmal einen Ruhetag am Ohrid-See ein, bevor es dann Morgen wieder nach Albanien geht. Unsere Nacht am Fluss war sehr ruhig, aber mit 8 Grad auch frisch. Wir fahren weiter das Tal entlang, kommen vor Debar dann an einen großen Stausee, aus dem das Wasser vor der Staumauer dann in einem großen runden „Höllenschlund“, wie in einem Trichter, verschwindet und seitlich der Staumauer wieder herauskommt. Eine andere Art der Wasserregulierung. Nach Debar geht es dann am Steilhang entlang, immer dem Abfluss aus dem See folgend, bevor der Fluss vor Struga noch einmal aufgestaut wird. Eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke. In Struga sind wir wieder am Ohrid-See angekommen und unser Kreis durch Mazedonien hat sich geschlossen. Wir erkunden das Seeufer bis zum kleinen Fischerdorf Radožda an der albanischen Grenze. Dort liegt in einer Felshöhle das Kirchlein Sv. Mihail mit alten Fresken an der Felswand, zu dem wir hinauf steigen. Dann zurück am Ufer, bis wir in Kalishta, kurz vor Struga, auf den kleinen „Camping Rino“  stoßen, der zwar nur einfachste Sanitäranlagen bietet, ansonsten aber nett am Seeufer liegt und wir beschließen den Nachmittag hier zu verbringen und uns am mit einem Fischessen vom Ohrid-See und Mazedonien zu verabschieden( es gab Ohrid-Forelle mit Salat und Knoblauchbrot). Am Nachmittag machen wir noch einen Spaziergang am Seeufer entlang bis zum modernen Nonnenkloster Sv. Bogorodica, wo es neben den üblichen Devotionalien hauseigenen Wein, Raki und Honig zu kaufen gibt. Ein Stück weiter am Ufer entlang, vorbei an einem verfallenen Hotelkomplex aus kommunistischer Zeit, liegt das kleine Felsenkirchlein Sv. Atanas, das man über eine steile Treppe erreicht, auf der mich eine große grüne Schlange erwartet, die dann aber doch beschließt sich ins nahe Gebüsch zu flüchten. Der winzige Kirchenraum ist mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert geschmückt, die allerdings wie üblich in osmanischer Zeit zerkratzt wurden. Immer wieder sprechen uns Mazedonier in rudimentärem Deutsch an. Sie haben einige Zeit in Deutschland gearbeitet und klagen jetzt unisono über die hohe Arbeitslosigkeit im Land und die fehlende Perspektive. Wir bemerken es daran, dass junge Männer den ganzen Tag über im Kaffee oder auf Bänken herum sitzen und ganz offensichtlich keine Arbeit haben.

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