Bosnien-Herzegowina

Wohnmobilreise durch Bosnien-Herzegowina

 

Medjugorje                                                                  C.    N 43* 11′ 39“ / E 17* 40′ 35.6“

Den Vormittag haben wir noch in Herceg Novi verbracht, sind auf die Burg gestiegen und haben die Altstadt besucht. Auf dem zentralen Platz haben Jugendliche einen Stand aufgebaut an dem sie für den Betritt Montenegros zur EU werben. Wir befragen sie und uns wird erklärt, dass gestern der „Europatag“ war und sie deswegen Werbung für den Beitritt machen. Ich bekomme eine Schirmmütze und ein T-Shirt mit EU Emblem. Dann komm noch eine Kapelle und eine Gruppe junger Tanzmariechen marschiert über den Platz und natürlich die unvermeidlichen Politiker. Gegen Mittag verlassen wir die Grenzstadt und fahren zum kleinen Grenzübergang nach Bosnien- Herzegowina. Zunächst müssen wir noch 7 Euro Straßenbenutzungsgebühr in Montenegro bezahlen, dann geht es problemlos über die Grenze.P1050487 Wir sind nun in einem der eigenartigsten politischen Gebilde Europas, das nach übereinstimmender Meinung der Fachleute in dieser Form nicht überlebensfähig ist. Seit 1992 ist der Staat unabhängig und 1995 einigten sich im Vertrag von Dayton die ethnischen Gruppen der Bosniaken, Kroaten und Serben auf einen Gesamtstaat, der aber aus zwei weitgehend unabhängigen Teilstaaten, aus der „Föderation Bosnien und Herzegowina“ und der „Serbischen Republik (Republika Srpska)“, besteht. Erstere bildet den zentralen Landesbereich, letztere die Grenzgebiete zu Serbien und Kroatien und Montenegro. Eingereist sind wir in Srpska, inzwischen aber in der Föderation. Alles sehr kompliziert. Immerhin können wir hier wieder mit der guten alten „Mark“ bezahlen, die einen festen Umrechnungskurs zum Euro von 1,95 hat. Unser erster Gang in Trebinje, der ersten größeren Stadt, auf die wir treffen, ist dann auch zum Geldautomaten, um konvertible Mark, KM, zu holen. Die Stadt macht einen schönen Eindruck, die Kaffees sind voller Jugend, viele Häuser sind restauriert, an einigen sieht man aber immer noch die Einschusslöcher an den Hauswänden aus dem Bosnienkrieg 1992/93. Dann geht es auf guter einsamer Straße immer entlang des Karstgebirges über Ljubinje bis nach Stolac. Kurz nach dem Ort finden sich in Radimlja die größte Ansammlung von Bogumilengrabsteinen des Landes, sogenannte P1050492Stecci aus dem 15. und 16 Jahrhundert, die mit Ornamenten, Blumen- und Pflanzenmotiven und Reiterfiguren geschmückt sind. Die Bogumilen waren eine religiöse Gruppe, die aus einer Strömung des Neumanichäismus hervorging. Sie hatte ihren Ursprung in Bulgarien und wurde dort von Priester Bogumil gegründet. Die Anhänger mussten von dort fliehen und kamen so nach Bosnien, wo sie willkommen waren. Auf diesem Feld stehen ca. 133 Grabsteine von zwei Familien. Wir beschließen noch bis zum Wallfahrtsort Medjugorje zu fahren. Hier ist der „Camping Zemo“, auf dem wir uns in die Reihe der mit dem Wohnmobil wallfahrenden Italiener einreihen. 1981 wollen hier sechs Kinder eine schöne Mariengestalt, auf einer Wolke schwebend, gesehen haben. Seither brummt es es im Dorf. Jährlich kommen über eine Million Menschen in den kleinen Ort, die meisten aus Italien, und die Ortsstraße ist gesäumt von Souvenirläden, Hotelkomplexen und Eisdielen. Alle Preise sind in Euro angegeben. Der Ort ist inzwischen der reichste im ganzen Land. Das alles ist eine dubiose Geschichte, die nicht einmal von der katholischen Kirche anerkannt wird, aber eine riesige Gelddruckmaschine.P1050527 Wir statten der großen Kirche und dem davor gelagerten Podium mit Marienstatue einen Besuch ab. Einige Pilgergruppen stehen Schlange vor der unendlichen Reihe von Beichtkabinen mit Ampelregelung. Dann tauchen wir wieder in die noch längere Reihe der Devotionaliengeschäfte ein. Ein moderner, kühler Ort mit wenig Atmosphäre, aber wer daran glaubt, mag das anders empfinden.

Boračko Jezero                                                        S.     N 43* 33’20“ / E 18* 01′ 41“

Nach dem Frühstück verlassen wir den heiligen Ort und wollen vor Mostar noch das Derwisch Kloster in Blagaj besuchen. Aber die Straße ist am Ortseingang gesperrt, alle müssen auf einer Wiese parken und Völkermassen strömen in den Ort, immer neue Busse mit Kopftuchfrauen treffen ein. Auf Nachfrage erklärt der Polizist, dass ein moslemisches FestWarnung vor Minen stattfindet und der Ort für Fahrzeuge gesperrt ist. Angesichts der Mengen, die sich die Straße entlang schieben, beschließen wir, direkt nach Mostar, der Hauptstadt der Herzegowina, zu fahren. Der Fluss Neretva teilt die Stadt in zwei Teile. Orografisch links liegt der alte muslimische Teil, rechts ist der Stadtteil der Kroaten, beide verbindet die berühmte alte Brücke (Stari most), die im Krieg 1993 zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen zerstört wurde. Das Absurde war, dass in anderen Teilen des Landes Kroaten und Moslems gemeinsam gegen die bosnnischen Serben kämpften, für Außenstehende völlig unverständlich. Die Stadt aber blieb geteilt und erst 2004 wurde die Brücke wieder original rekonstruiert und die Teilung beendet. Auch heute findet man in Mostar noch Zeichen des damaligen Krieges in Form von Einschusslöchern in den Hauswänden. Ansonsten hat sich die Stadt aber wieder heraus geputzt, die Basarstraßen sind voller Touristen und die Cafés voll mit Jugendlichen. Wir beginnen unseren Rundgang am Westende der Brücke mit Hamam und der Tabačica Moschee, auch Gerbermoschee genannt, da sie im Gerberviertel lag. Dann natürlich über die wirkliche wunderschöne, steile, spitzbogige Brücke auf die Ostseite,Die alte Brücke in Mostar wo das alte Handwerkerviertel heute von Souvenirläden dominiert wird. Am Ende liegt die schöne Mehmed-Paša Moschee mit einem hohen Minarett aus dem Jahr 1619. Im Hof steht ein schöner Brunnen für die rituellen Waschungen vor dem Gebet. Gegen eine kleine Gebühr darf ich das Minarett besteigen und habe von der Plattform des Gebetsrufers aus einen herrlichen Blick auf die Altstadt und die Brücke. Auf dem anschließenden Tepa – Markt kaufen wir Schnaps bei einem Deutsch sprechenden Rentner, der sich so seine Rente von monatlich 150,- Euro aufbessert. Als wir ihn fragen, wo er Deutsch gelernt hat, sagt er in Freiburg. Er hat in der Eschholzstraße gewohnt und an der Uni studiert. Wir laden ihn ein, doch mal wieder nach Freiburg und in den Schwarzwald zu kommen. Neben der Karadoz-Beg Moschee befindet sich ein Friedhof auf dem lauter junge Männer aus dem Bosnienkrieg bestattet sind. Das Todesjahr ist bei allen 1993 oder 1994. Wir sind sehr betroffen davon. Dann wieder zurück zum Auto und auf der Hauptstraße nach Norden Richtung Sarajevo. Es geht nun immer entlang der Neretva durch eine Schlucht in die Berge hinein bis wir Konjic erreichen. Auch hier gibt es eine schöne Brücke über die Neretva, die ein ähnliches Schicksal wie die in Mostar erlitten hat und auch hier liegt am linken Ufer das alte Basarviertel. Wir haben uns vorgenommen für die Nacht zum Boračko- See zu fahren. Auf der Karte sieht es aus, als ob er direkt hinter der Stadt liegt. Es zeigt sich dann, dass wir auf einer engen Serpentinenstraße über einen Pass müssen und auf der anderen Seite wieder herunterfahren, insgesamt 20 km. Auf der Strecke warnen immer wieder Schilder vor noch vorhandenen Minen abseits der Straße. Am kleinen See angekommen, sehen wir ein Schild „Autokamp Eco Selo“. Wir fahren hin und werden auf dem weitläufigen Gelände von einigen Arbeitern willkommen geheißen.Kamp Eco Selo Der Platz hat noch nicht geöffnet, es werden noch Bänke und Hütten gezimmert, aber wir können bleiben und werden erst einmal zu einem Bier und einem Glas Wein eingeladen. Das Gelände ist sehr schön, mit Stegen zum Wasser und vielen Holzhütten, vom anderen Seeufer dröhnt Discomusik herüber, es ist ja Wochenende und die Jugend feiert.

Foča                                                                             C.     N 43* 31′ 45“ / E 18* 46′ 58“

Der Morgen bringt Nieselregen und trübe Aussichten am Himmel. Nachdem wir den beiden Arbeitern auf dem Platz noch eine Wurstdose zum Frühstück in die Hand gedrückt haben, starten wir zurück über den Berg nach Konjic und dann weiter nach Sarajevo, der Hauptstadt des Landes. Der Regen hat zugenommen, die Wolken hängen tief und die umgebenden Berge hüllt Nebel ein. Eigentlich das passende Wetter zum schrecklichen Schicksal dieser Stadt, die von 1992 bis 1995 von bosnischen Serben belagert und von den Bergen her beschossen wurde, und von der Außenwelt abgeschnitten war. DieSchach dem Regen in Sarajevo Versorgung erfolgte über eine Luftbrücke der UNO. Erst der Frieden von Dayton machte dem Spuk ein Ende. Bei der Einfahrt in die Stadt kommen wir am Hotel „Holiday Inn“ vorbei, in dem damals die gesamte Reporterschar der Welt hockte und uns zu den Abendnachrichten mit den neusten Nachrichten aus Sarajevo versorgte. Heute sieht man mit Ausnahme einiger Einschusslöcher in den Häusern nicht mehr viel davon. Wir finden einen engen Parkplatz mitten im Zentrum und Bummeln durch das Basarviertel, die Baščaršija. Vorbei an Moscheen, einem Hamam und der orthodoxen Kathedrale geht es durch die Gassen bis zum „ewigen Feuer“, das an die Befreiung Sarajevos im 2. Weltkrieg erinnert. Den Rundgang beenden wir in einer Čevapdžinica, denn nirgends sollen die kleinen Hackfleischrollen so gut schmecken wie in Sarajevo. Wir können das mangels Vergleichsmöglichkeiten nur eingeschränkt bestätigen. Dann machen wir uns auf den Weg nach Osten in das ca. 100 km entfernte Višegrad, nahe der serbischen Grenze. Insbesondere die letzten 30 km entlang der Drina sind die Fahrt schon wert. Es geht durch die enge Schlucht, die die Drina in den Fels geschnitten hat und die nur durch zahlreiche Tunnel überhaupt passierbar wird, bis man am Ende der Schlucht dann Višegrad erreicht. Hierher fährt der Büchernarr natürlich, um die BrückeDie Brücke über die Drina über die Drina zu sehen, die Ivo Andrić in seinem gleichnamigen Roman beschrieben hat und wofür er den Literaturnobelpreis bekommen hat. Ein großartiges Buch, wer es noch nicht kennt, lese es schnell! Nicht weit von hier liegt die Stadt Srebrenica, in der 1995 8000 junge muslimische Bosniaken von bosnisch-serbischen Einheiten ermordet wurden, ein Massaker, das bis heute das UN- Kriegsverbrechertribunal in Den Haag beschäftigt. Leider auch in Višegrad Regen, der sich auf der Rückfahrt entlang der Drina noch verstärkt. In Foča flüchten wir uns dann auf den „Autokamp Drina“ der malerisch am Ufer des Flusses liegt und hoffen auf besseres Wetter für Morgen.

Jajce                                                                    C.      N 44* 21′ 05.6“ / E 17* 13′ 35.3“

Am Morgen fröhliches Gemeinschaftsduschen. Es gibt nur einen Gemeinschaftsraum mit Duschen, die zur Straße hin mit einem Vorhang abgetrennt sind. Wir überlegen, was wohl passieren wird, wenn wir ihn offen lassen, Verkehrsstau oder fluchtartige Geschwindigkeitsüberschreitungen. Wohl eher Letzteres. Dann fahren wir auf Anraten unseres Campingwartes im Nieselregen ein kleines Nebensträßchen zu den „Sandpyramiden“,Die Sandpyramiden von Foca das sind immerhin 15 km auf einer schmalen Schlagloch- und Schotterpiste mit tiefen Wasserlöchern und abgebrochenen Straßenrändern. Aber unser Sprinter schafft es klaglos und bekommt wieder einmal ein dickes Lob dafür. Bisher hat er uns noch nie im Stich gelassen. Die „Sandpyramiden“ erweisen sich als Kleinstausgabe der Tuffsteinkamine von Göreme in der Türkei. Bald ist die Hauptstraße wieder erreicht und es geht durch die malerische Schlucht der Bistrica und über einen 1300 m hohen Pass, auf dem unser Thermometer nur noch 3 Grad zeigt, hinunter nach Sarajevo. Dieses Land weckt in uns immer wieder sehr zwiespältige Gefühle. Auf der einen Seite erlebt man eine großartige Natur, mit Schluchten, reißenden Flüssen und Wasserfällen, mit viel Wald und hohen Bergen, die man wegen noch vorhandener Minen aber häufig nicht betreten kann. Auf der anderen Seite ist es schmerzlich und unverständlich zu sehen, welche Zerstörungen von Menschen angerichtet wurden. Wir haben noch nie ein Land bereist, in dem uns so deutlich vor Augen geführt wurde, was ethnischer und religiöser Fanatismus anzurichten in der Lage sind. Was hier im Namen von Volks- und Religionsgruppen Menschen angetan wurde, macht uns sprachlos. Die Grabsteine der jungen Menschen auf den allgegenwärtigen Friedhöfen sprechen eine deutliche Sprache. Wir passieren die Hauptstadt und fahren auf einem kurzen Autobahnstück bis nach Zenica. In Travnik steigen wir auf die Burg, von der man einen schönen Blick auf die vielen Minarette der Stadt hat. Wir sind jetzt in einer muslimisch dominierten Region des Landes. In der Stadt gibt es eine außen bemalte Moschee zu sehen, die unter dem Gebetsraum einen Arkadengang mit Geschäften hat. Weiterhin die Gräber verschiedener Wesire und zwei Uhrtürme. Natürlich besuchen wir auch das Geburtshaus von Ivo Andrić mit kleinem Museum. Dann geht es noch einmal weiter durch schöne Mittelgebirgslandschaft bis nach Jajce, wo wir noch schnell eiDie Wasserfälle von Jajcenen Blick auf die Wasserfälle, das Wahrzeichen der Stadt werfen. Hinter der Stadt liegt ein kleiner See mit einem sehr ordentlichen Campingplatz. Da das Wetter sich gebessert hat und der Himmel zunehmend blau wird, beschließen wir einen Ruhetag einzulegen, und auch morgen noch hier zu bleiben.

Kalte Nacht mit nur 3 Grad, vielleicht kommen die Eisheiligen auch nach Bosnien. Aber der Morgen empfängt uns dann mit einem strahlend blauen Himmel. Frühstück draußen, dann Wäsche. Nachdem sie auf der Leine hängt, machen wir uns auf, die Gegend zu erkunden. Nur wenige Minuten entfernt liegen die von der Pliva gebildeten Stauseen mit mehreren alten Mühlen, die allerdings nicht mehr in Betrieb sind.P1050786 Darum herum wurde ein schöner Park angelegt. Dann fahren wir nach Jajce und besichtigen die Altstadt, die noch fast vollständig von der Burg- und Stadtmauer umgeben ist. Wir steigen zur Burganlage hoch, die einen schönen Ausblick auf die Stadt gewährt. Am interessantesten aber sind zwei unterirdische Kirchen aus dem 12. Jahrhundert, die uns an die Höhlenstädte Kappadokiens erinnern. Im 2. Weltkrieg fanden hier Titos Partisanen Unterschlupf. Dann noch einmal an den Fuß der Wasserfälle. Den Nachmittag verbringen wir lesend auf dem Campingplatz.

Zurück nach Montenegro

Wir fahren weiter zu den Plitvitzer Seen in Kroatien

Plitvička Jezera (Plitvitzer Seen)                              C. N 44* 56′ 58“ / E 15* 38′ 27“

Das Dinarische Gebirge flacht nach Norden hin langsam ab und wir fahren durch eine sehr schöne Mittelgebirgslandschaft bis nach Bihac. Die Stadt in der Nähe der kroatischen Grenze hat im Krieg sehr gelitten. Die kleine Innenstadt ist inzwischen wieder nett hergerichtet mit Gräber an der Fethija Moschee in BihacSpringbrunnen und netten Cafés, die von vielen jungen Menschen bevölkert sind, die bei uns um diese Uhrzeit eigentlich bei der Arbeit wären. Hier profitieren wenigstens die Cafés von der hohen Arbeitslosigkeit. Die Sehenswürdigkeiten sind überschaubar und von begrenztem Interesse. Wir essen ein Eis zum Café und machen uns auf zur nahen Grenze. Bosnien-Herzegowina werden wir als das Land der frisch verputzten Häuser in Erinnerung behalten. Auch eine Form der Vergangenheitsbewältigung. Wer wissen möchte, wie es in Bosnien vor zehn Jahren aussah, der lese Juli Zeh „Die Stille ist ein Geräusch“. Sie ist 2001 alleine mit Hund und Rucksack durch das Land gereist und hat darüber einen beeindruckenden Bericht geschrieben. Jenseits der Grenze ist es nicht mehr weit bis zu den Plitvitzer Seen und dem „Camping Korana“. Ein großes parkähnliches Gelände mit viel Platz, allerdings auch vielen Wohnmobilen. Wir möchten nicht wissen, wie es hier im Sommer zur Hochsaison aussieht. Anngrit findet den besten Platz des ganzen Camps für uns und wir sind für heute zufrieden. Morgen werden wir mit dem Shuttlebus in den Nationalpark fahren und eine der vorgeschlagenen Wanderungen entlang der Seen machen.

Wir haben einen Tag mit viel Wasser verbracht, Wasser in vielen Seen, fallend aus unzähligen Wasserfällen und auch aus den Wolken. Wasserfälle der Plitvitzer SeenMorgens ist es bedeckt aber noch trocken. Wir finden uns pünktlich um 9 Uhr mit vielen anderen Campern am Bus ein, der uns zum Eingang in den Plitvitzer Naturpark bringt, dem Weltkulturerbe der UNESCO. Nach einer fünfstündigen Wanderung durch den Park sind wir begeistert und finden, dass die Auszeichnung zu recht besteht. Es handelt sich um mehrere in Stufen übereinander liegende Seen, von denen das Wasser in unzähligen Wasserfällen, Kaskaden und Schwellen in den jeweils darunterliegenden See fällt. Das Ganze eingebettet in einen Bannwald und von hohen Felsen umgeben. Hindurch führen gut markierte Wege, die zum größten Teil auf Holzstegen geführt werden. So läuft man über Wasser und Bäche, was zur Zeit besonders eindrucksvoll ist, da der Wasserstand sehr hoch ist und die Wasserfälle gut gefüllt sind. Wir umrunden in fünf Stunden das gesamte Seengebiet, wobei uns über den größten See ein Boot befördert.Seenixe Wir sehen sogar ein Model, das in dünnem Sommerkleidchen bei zehn Grad Außentemperatur hinter einem Wasserfall fotografiert wird. Dann geht es das letzte Stück mit der Elektrobahn zurück zum Eingang. Leider hat es inzwischen zu regnen begonnen und unser Bus zurück zum Campingplatz fährt erst in zwei Stunden. Also halte ich einfach ein Wohnmobil an, das gerade vom Parkplatz fährt und bitte den Fahrer uns mit zurück zu nehmen. So kommen wir noch zu unserem Nachmittagskaffee.