Sizilien

Mit dem Wohnmobil durch Sizilien

und zu den Liparischen Inseln

Reiseroute mit Stellplätzen und Koordinaten

C = Campingplatz     SP = ausgewiesener Stellplatz     FP = freier Stellplatz

Reiseroute Sizilien:

Eisenbach – Genua – Fähre nach Palermo – Palermo – Monreale – Corleone – Palazzo Adriano – Prizzi – Roccapalumba – Caccamo – Termini Imerese – Palermo – Castellamare – Scopello (Zingaro Nationalpark) – Erice – Trapani – Mozia – Marsala – Castelvetrano – Selinunt – Caltabellota – Eraclea Minoa – Agrigento – Enna – Morgantina – Piazza Armarina – Caltagirone – Comiso – Donnafugata – Modica – Noto – Siracusa – Taormina – Randazzo – Adriano – Nicolosi – Ätna – Linguaglossa – Randazzo – Cesaro – Troina – Nicosia – Sperlinga – Castelbuono – Cefalu – Tindari – Milazzo – Lipari – Milazzo – Messina.

  • Anreise

Ohne Stau und Probleme durch den Gotthardtunnel, um Mailand herum, und auf der A7 in Schlangenlinien hinab durch die Ligurischen Alpen bis zum Hafen von Genua gekommen. Dank unserer MFahrradtransportarokkoerfahrung vor zwei Jahren und zahlreicher überladener marokkanischer Transporter finden wir den check-in sofort und stehen um 18 Uhr hinter den ersten, schon wartenden Wohnmobilen,  genießen die Abendsonne und einen Regenbogen über der Altstadt von Genua.

Am nächsten Morgen weckt uns die Sonne auf der Höhe von Korsika. Die Meer ist ruhig und auf dem Deck ist es fast zu heiß, um in der Sonne zu sitzen. Wir fahren zwischen dem Festland und Sardinien, ein Weg den wohl auch Friedrich II. in umgekehrter Richtung genommen hat, zur Seeschlacht mit den Genuesen.

Pünktlich gegen 19 Uhr fahren wir in den Hafen von Palermo ein und haben von Deck einen wunderbaren Blick auf die Stadt mit den vielen Kirchtürmen und im Hintergrund leuchtet in der Abendsonne der Palast von Monreale. Die Prüfung des Tages steht uns aber noch bevor. Nachdem wir als eine der Ersten von der Fähre gefahren sind, schlängeln wir uns mit Hilfe des Navis im Feierabendverkehr durch Palermo.Palermo Stellplatz Greencar Zum Glück können mich chaotischen Verkehrsverhältnisse nicht schrecken, ich sehe sie eher als Herausforderung. So kommen wir dann auch zielsicher am Stellplatz „Greencar“ nördlich des Normannenpalastes an. Es ist ein schlichter Parkplatz für PKW und Wohnmobile, von denen uns geschätzt an die zwanzig Gesellschaft leisten. Was an dem von Mietshäusern eingerahmten Platz „grün“ sein soll erschließt sich uns nicht. Immerhin können wir von hier zu Fuß in die Stadt gehen und es gibt es Strom, Wasser und wifi.

  • Palermo             Stellplatz Greencar           SP   N 38o 06′ 35“ / E 20o 20′ 35“

Palermo bietet derartig viele Sehenswürdigkeiten, dass eine detaillierte Beschreibung den Rahmen eines solchen Berichts sprengen würde. Wir weisen also nur auf einzelne Höhepunkte unserer zweitägigen Besichtigung hin, die uns persönlich besonders beeindruckt Cappella Palatina Palermohaben. Natürlich zuerst die Cappella Palatina im Normannenpalst , von Roger II. 1130 erbaut, erstrahlt das Innere von goldenen Mosaiken mit Christus als Weltenherrscher in der Kuppel des Hauptschiffs. Wir sind schier erschlagen von der Pracht. Nicht weit vom Palast liegt die alte Kirche San Giovanni degli Eremiti mit ihren roten Kuppeln. Sie ist eine echte Überraschung: wenig Besucher, ein wunderbarer Garten und ein arabisch gestalteter Kreuzgang. Die mit orientalischen Verzierungen versehene Kirche ist ein Ort der Stille und Besinnung und eine Erholung nach dem Trubel im Normannenpalast. Auf der Piazza Bellini  stehen zwei beeindruckende Kirchen direkt nebeneinander: La Martorana mit einem arabisch angehauchten Campanile und San Cataldo, Palermo rostroter Kuppel und die kleine, ebenfalls  mit roten Kuppeln gekrönte San Cataldo, die im Inneren drei Gewölbekuppeln mit arabischen Verzierungen trägt, ein Beispiel für die Verbindung normannischer und arabischer Stilelemente. In ersterer bewundern wir die goldenen Mosaike in der Vierungskuppel, die von aussen von einer rostroten Kuppel überspannt ist. Heute ist es eine byzantinische Kirche in der Griechen und Albaner die Messe feiern. Sehenswert auch die drei Oratorien der Rosenkreuzer mit wunderbaren Stuckfiguren und Putten von Giacomo Serpotta. Am Abend verlassen wir unseren Stellplatz und fahren hinauf nach Monreale, wo wir auf dem Busparkplatz unterhalb des Doms kostenlos die Nacht verbringen.

  • Palazzo Adriano            Stellplatz    FP                  N 37o 40′ 53“ / E 13o 22′ 54“

Nach einen Café zum munter werden, steigen wir die Treppe zur Kathedrale von Monreale Monrealehinauf, die von Wilhelm II. ab 1172 erbaut wurde. Von außen mächtig und  mit einer Bronzetür mit maurischem Fries versehen, überrascht sie im Innern mit goldenen Mosaiken, die Decke und Wände des riesigen Raums füllen. Eine monumentale Cappella Palatina, zumal auch Christus als Weltenherrscher die Apsis schmückt. Der Eindruck wird noch durch den, am heutigen Sonntag im Vorgriff auf die Messe, reichlich verteilten Weihrauch verstärkt. Da wir früh dort sind, können wir uns in Ruhe den ausdrucksstarken Mosaiken widmen, bevor die ersten Reisegruppen eintreffen. Im Kontrast zur Kirche steht der filigrane Kreuzgang des angrenzenden Klosters. Zierliche, mit bunten Steinen geschmückte Säulen tragen fein gearbeitete Kapitelle.

Zurück am Auto, starten wir zu unserer Runde durch das sizilianisch Mafialand und fahren in die Berge im Landesinneren. Schlängeln uns durch die engen Gassen von Altofonte und Piana degli Albanesi, das wie der Name sagt, von albanischen Flüchtlingen gegründet wurde. Mittags sind wir im kleinen Ort Ficuzza, wo der Palazzo Reale, das Jagdschloss Ferdinand I. von Bourbon steht. Die Führung, der wir uns anschließen ist eine naturkundliche Information über Faune, Flora und Geologie der Region, die Räume selbst bieten nicht viel Sehenswertes. Inzwischen hat es zu regnen begonnen und sich Corleone und Prizziauf 11 Grad abgekühlt, so dass wir den Rundgang durch die (ehemalige) Mafiahochburg Corleone kurz halten und durch eine schöne Landschaft mit Blumen, satten Wiesen mit Schafherden und Pferden zum Bergdorf Palazzo Adriano fahren. Hier finden wir auf dem Parkplatz des ehemaligen Bahnhofs einen schönen Stellplatz für die Nacht. Wir bummeln durch den vom Tourismus noch völlig unbeleckten und sehr ursprünglichen Ort. Auf dem zentralen Platz, der von einer katholischen und einer orthodoxen Kirche gerahmt wird spielt die Dorfkapelle und wir beschließen den Tag bei einer Pizza im einzigen Lokal des Ortes.

  • Cáccamo                     Stellplatz    SP                N 37o 56′ 01“ / E 13o 39’39“

Am Morgen werden wir um 7 Uhr durch einfahrende Kleinlaster geweckt, die beginnen hinter uns ihre Marktstände aufzubauen. Ein bedeckter Himmel bei 8 Grad hebt die Stimmung auch nicht sonderlich. Also gibt es nur einen schnellen Kaffee und wir fahren zur nächsten Mafiahochburg, nach Prizzi. Der Ort liegt hoch am Hang und ist erstaunlich groß. Wir bummeln durch die engen Gassen bis zum Ortsende, oder von einer Kirche zur nächsten. Zm Glück haben wir den Wagen vor der Altstadt stehen lassen, weit wären wir nicht gekommen. Dann weiter nach Roccapalumba, einem Örtchen, das sich um einen Felsen gruppiert. Durch eine sanft hügelige Landschaft mit gelegentlichen höheren Felsspitzen bummeln wir dann bis nach Cáccamo, von wo aus das Mittelmeer schon wieder zu sehen ist. Da wir die Abfahrt auf die Umgehungsstrasse verpassen, quälen wir uns durch ein enges Sträßchen mit eingeklappten Außenspiegeln unter niedrigen Balkonen hindurch bis zur Burganlage. Kurz danach gibt es einen Womo Stellplatz, der zwar Säulen für Strom und Wasser hat, die aber nicht funktionieren, sehr italienisch. Gemeinsam mit einem holländischen Womo finden wir aber Platz und steigen am Nachmittag zur Burg hinauf, die einen schönen Blick über die Stadt, aber sonst nicht viel bietet.

  •  Scopello          Camping Baia di Guidaloca       C    N 38o 03′ 21“ / E 12o 50′ 16“

Wir fahren von Cáccamo in Serpentinen zur Küste hinunter und von Termini Imerese auf die Autobahn (kostenfrei) bis nach Palermo. und weiter bis Castellammare. Parken am HafenCastellammare unterhalb der alten normannischen Burganlage, in der wir noch schnell einen Blick in das kleine Museum werfen, das sich mit dem traditionellen Thunfischfang im Ort befasst. Dann Bummel am Hafen mit schönem Blick auf die Stadt und die grosse Bucht. Das Wetter ist wechselhaft, wärmer als in den Bergen, aber es weht ein frischer Wind. Oberhalb der Stadt genießen wir noch einmal den Blick auf Castellammare, zweigen dann in das kleine Sträßchen nach Scopello ein und erreichen den netten Campingplatz am Strand von Guidaloca, den wir uns mit drei weiteren Womos teilen.

Den nächsten, ersten vollen Sonnentag nutzen wir zu einer Wanderung durch den Zingaro Nationalpark, den ersten Siziliens. Vom Campingplatz vorbei an Scopello (guter Supermarkt an der Strasse) kommt man nach 5 km zum Ende der Strasse und zum Eingang in den Park. Den nördlichen Eingang erreicht man von San Vito aus. Eintritt 3 Euro. Zingaro NPDer Hauptweg verläuft oberhalb der Küste mit mehreren Abstechern zu Badestränden. In zwei Stunden läuft man vom Süd- zum Nordeingang, hin und zurück also vier Stunden. Es gibt auch einen alpinen Weg der über die Berghöhen, Am Eingang erhält man einen Wegeplan. Wir waren nach fünf Stunden wieder am Wagen, da es zwischendurch mehrere kleine Museen gibt, die einen guten Eindruck vom bäuerlichen Leben in früherer Zeit geben. Für Nachwanderer: es gibt keinen Schatten und nichts zu Essen und Trinken auf dem Weg, also entsprechende Vorsorge treffen. Zurück zum Campingplatz, der sich zum Abend hin immer mehr füllt. Das lange Wochenende schwemmt offenbar viele Festlanditaliener auf die Insel und um uns herum baut sich eine italienische Wagenburg auf.

  •  Trapani                     Stellplatz am Hafen     FP     N 38o 00.885′ / E 12o 30.077′

Um uns herum hat sich beim Erwachen italienisches Campingleben entwickelErice Kastellt mit der entsprechenden Geräuschkulisse. Wir starten nach dem Frühstück zur Küste und versuchen San Vito Lo Capo zu erreichen, stecken aber schon lange vor dem Ort im Stau fest. Offenbar streben am 1.Mai alle dem Meer zu. Wir drehen um und fahren vorbei an mehreren Marmorsteinbrüchen am Monte Cofano hinab in die Ebene am Golf von Bonagia. Bei Valderice beginnt dann die Auffahrt nach Erice, das hoch oben auf einem Kalkfelsen thront. Hier gibt es bei der Porta Sparda nette Stellplätze, die wir aber nicht nutzen, da wir uns in Trapani mit Freunden treffen wollen. Wir Bummeln durch Trapanidie alten Kopfsteingassen, besichtigen Dom und Kastell und fahren nach einer Kaffeepause hinunter nach Trapani. Wir suchen nach einem Stellplatz für die Nacht und werden am Ende der Hafenstrasse bei der Madonna del Porto fündig. Hier kann man gebührenfrei am Strassenrand stehen.

  • Erice                Stellplatz Porta Spada       SP      N 38o 02′ 29“ / E 12o 35′ 15“

Etwas laute und unruhige Nacht am Hafen durch vorbeifahrende Autos. Am MSegeste Tempelorgen ist uns gegenüber ein Gemüsemarkt aufgebaut. Nach einem schnellen Kaffee  fahren wir gemeinsam mit unseren Freunden  über die Autobahn nach Segeste (ca. 30 Minuten). Dort steht ein nicht ganz fertig gebauter großer Tempel der Elymer einsam in der Landschaft. Besonders aus der Ferne zeigt sich die harmonische Einbettung in die umgebenden Hügel.

Wir steigen zum Theater hinauf und genießen den Fernblick auf den Tempel und das Meer. Das Theater ist gut erhalten, wobei wir da in der Türkei und Syrien schon größere und schönere gesehen haben. Nach einer Rast in der Sonne fahren wir weiter zu den Salinen von TraSalinenpani. Hier wird in zahlreichen flachen, mit Meerwasser gefüllten Becken Salz gewonnen, das am Rand aufgehäuft und unter Ziegeln getrocknet wird. Windmühlen sorgten früher für das Pumpen des Wassers in die Becken und sind inzwischen von elektrischen Pumpen ersetzt worden. Nach einem Kaffee und einem Eis in Trapani, fahren zum Stellplatz bei Erice hinauf, denn am Hafen war es uns zu laut.

  • Riserva Naturale Foce del Fiume Belice e Dune Limitrofe

         Stellplatz   FP   N 37o 34′ 59“ / E 12o 52′ 20“

In der Nacht regnet es heftig, aber am Morgen schaut die Sonne schon wieder ein wenig durch die Wolken und beleuchtet das tief unter uns liegende Trapani.Mozia Um 10 Uhr laden wir die Freunde ins Auto und fahren entlang der Küste bis zur kleinen Insel Mozia auf der sich eine alte phönizische Siedlung befindet. Da eine dunkle Regenwand darüber hängt, bleiben wir bei den Salinen an Land. Auf der Weiterfahrt nach Marsala prasselt dann ein heftiger Schauer auf uns nieder. Marsala bietet wenig außer dem bekannten Wein. Die kleine Altstadt hat ein paar Kirchen und barocken Palästen zu bieten. Wir trennen uns von unseren Freunden und brechen auf zur Tour entlang der Südküste und beginnen beim Ort Castelvetrano mit dem arabisch-normannischen Kirchlein SS Trinita di Delia, das wir nach einigem Suchen außerhalb des Ortes finden. Ein kubische Bau mit zentraler Kuppel, der uns sehr an die Kirchen in Georgien erinnert. Dann weiter hinunter zur Küste zur antiken Stadt Selinunt, von der auf dem Osthügel drei Tempel gefundenCastelvetrano, Delia wurden, von denen der jüngste Tempel E noch gut erhalten ist und restauriert wurde. Am Meer, nahe des versandeten ehemaligen Hafens finden sich Reste der Akropolis mit Säulen des Tempels C und Wehranlagen. Man muss einiges zu Fuß zurücklegen um alles zu sehen. Gegen 17 Uhr suchen in der Nähe einen Stellplatz für die Nacht. Im Naturreservat aus Dünen am Meer werden wir fündig und stehen allein unter Bäumen an einem ausrangierten Bahndamm. Nur ein Hotel ist noch in Sicht- und Hörweite.

  • Agrigento            Camping Valle dei Templi          C     N 37 16′ 10“ / E 13 34′ 59“

Heftiger Regen in der Nacht, sonst absolute Stille. Nach dem Frühstück fahren wir den Berg hinauf nach Caltabellota, das spektakulär am Hang vor drei Felszacken liegt. Hier hat 1302 Friedrich II. mit Karl von Valois den Friedensvertrag zur Beendigung der „Sizilianischen Vesper“, einem blutigen Volksaufstand geschlossen. Vorsichtshalber parken wir am Ortsrand und gehen zu Fuß durch die engen Gassen, bis zum oberhalb des Ortes gelegenen Chiesa Madre SS.Salvatore mit separatem Glockenturm, die im Grundriss normannisch aus dem 11. Jahrhundert ist, aber vielfach umgebaut und restauriert wurde, so dass heute ein wilder Stilmix vorherrscht.Caltabellota Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf die Dächer des Ortes. Über den Ortsteil St. Anna geht es wieder hinunter nach Ribera und an die Küste zur antiken Stadt Eraklea Minoa. Das Gelände bietet nicht viel. Die Reste der Sitzbänke eines Theaters, die unter einem Dach vor Regen geschützt werden und die einiger Wohnräume sind alles, was sehenswert ist. Wohl eher etwas für Freunde der Archäologie. Dafür gibt es einen schönen Strand unter den weißen Kalkfelsen auf denen die Stadt erbaut wurde, der zu einer Kaffepause einlädt. Der daneben liegende Campingplatz gefällt uns nicht und wir beschließen weiter nach Agrigento zu fahren. Der Campingplatz dort liegt in der Nähe der archäologischen Ausgrabungen, die einfach per Bus zu erreichen sind, was wir morgen tun wollen. Erst einmal heißt es alle elektronischen Geräte, die man heute so bei sich hat, wieder aufzuladen, und nach vier Tagen wieder eine Dusche zu nehmen. Seit langem gibt es hier auch wieder eine Internetverbindung, die ich nutze am alles auf den neusten Stand zu bringen.

Der nächsteTag ist für die Tempel des griechischen Akragas und des römischen Agrigentum reserviert . Wir fahren mit dem Bus bis zum Eingang des archäologischen Parks und schreiten dann auf der Hauptstraße die Agrigento, ConcordiatempelReihe der Tempel aus dem 5 Jh. v.Chr. ab. Zunächst zum Concordiatempel (Tempel E), vor dem der gefallene Ikarus in Bronze von Mitoraj liegt, für dessen Details sich insbesondere die Damen mehr, als für den Tempel zu interessieren scheinen. Am Ende des Straße steht der etwas ältere Juno-Tempel, zwischen beiden die Nekropole und die alte Stadtmauer. Dann zurück zum Eingang, wo die Säulenreste des Heraklestempels (A) stehen. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite liegen dann Berge antiker Tempelreste, die zum monumentalen Zeus-Tempel (B) gehören. Heute erinnern nur noch die Grundmauern an die enormen Ausmaße des größten Tempels der antiken Stadt. Am Ende der Anlage steht noch ein Teil des wieder aufgerichteten Dioskurentempels, der sich, wie die gesamte Anlage, malerisch in die Landschaft einfügt. Hinter ihm liegt am Hang das moderne Agrigent mit seinen Hochhäusern und gibt ein abschreckendes Beispiel der heutigen Stadtarchitektur ab.

  •  Piazza Armerina, Agriturismo Valle delle’Elsa   SP   N 37o 18′ 08“ / E 14o 23’46“

Wir fahren nach dem Frühstück die Landstraße nach Enna ins Landesinnere durch schöne hügelige Landschaft hinauf. Leider etwas stressig, da gerade eine neue Autobahn gebaut wird und viele Baustellen da sind. Ein überholender Wagen schleudert einen Stein auf die Windschutzscheibe, die jetzt eine kreisrunde Absplitterung hat, hoffentlich hält sie bis Deutschland. Bei Enna erwischen wir natürlich prompt die falscheEnna Auffahrt zum Kastell und müssen durch die enge Altstadt. Aber wir passen unter allen Balkonen hindurch und an allen Kleinwagen vorbei. Vom Turm der Burg, die Friedrich II. erbauen ließ, hat man einen grandiosen Rundblick. Enna liegt fast genau im Zentrum der Insel. Vor dem Aufgang zur Burg verkauft ein schwarzhaariger Bär von Mann aus der Heckklappe seines schrottreifen Wagens, Käse, Wurst und Coppa. Alles schmeckt hervorragend und wir kaufen ein. Dann werfen wir noch einen Blick in den von außen normannischen Dom, der im Inneren aber barockisiert wurde. Weiter durch Aidone zu einer der größten Ausgrabungen Siziliens, den Überresten der griechischen Stadt Morgantina, die schon 1000 v. Chr. Gegründet wurde. Es ist ein weitläufiges Gelände, aber von einem Abhang bei den ehemaligen Wohnhäusern aus kann man sich einen guten Überblick verschaffen. Man sieht ein Theater, Läden, Agora und die Reste eines Tempels. Es sind nur noch die Grundmauern erhalten. In einigen Wohnräumen finden sich noch Bodenmosaike. Wir beschließen noch nach Piazza Armerina, zur etwas außerhalb liegenden Villa Romana del Casale zu fahren, die berühmVilla Romanat für ihre Bodenmosaike ist. Wir sind schier erschlagen von der Fülle, Vielfalt und Pracht, die sich bietet. Die heutige Villa war damals wohl eher der Palast eines sehr reichen Besitzers, genaueres weiß man nicht. Die Ausdehnung und Ausstattung läßt aber vermuten, dass es sich um eine hoch gestellte Persönlichkeit gehandelt haben muß. Die Räume mit den Mosaikböden sind weitläufig und überdacht. Auf Umgängen kann man sie umrunden und von oben bewundern. Sie hier im einzelnen zu beschreiben, würde zu weit führen und es fehlen dafür auch die Worte. Man gewinnt anhand der Bilder aber einen genauen Eindruck vom Leben in der damaligen Zeit, den Tieren, Speisen, der Kleidung und den Tätigkeiten. Grandios!

Als wir dann vom Parkplatz durch die Schranke fahren wollen, finde ich meinen gerade bezahlten Parkschein nicht mehr. An der Kasse nicht wieder bekommen, verloren, verlegt, wir wissen es nicht. Vielleicht taucht er ja noch wieder auf. Villa Rpmana Ich hänge mich einfach hinter einen PKW und fahre direkt hinter ihm durch die geöffnete Schranke, die zwar wieder herunter kommt, aber knapp über unserem Dach stoppt. Öfter mal was Neues, insgesamt aber nicht gerade mein Glückstag heute. Immerhin finden wir den Stellplatz bei einem Agriturismo wenige Kilometer unterhalb Piazza Amerina rasch. Gepflasterte Plätze, Strom und ein Waschhaus, für eine Nacht in Ordnung.

  • Marina di Modica      Stellplatz am Felsufer   FP   N 36o 42′ 41“ / E 14o 45′ 24“

Strahlender Sonnentag. Am Morgen weiter abwärts Richtung Meer mit Zwischenhalt in Caltagirone, Caltagironeder Keramikstadt Siziliens, meistens sehr bunter Kitsch, der uns nicht gefällt. Wir finden aber einen Laden mit geschmackvollem Dekor und kaufen ein paar Mitbringsel. Die Hauptattraktion der Stadt ist aber die 142 stufige blumengeschmückte Treppe, die von der Piazza Munucipio hinauf zur Kirche Santa Maria del Monte führt. Die Kirche selbst ist nicht sonderlich sehenswert, aber die Treppe weckt bei uns Erinnerungen an die in Odessa, die vom Hafen hinauf zum Denkmal Richelieus führt. Dann fahren wir über Comiso hinab nach Donnafugata, was nicht nur ein bekanntes Weingut ist, sondern auch das Landschloss des Barons Corrado Arezzo, das Tomasi de Lampedusa die Vorlage für seinen Roman „Il Gettopardo“ , der Leopard, gedient hat. Leider sind wir für eine Besichtigung zu spät dran und so reicht es nur zu einem Eis und Cappucino. Dann weiter entlang der Küste durch kleine Badeorte, die jetzt, ausserhalb der Saison, einsam und verlassen vor sich hin dämmern. Kurz vor Marina die Modica, bei den Ruinen einer Thunfischfabrik, finden wir einen schönen Stellplatz für uns auf einem Felsplateau, von wo aus wir den Sonnenuntergang beobachten.

  • Fontane Bianche              Stellplatz            FP           N 35o 57′ 50“ / E 15o 12′ 31“

Von der Marina hinauf in den Ort Modica, die Parkplatzsuche gestaltet sich schwierig, da der Ort aus zwei Teilen besteht, die wie ein Y miteinander verbunden sind und wir erst im falschen Teil landen. Dann, auf dem richtigen Weg, parken wir halblegal und gehen ins Stadtzentrum, das von barocken Palästen dominiert wird. Natürlich kaufen wir Schokolade ein, für die der Ort berühModicamt ist. Wie Ragusa und Noto ist auch Modica nach dem verheerenden Erdbeben von 1693 im barocken Stil neu aufgebaut worden und gehört wie die anderen beiden Städte zum UNESCO Weltkulturerbe. Wir schlendern den Corso Umberto hinauf und hinab, gehen dann aber zurück, da wir nicht sicher sind, was mit unserem Wagen passiert ist, der vor einer Garagenausfahrt parkt. Er steht noch unbehelligt da. Weiter nach Noto, wo wir, obgleich vor dem Einfahren mit dem Wohnmobil gewarnt wird, rasch einen Parkplatz finden. In 10 Minuten sind wir im Zentrum auf dem Corso V. Emanuele III., wo sich Kirchen und Palazzi drängen. Den Palazzo Nicolaci besichtigen wir von Innen, bei einigen Kirchen steigen wir auf die Türme und Terrassen um einen Fontane BiancheBlick von oben auf die Stadt zu haben. Nach einer Granite und einem Café  fahren wir ans Meer nach Fontane Bianche, wo wir auf eienm Parkplatz direkt am Wasser stehen. Lesen am Strand „Vielleicht Esther“ von Katja Petrowskaja, die sich auf den Spuren ihrer Familie in der Ukraine und Polen bewegt, momentan eine andere Welt.

  • Taormina, Frazione Trappitello   Stellplatz       Pier Giovanni     SP     N 37o 49′ 21“ / E 15o 14′ 40“

Frühstück am Morgen in der Sonne oberhalb des Strandes. Dann ein Tag in Siracusa (Syrakus). Unser Navi bringt uns in einer halben Stunde zum archäologischen Park der Stadt, wo uns beim Anblick der Menschenmassen fast der Schlag trifft. Neben diversen Reisegruppen Siracusa sind noch zahllose italienische Schulklassen unterwegs mit dem entsprechenden Geräuschpegel. Wieder einmal zahlen wir keinen Eintritt, da für alle über 65 die Sehenswürdigkeiten und Museen kostenlos sind. So schlendern wir vom römischen zum griechischen Theater, wo gerade die Kulissen für eine neue Inszenierung aufgebaut werden, denn im Sommer finden hier noch regelmäßig Aufführungen statt. Entlang der Nekropole mit christlichen Wohnhöhlen und einem Brunnen, geht es dann hinunter zum Ohr des Dionysios, einer hohen und tiefen Höhle mit großartiger Akustik, was Horden schreiender Schulkinder eindrucksvoll demonstrieren. Vorbei an der Seilergrotte, wo früher Hanfseile gedreht wurden, geht es zum Ausgang, wo noch das Seilerkirchlein S. NicoSiracusa lai dei Cordari aus dem 11.Jhd. steht. Wir fahren weiter zur Altstadt Ortigia, die wie Trapani auf einer Halbinsel liegt, und finden direkt am Hafen auf einem großen Parkplatz noch einen guten Platz. Dann zu Fuß über den eindrucksvollen Fischmarkt zum zentralen Domplatz, um den sich die barocken Paläste und Kirchen gruppieren. Neben dem Dom der erzbischöfliche Palast, das Rathaus und die Kirche Santa Lucia alla Badia mit einem Bild der Grablegung der Stadtheiligen St. Lucia von Caravaggio. Wir bummeln für einen Café zum Meer und bis zur Burg an der spitze der Halbinsel und dann zurück über den Platz des Archimedes mit einem Dianabrunnen zum Auto. Inzwischen ist es Nachmittag geworden und Taormina wir überlegen, wohin die Reise weiter geht. Auf einen Stadtrundgang in Catania, der zweitgrößten Stadt Siziliens, mit einem weiteren Dom und Rathaus haben wir beide keine Lust, beschließen also daran vorbei, bis Taormina zu fahren. Entsprechend der Empfehlung unseres Womo Führers fahren wir zum Stellplatz von Giovanni, der gut Deutsch spricht und uns Morgen nach Taormina hinauffahren will. Vorerst genießen wir den Blick auf den rauchenden Ätna in der Abendsonne von unten.

Nach dem Frühstück fährt uns Giovanni hinauf nach Taormina und wir wandeln mit vielen Reisegruppen auf Goethes Spuren durch die Stadt, deren historische Gebäude inzwischen von Souvenirläden und TaorminaEdelboutiquen kaschiert werden, bis zum Theater, in dem gerade die Stagecrew den Aufbau für das abendliche Popkonzert mit Laura Pausini bewerkstelligt. Die Aussicht von dort durch die Reste der Schaufassade auf den rauchenden Ätna ist immer noch unvergleichlich. Auf der Gegenseite blickt man entlang der Küste auf die Straße von Messina und zum italienischen Festland.

  • Ätna, Rifugio Sapienza           Stellplatz    SP      N 37o 41′ 57“ / E 15o 00′ 00“

Der Abschied von Giovannis Stellplatz zwischen Auto- und Eisenbahn fällt uns leicht, da er für die gestrige Hin- und Rückfahrt nach Taormino je 15 Euro, also insgesamt 30 Euro verlangt. Wir  starten eine Rundfahrt um den Ätna. Von FrancavillaÄtna über Randazzo und Adriano, die alle außer einem Burgrest und Kirchen nichts besonderes bieten, hinauf zur Südauffahrt des Ätna von Nicolosi aus über viele Serpentinen durch Lavafelder bis auf knapp 2000 Meter zum Rifugio Sapienza. Wer meint, es handele sich dabei um eine einsame Berghütte, sieht sich getäuscht. Ein großer Parkplatz mit diversen Souvenirgeschäften und mehrere Restaurants empfangen den Reisenden. Immerhin können wir auf dem für Womos ausgewiesenen Bereich für 12 Euro für eine Nacht stehen. Die Ätnabesucher werden hier kräftig abkassiert, eine Fahrt mit der Kabinenbahn hinauf und herunter kostet 30 Euro pro Person, die Fahrt kombiniert mit Weiterfahrt mit Allradbus und Führer bis zum Gipfel über 65 Euro. Wir fahren zur Bergstation der Bahn und laufen ein Stück weiter hinauf, was aber eigentlich nicht lohnt, da Ätna man vom Gipfel nicht viel sieht und nur durch Lava stapft und eine gelegentliches Grollen im Berg hört. Also entweder garnicht hochfahren, oder tief ins Portemonnaie greifen und das volle Programm buchen. Neben dem Parkplatz kann man noch den beim Ausbruch 2001 entstandenen Krater Silvestri und seinen kleineren Nebenkrater umrunden, was wir vor dem Abendessen noch erledigen. Draussen bläst bei 10 Grad ein kräftiger Wind auf 2000 m Höhe, wofür der großartige Blick auf das abendlich erleuchtete Catania entschädigt.

  • Sperlinga         Stellplatz unter der Burg       FP    N 37o 45′ 59“ / E 14o 21′ 05“

Am Morgen ist der Himmel bededeckt und der Gipfel des Ätna ist von Wolken umgeben. Wir brechen zum zweiten Teil unserer Ätnaumrundung auf und fahren durch Lavafelder hinunter bnach Zafferana, demLava Zubringer von der Autobahn her, auf dem uns eine Kette von Reisebussen entgegen kommt. Dann biegen wir nach Norden ab und fahren auf einer kleinen Straße Richtung Linguaglossa. Dies ist der ruhigste, verkehrsärmste und landschaftlich schönste Teil der Umrundung. Die Strasse kreuzt Lavaströme in denen wilder Fenchel und Ginster gelb blüht, der wechseln sich ab mit Kiefernwäldern, die auf schwarzer Lavaerde gewachsen sind. Ich mache einen kleinen Ausflug in die Lava und bekomme schnell warme Füsse, so gut speichert das Gestein die Wärme. In Randazzo schließt sich dann der Kreis und wir biegen ab, um entlang des Nebrodi Naturparks nach Westen zu fahren. Immer auf der Nationalstrasse 120 bleibend passieren wir die Bergorte Cesaro, Troina und Nicosia. Die Strasse ist in einem sehr schlechten Zustand, immer wieder gibt es Abbrüche, Verwerfungen und Absenkungen im Asphalt. Dafür entschädigt Ätna eine grandiose Landschaft: satte Wiesen mit Pferden, Schafen und Kühen darauf und sanfte Hügel die durch die blühenden Ginstersträucher in gelb getaucht sind. Und im Hintergrund immer der schneebedeckte Ätna. In Nicosia legen wir einen Pause ein, essen ein Eis auf dem Rathausplatz und ich versuche einem Italiener, den ich nach dem Weg gefragt habe und der mir unvermutet ein Schreiben der deutschen Steuerbehörden unter die Nase hält, zu erklären, dass seiner Mutter, die eine Rente aus Deutschland bezieht, vom Finanzamt ihre Steuernummer mitgeteilt wurde, wobei ihn die italienischen Begriffe für Steuer und Finanzamt, die ich unserem kleinen Langenscheidt entnehme, in eine gewisse Panik versetzen. Erst als ich ihm versichere, dass er nichts unternehmen muss, strahlt er wieder und erklärt mir den Weiterweg ein zweites Mal. Nicht weit von Nikosia entfernt liegt der kleine Ort Sperlinga,Sperlinga der von einer Burg auf einem Felssporn gekrönt wird. Die Felswand enthält zahlreiche Wohnhöhlen, die von den Bewohnern auch heute noch als Lager- und Vorratsräume genutzt werden. Wir steigen zur Burg hinauf, deren Ställe und Wohnräume auch in den Fels geschlagen sind. Von oben hat man einen grandiosen Rundblick auf den Ort, die Nebrodi Berge und den Ätna in der Ferne. Wir beschließen neben einigen Felshöhlen auf dem kleinen Parkplatz unterhalb der Burg zu übernachten und morgen weiter an die Küste nach Cefalu zu fahren.

  • Cefalu           Camping Costa Ponente    C      N 38o 01′ 43“ / E 13o 58′ 58“

Ruhige Nacht in einem verschlafenen Nest. Weiter nach Gangi und zur Abzweigung nach Castelbuono. Auf der Passhöhe finden wir einen schönen Frühstücksplatz abseits der Straße mit herrlichem Blick zurück auf den Ätna und auf die nun kommenden Berge der Maronie.Korkeichen Es folgt eine landschaftliche herrliche Strecke mit vielen Korkeichen unter denen der Ginster blüht bis wir Castelbuono, den letzten grösseren Ort vor der Küste erreichen. Kurtz unterhalb der Burg können wir parken und besichtigen die Burgräume, in denen sich ein Museum befindet. Besonders eindrucksvoll ist die Stuck verzierte Burgkapelle im Obergeschoss. Dann auf der Landstraße hinunter nach Cefalu. Westlich des Ortes von der SS 113 geht es dann hinunter zu zwei Campingplätzen. Der erste scheint der bessere zu sein. Viele schöne Stellplätze unter Bäumen, nur wenige Womos und ein herrliches 25 m Pool locken, in das wir uns sofort stürzen.

Ein stürmischer Wind und viele Wolken begrüßen uns am Morgen. Wir fahren mit dem Bus nach CefaluCefalu hinein und absolvieren die drei Hautsehenswürdigkeiten, den Dom mit seinen riesigen Mosaik in der Apsis, das Christus als Pantokrator unter den Serafinen darstellt und von Roger II. Von den besten Künstlern aus Konstantinopel anfertigen ließ. Dann den zum Dom gehörenden Kreuzgang , der allerdings nur noch die Hälfte der umlaufenden Säulen enthält, auch der Brunnen ist nicht erhalten. Dann das Museum Mandralisca, das zwei besondere Sehenswürdigkeiten enthält: zum einen eine Vase aus dem 4. Jahrh. v. Chr., auf der ein Fischer einem geizigen Käufer das schlechte Schwanzstück eines Thunfischs abschneidet und anderen dasCefalu2 Bild eines unbekannten Mannes von 1465 von Antonello da Messina, dessen geheimnisvolles Lächeln mit dem der Mona Lisa vergleichbar ist. Unser Versuch, den Felsen oberhalb Cefalus zum Tempel der Diana zu besteigen scheitert, da der Weg wegen des Sturms gesperrt ist. Dafür nehmen wir dann in der „Piratengrotte“, direkt am Wasser neben dem alten arabischen Waschplatz, ein Mittagessen mit Schwertfisch (Spada) ein.

  • Lipari                 Camping Baia Unci       C        N 38o 29′ 07“ / E 14o 58′ 04“

Wieder blauer Himmel, Windstille und strahlende Sonne. Wir fahren auf der SS 113 gen Osten, immer der Küste entlang. Es geht durch viele kleine Orte, die alle keine Besonderheiten bieten, es sei denn, man möchte am Strand liegen, oder in Tindari die riesige MilazzoWallfahrtskirche der schwarzen Madonna besuchen. Dann doch lieber das antike Tyndaris,sofern man noch nicht genügend griechische Tempelreste gesehen hat. Am Nachmittag sind wir in Milazzo und erkundigen uns nach einer Fähre nach Lipari. Um 18:30 geht die letzte, Fahrtdauer zwei Stunden mit einem Zwischenhalt in Vulkano. Gerade noch genügend Zeit für einen Kaffee am Capo Milazzo mit schöner Aussicht auf die Bucht. Die Stadt selbst ist durch eine riesige Raffinerieanlage verschandelt. Dann kommt die Fähre und sieht verdammt klein aus. Wir rangieren rückwärts und eng hinein. Sitzplätze nur drinnen, hinter vom Salzwasser undurchsichtigen Fenstern. Am Heck gibt es einen kleinen Platz um draußen zu stehen, gut zur Vorbeugung gegen Seekrankheit, aber das Meer ist ruhig. Nach anderthalb Stunden legen wir in Vulcano an. Es riecht stark nach SchwefLipariel und aus dem Rücken des Vulkankegels steigen dichte Schwefelschwaden auf. Kurz darauf, es ist inzwischen dunkel geworden, ist man im Hafen der Nachbarinsel Lipari, der Hauptinsel des eolischen Archipels. Wir biegen zum nur wenige Kilometerentfernten Canneto ab und fahren auf den Campingplatz, der einen sehr ordentlichen Eindruck macht. Nur drei weitere Wohnmobile haben außer uns den Weg nach hier gefunden.

In der Nacht geht ein heftiges Gewitter mit Hagel über uns nieder, das bis zum Morgen anhält. Erst im Laufe des Vormittags kämpft sich die Sonne wieder durch die Wolken. Wir fahren mit dem Bus in den Hauptort, buchen für Morgen einen Ausflug zu den Inseln Panarea undLipari Stromboli für je 35,00 Euro (14:00 – 22:00 Uhr ohne Besteigung des Stromboli) und für Übermorgen die Rückfahrt nach Milazzo. Dann Stadtbesichtigung von Lipari mit Beginn bei der Burganlage und dem archäologischen und vukanologischen Museum. Die Kathedrale San Bartolo bietet in ihrem Inneren nicht viel Interessantes, überraschend und sehenswert ist dagegen der daneben liegende normannische Kreuzgang. Man hat von der Burganlage einen schönen Blick auf den altenStromboli Hafen, zu dem wir dann hinunter schlendern, schon mal einen Blick auf das kleine Bötchen werfen, das uns morgen nach Stromboli bringen soll und die Mittagszeit bei Cappuccino und Eis verbringen. Natürlich kaufen wir auf Lipari Kapern ein, je kleiner desto besser. Dann geht es mit dem Bus wieder zurück zu einem Bummel entlang der Strandpromenade von Canneto mit schönem Blick auf Panera und Stromboli, aus dem immer wieder Rauchfahnen aufsteigen.

Unser Ausflug zum Stromboli beginnt mit einem Fußmarsch durch den Tunnel zum Hafen (ca. 30 Min.). Kurz vor 14 Uhr kommt dann die „Regina dei Mare“, die etwas größer ist, als von uns befürchtet. Wir platzieren uns auf dem Oberdeck, gemeinsam mit einer italienischen Reisegruppe und zwei deutschen Paaren. Zunächst geht es in ca. einer Stunde nach Panarea, wo es einen Aufenthalt gibt und Gelegenheit den kleinen Ort Stromboli zu besuchen. Dann wird der daneben liegende Felssporn Milazzese umrundet und es geht weiter Richtung Stromboli, an dessen Südwestseite der kleine Ort Ginostra liegt. Wir fahren an der Ostseite der Insel entlang bis zum Ort Stromboli, wo uns das Schiff für eine dreistündige Besichtigung entlässt. Überall finden wir Schilder mit Warnungen, Rettungswegen und Sammelplätzen für den Fall eines Tsunami. Wir schlendern am Strand entlang, dann durch den verwinkelten Ort hinauf zum Kirchplatz und weiter, vorbei am Haus in dem Ingrid Bergmann und Roberto Rosselini beim Dreh des Films „Stromboli“ wohnten, zum Friedhof mit interessanten Grabsteinen und schöner Aussicht. Da noch Zeit ist, gibt es noch Pizza und Calamari, bis uns das Boot wieder abholt und wir einen wunderbaren Sonnenuntergang hinter dem Stromboli erleben. Dann im Dunkeln an die Westseite auf der der Vulkan in regelmäßigen AbständStromboli Sonnenuntergangen hellrote Lavafontänen in den Nachthimmel schießt, ein eindrucksvolles Schauspiel. Die zweistündige Rückfahrt auf dem Oberdeck wird windig und kalt. Wir ziehen uns alles an, was wir dabei haben und kommen doch verfroren um 22:30 uhr wieder in Lipari an. Mit einem deutschen Ehepaar teilen wir uns ein Taxi nach Canneto, wo wir die nächste Überraschung erleben: das Tor zum Campingplatz ist zugesperrt und ein Hereinkommen nicht möglich! Was tun? Alle umgebenden Restaurants und Häuser sind geschlossen. Ich rufe die Nummer des Campings an, es meldet sich eine Dame, die nur Italienisch versteht, aber es gelingt mir offensichtlich ihr unser Problem multilingual zu vermitteln, denn nach fünf Minuten steht sie vor uns und schließt das Tor auf. Wir sind geschafft und fallen ins Bett.

  • Capo Milazzo                 Stellplatz         FP          N 38o 15′ 54“ / E 15o 14′ 16“

So schwer wie wir am Vorabend hinein gekomen sind, kommen wir am Morgen aus dem Camping wieder heraus. Erst führt die Dame an der Rezeption ein endloses Telefongespräch, dann kann ich nicht mit Karte bezahlen, obwohl ein Lesegerät dort steht ( kann nur der Chef!). Nachdem ich vergeblich auf eine Rechnung/Quittung warte, frage ich danach, was Erstaunen auslöst und eine telefonische Rücksprache beim Chef. Nun wird es kompliziert, da ich auf einer Rechnung bestehe. Keine der zwei, etwa dreißigjährigen Frauen kann ein Wort Englisch. Aber sie haben einen PC vor sich und werfen das Google Übersetzungsprogramm an, was bei mir zur Erheiterung führt, da ich nun gefragt werde, ob ich für einen Sack Zement eine Quittung möchte. Nachdem ich das einfach mal bejahe, wird mir mitgeteilt, dass der Chef sie mir in den nächsten Tagen per Email zustellen wird. Chiesa vecchia LipariDa bin ich ja mal gespannt! Dann starten wir doch zu unserer Rundfahrt um Lipari gegen den Uhrzeigersinn. Bei Pomiciazzo wurde früher Bimsstein, ein vulkanisches Produkt, abgebaut und die Förderanlagen sind an den Weißen angefressenen Hängen noch zu sehen. Ein Viertel von Lipari besteht aus diesem Gestein. An der Nordküste liegt Aquacalda, von wo man einen schönen Blick auf Salina und die beiden Satelliteninseln Filicuda und Alicuda hat. An der Strasse steht ein großer Obsidian. In Quattropani biegen wir auf ein enges Sträßchen zur Chiesa Vecchia ab, die klein und zweischiffig auf einem Hügel liegt und von einer arabisch inspirierten Kuppel gekrönt wird. Wenig weiter biegen wir wieder auf enger Straße hinab zum Meer ab. Vorbei an einem Weingut, geht es zu den Kaolinhöhlen, dem ehemaligen Abbaugebiet der Porzellanerde. Heute verlassen, liegt das vielfarbig leuchtende Gestein in einer grandiosen Landschaft, die uns an Irland erinnert. Bei Pianoconte liegen die alten Thermen von San Calogero aus griechisch-römischer Zeit. Heute sind nur noch Reste davon erhalten und daneben ein Kurhaus von 1867, das ebenfalls in Tiefschlaf gefallen ist.  Bei Quattropani folgt dann noch ein „Belvedere“ mit schönem Blick auf eine einsame Bucht, die nur per Boot erreichbar ist und auf Vulcano. Dann geht es wieder hinunter nach Lipari. Wir stellen unseren Wagen in die Wartereihe des Hafens und gehen noch einen Kaffee trinken. Dann ist es Zeit zur Überfahrt nach Milazzo. Nur wenige Fahrzeuge warten mit uns am Hafen und nach einem Zwischenstopp in Vulcano haben wir nach zwei Stunden unseren eolischen Ausflug und wenig später, nach einer Nacht am Capo Milazzo, in Messina auch unsere Sizilienrundfahrt beendet.

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