West- und Südküste

 Legende C. = Campingplatz;  S. = Stellplatz;  F.P. = freier Platz

Wohnmobilreise durch die Türkei, von Griechenland über die     Dardanellen, entlang der West- und Südküste und der syrischen Grenze

 

Bei Dalyan, Halbinsel Biga, Westküste                 S.   N 39* 46′ 230“ / E 26* 09′ 316“

Die inzwischen vollständig fertig gestellte griechische Autobahn hat uns vom Fährhafen Igoumenitsa bis an die türkische Grenze gebracht. Der Grenzübergang ist nur wenig benutzt, der Hauptverkehr läuft offenbar über Bulgarien.Gelibolu - Gallipoli, Dardanellen Die Grenzabfertigung läuft am modernen Gebäude zügig, Zollkontrolle findet nicht statt, den entsprechenden Stempel gibt es für ein freundliches Lächeln. Nach einer halben Stunde sind wir in der Türkei. Dort halten wir uns Richtung Dardanellen, legen einen Stopp im Dorf Bolayir ein, beim Grab von Kronprinz Suleyman, der hier bei der Falkenjagd vom PferCanakkaled stürzte und starb. In Gallipoli, heute Gelibolu nehmen wir die Fähre über die Dardanellen, die enge, vielbefahrene Schiffspassage in das Marmarameer und weiter durch den Bosporus in das schwarze Meer. Für die kurze Strecke zahlen wir rund 18 €. Auf der asiatischen Seite geht es dann weiter bis Canakkale, wo wir die beim Wettschmimmen über die Dardanellen zu Ehren von Lord Byron zuschauen, das trojanische Pferd aus dem Film mit Brad Pitt in Lebensgröße bewundern und in der Ferne auf die vielen Soldatenfriedhöfe mit den Toten aus dem Kampf der TBei Dalyanürken gegen die Alliierten um die Dardanellen von 1915 blicken. Wir fahren weiter, vorbei an Troja, das wir uns diesmal schenken, auf kleinen Sträßchen entlang der Küste der Biga Halbinsel. Hinter Dalyan dann ein Schild Restaurant und Camping und wir stehen auf einer Terrasse über dem Meer bei einem kleinen Restaurant, direkt gegenüber der Insel Bozcaada.

Bergama                                                                          C.  N 39* 05′ 996“ / E 27* 09′ 333“

Am nächsten Morgen starten wir nach Alexandria Troas, einer kleinen Ausgrabungsstätte in der Nähe. Dann weiter zur Akropolis von Assos. Den Berg mit den Resten des Assos, TheaterAthenatempels sieht man schon von Weitem. Nach kurzem Aufstieg durch alte Gassen, vorbei an Souvenirhändlern, steht man vor den restlichen fünf Säulen des Tempels. Das schönste aber ist die grandiose Aussicht auf das Meer, die Küste Troas und die umgebenden Hügel. Wir fahren noch zur Unterstadt mit der Nekropole, der Agora und haben einen schönem Blick von obenauf das Theater. Zurück auf der Hauptstraße bekommen wir einen ersten Eindruck von der modernen Seuche der türkischen Küsten, die „Sitesi“ heißt, was übersetzut so viel wie Siedlung bedeutet. In der Küstenebene reiht sich eine Ferienhaussiedlung an die andere. Sie ziehen sich die Berghänge hinauf und verschandeln kilometerweit die Landschaft. Nach einer Pause am Hafen von Ayvalik geht es weiter nach Bergama. Die Suche nach eAyvalikinem Campingplatz wird zum Abenteuer. Obwohl es mehrere gibt sind alle mit Wohnmobilreisegruppen belegt. Wir fragen uns warum man die Türkei in einer Gruppenreise erkunden muß. Auf dem dritten Platz steht eine Gruppe deutscher Reisemobilisten mit ca. 25 Wagen. Wir finden noch einen freien Platz, hängen das Stromkabel an und lassen uns erschöpft mit einem Campari nieder.

Selcuk, Garden Camping                                           C.    N 37* 05′ 996“ / E 27* 21′ 929“

Nach dem FrühPergamon, Trajantempelstück fuhren wir erst zur Akropolis von Pergamon hinauf. Um 9 Uhr waren wir fast die ersten und bekamen noch einen Parkplatz in der ersten Reihe. Dann Rundgang mit dem Höhepunkt des Trajanstempels, von dem noch eindrucksvolle Säulenreste erhalten sind und dem Theater. Kurze Fahrt zum Asklepeion dem antiken “Thermalbad“ Bergamas, das mit dem Tempelberg durch eine lange Ladenstrasse verbunden war. Das Theater und das Badehaus sind noch gut erhalten. Dann machten wir uns auf den WEphesus, Hadriantempeleiterweg, vorbei an Izmir, der drittgrößten Stadt der Türkei, bis nach Selcuk und weiter nach Ephesus und durchwanderten mit Reisegruppen aus Italien, Frankreich und Japan die breite Prachtstrasse mit den neben liegenden Gebäuden, wie Bibliothek, Hadraiansbogen, Trajansbrunnen und Theater nach 1 ½ Stunden waren wir wieder am oberen Eingang zurück und machten uns auf die Suche nach dem „Garden Camping“, den wir erstaunlich schnell fanden. Er ist fast leer, die deutsche Wohnwagentruppe ist wohl anderswo geblieben.

Gemiler Bucht bei Fethiye                                         S.    N 36* 33′ 593“ / E 29* 03′ 633“

Als erstes schauten wir am Morgen die Isa Bey Moschee an, die direkt vor dem Campingplatz liegt. Schöner Innenhof, im Inneren weitgehend neu wiederaufgebaut. Dann Fahrtag von ca. 300 km bis Fethiye, wo wir die ersten lykischen Felsgräber anschauten, eher bescheiden. Wir sind damit auch von Karien nach Lykien gekommen. Von Fethiye ging ein kleines Sträßchen bis in die Gemiler Bucht. Die Bucht ist klein und liegt malerisch zwischen Felsen. Davor ankern kleinere und größere Schiffe. Mehrere kleine Restaurants vervollständigeGemiler Bucht bei Fethiyen das Ensemble. Übernachten in einem Pinienwäldchen ist gegen eine Gebühr von 10 TL möglich, das Schild „Campsite“ weiß einen „offiziellen“ Stellplatz aus. Die ganze Bucht scheint in der Hand von zwei Familien aus Kaya zu sein, die sie vermarktet. Wunderbarer Abend in einer der Konobas am Strand bei Fisch und Weißwein.

Kaş Camping                                                               C.    N 36* 11′ 922“ / E 29* 37′ 976“

Auf dem Programm standen heute die Städte des lykischen Bundes: TlXanthos: Pfeilersarkophag und Harpyienmonumentos, Xanthos mit seinem Heiligtum Letoon und die Hafenstadt Patara. Viele Ruinen in unterschiedlichen Erhaltungszustand, aber alle sehenswert. In Patara dann Rast bei Cola und Calamares an einem der schönsten Strände der Türkei. Noch ein Stück weiter bis Kas, wo es einen kleinen schnuckeligen Campingplatz direkt am Meer gibt, der sogar Internet hat.

Kizilot bei Manavgat                                                     C.   N 36* 42′ 528“ / E 31* 34′ 093“

Der Tag begann kulturell mit den Felsengräbern von Myra und endete mit dem Theater in Aspendos.Demre: Kirche des hl.Nikolaus Dazwischen liegen rund 300 km. In Demre (Kale) ist zunächst die Kirche des heiligen Nikolaus die Attraktion. Uns gefällt sie vor allem wegen der schönen Wandfresken. Ob der Nikolaus von Myra hier wirklich begraben liegt, ist fraglich. Dahinter liegen dann die Felsgräber von Myra mit dem Theater, die wir von unserem Besuch vor 20 Jahren noch gut erinnern. Dann geht es in endlosen Kurven und Kehren die Steilküste entlang über Kemer nach Antalya. Die Landschaft und die Ausblicke sind atemberaubend. Hinter der Küste liegeDas Theater von Aspendosn die schneebedeckten Gipfel des Taurus. Die Umfahrung von Antalya ist nervend, viel Verkehr, viele Ampeln. Endlich ist es geschafft und wir gönnen uns zur Erholung noch den Besuch von Aspendos mit seinem wunderbaren Theater und dem gut erhaltenem Aquädukt. Mit Glück finden wir dann einen kleinen privaten Campingplatz ca. 15 km hinter Manavgat.

Taşucu bei Silifke                                                      C.  N 36* 17′ 807“ / E 33* 50′ 831“

Heute ging es zunächst durch die Hotelburgen des Massentourismus, die inzwischen erschreckende Ausmaße angenommen haben, an der Küste entlang. Als dann die Steilküste begann, wand sich die Straße in endlosen Kehren daran entlang. Teilweise wird hier die Autobahn gebaut und wir mussten uns über Schotterpisten quälen. Alles recht zermürbend. In Anamur machten wir Pause um uns Anamourion anzusehen, eine alte römische Stadt voTasucu bei Silifken der noch einige Gebäude und die Nekropole erhalten sind und in der man noch einige Mosaikböden findet. Dann noch einmal in tausend Kurven am Steilhang entlang und kurz vor Silifke war dann unser Campingplatz erreicht. Wir stehen direkt am Wasser, die Strasse ist allerdings in Hörweite. Wir sind zunächst einmal auf unserem letzten Campingplatz in diesem Urlaub. Es ist bedeckt und kühler. Das Taurusgebirge flacht nach Mersin hin immer mehr ab und dann beginnt Ostanatolien und unser wirkliches Abenteuer.

Birecik am Euphrat                                                    F.P.   N 37* 00′ 970“ / E 37* 58′ 218“

Dank einer gut ausgebauten Autobahn und wenig Verkehr sind wir ein ganzes Stück weiter nach Osten gekommen. Das erste Stück ging noch an einer endlosen Reihe von Ferienhaussiedlungen am Meer entlang, eine scheußlicher als die andere.Birecik Die ganze Küste ist zugebaut. In Kizkalesi, einem kleinen Hafen für Fährschiffe nach Nordzypern, frischten wir unsere Vorräte auf. Vor Mersin ging es dann auf die Autobahn, die uns an allen Großstädten der Cukurova vorbei führte. In Nizip fuhren wir von der Autobahn herunter und zur antiken Stadt Belkis am Euphratstausee, von der allerdings nicht viel zu sehen war. Am anderen Ufer des Euphrat liegt Birecik malerisch auf Felsen und von einer Burg gekrönt. Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz fuhren wir ein ganzes Stück flußaufwärts, fanden aber nichts PassendesBirecik. Also zurück durch die Stadt in die andere Richtung, vorbei an vielen Lokalen am Flußufer bis zur Uferstrasse hinter einem Fußballfel. Nachdem sich mehrere Autos mit jungen Männern zum Biertrinken um uns versammelt hatten,flüchteten wir zur nahen Feuerwehrwache, die uns freundlich hereinwinkte und Unterschlupf bot. Leider begann die Feuerwehr ihre Fahrzeuge morgens um sechs mit Wasser zu betanken, was uns zu einem frühen Frühstück am Euphrat verhalf.

Sorukkuyu, ein kleines kurdisches Dorf                 F.P.   N 37* 13′ 279“ / E 40* 01′ 098“

Am Morgen war es noch  eine Stunde Fahrt bis Urfa. SanliurfaProblemlos fanden wir einen bewachten Parkplatz und gingen auf Entdeckungstour. Vor allem Abrahams Geburtshöhle und der heilige Teich sind die Attraktionen vieler Pilger. Getrennte Eingänge für Männer und Frauen. Wir gingen hinauf zur Burg, von wo man einen wunderbaren Blick auf die Stadt hat. Dann bummelten wir durch den Basar. Da es erst Mittag war, entschlossen wir uns noch einen Abstecher nach Harran RichHarrantung syrischer Grenze zu machen. Das Dorf lag verlassen in der Mittagshitze von 35 Grad, Parkplatz 10 TL und Eintritt nochmal 6 TL. Zu sehen sind trulliähnliche alte Behausungen, die heute wohl als Lager und Stall genutzt werden, ein als ouristen attraktion restaurierter Gebäudekomplex und die Reste einer alten Festung. Dann noch ein AbsteGöbekli Tepecher zu den archäologischen Ausgrabungen von Göbekli Tepe, eine Ausgrabung unter deutscher Leitung, die die ältesten menschlichen Siedlungsfunde zutage gebracht hat. Der Aufseher führt uns herum. Wirklich hochinteressant und eine schöne Abwechslung zu den ganzen römischen Siedlungsresten in der Türkei.

Wir fuhren dann weiter Richtung Mardin auf einer immer schlechter werdenden Straße mit sehr viel Lastwagenverkehr. Als es dunkel wurde, suchten wir einen Übernachtungsplatz. Die Tankstellen waren wenig einladend und so fuhren wir einfach in ein kleines Dorf seitlich der Strasse und  fragten mit Händen und Füßen, ob wir da bleiben könnten. Nach einer Weile verstand man und lud uns herzlich ein. Es ist das Kurdendorf Sorukkuyu, wie wir später erfahren. Alle geSorukkuyuhören einer Familie an. Während meine Frau mit den Frauen schwatzt (Gebärden- und Zeichensprache), gehe ich zum Bürgermeister, dessen Nichte in Deutschland lebt, und stelle mich vor Sie wurde sofort angerufen und musste am Telefon von Deutschland aus alle Fragen, die die Dorfbewohner an uns hatten übersetzten. Bei unserer Gastfamilie waren wir dann zum Abendessen eingeladen: Salat, Auberginenmus und Hühnchen. Dann tauchte noch ein Verwandter auf, der Deutsch konnte und wir mussten noch einmal alle Geschichten bei Kaffee und Nüssen erzählen. Die Gastfreundschaft der Kurden ist großartig. Sie können sich nicht vorstellen, dass wir in unserem Auto schlafen und wollten uns unbedingt, gemeinsam mit ihnen,  auf ihrer Dachterrasse unterbringen.

Hasankeyf am Tigris                                                     C.   N 37* 42′ 881“ / E 41* 24′ 954“

Die Reiseroute heute war:  Mardin vormittags– Midyat nachmittags- Hasankeyf abends. Am Morgen gab es bei unseren Gastgebern erst noch ein richtig gutes türkisches MardinFrühstück mit Ei, Schafskäse, Oliven, Joghurt und Tomaten. Wir nehmen Abschied von unserer freundlichen Gastgeberin und nach einer Stunde Fahrt sehen wir Mardin, das malerisch an einem Berghang liegt und von den Resten einer Burg gekrönt wird, die jetzt zum Ausspähen Syriens von der Nato genutzt wird und nicht besucht werden kann. Wir bummelten durch die Gassen, besuchten eine alte Medrese und den alten Palast in dem jetzt die Post untergebracht ist. Dann fahren wir weiter Richtung Midyat, kommen auf über 1000m in eine schöne Fels- und Berglandschaft. In Midyat haben wir erst Probleme das alte Stadtzentrum zu finden, denn es gibt eine Neu- und Altstadt. Wir besuchen eine syrisch Al-Midyat, Palasttororthodoxe Kirche und bummeln durch die Gassen der Altstadt, steigen noch auf das Dach eines alten Palastes von wo man einen schönen Blick über die Stadt mit ihren zahlreichen orthodoxen Kirchtürmen hat. Es leben noch 120 syrisch orthodoxe Christenfamilien hier. Es gab aber auch evangelische und katholische Familien. Viele sind aber nach Deutschland ausgewandert. Viele der alten Häuser, die ihre Pracht hinter hohen Mauern verbergen, werden renoviert und erstrahlen in neuem Glanz. Weiter geht es mit der untergehenden Sonne nach Hasankeyf. Die Straße führt vorbei an Bergen und Schluchten und nach einer scharfen Kurve lag der kleine Ort am Tigris dann vor uns. Vom jenseitigen Ufer aus hatte man einen phantastischen Blick auf die Häuser, das Minarett, und die Burgreste am steilen Felsufer. Das andere Ufer ist oberhalb des Flusses von Höhlen durchsetzt. Leider ist der Ort Hasankeyf mit Brückenpfeilern im Tigris und Burgbergschon sehr touristisch, von bettelnden Kindern auf dem Parkplatz bis zu einer langen Reihe von Souvenirläden auf dem Weg in die Schlucht zu den Felshöhlen und dem alten Burgtor. Wir wollten uns erst ans Ufer des Tigris stellen, sahen dann aber den Hinweis „Camping“ und sind so auf diesem kleinen Platz gelandet. Immerhin gibt es Strom,Toiletten und eine Dusche, eine Wohltat!

Am Morgen nächsten Morgen sind wir zurück nach Midyat gefahren und haben dort noch einmal eingekauft. Dann haben wir von dort die sehr gut ausgebaute direkte Straße nach Nusaybin, dem Grenzort genommen. Unterwegs passiert man eine Schlucht mit einem Fluss mit mehreren kleinen Restaurants, die ihre Tische und Liegen ins Wasser gestellt haben. Der Weg zur Grenze ist im Ort nur mit Nachfragen zu finden, da nicht ausgeschildert. Dann geht unsere Reise in Syrien weiter.

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