Slowenien

Nach der Anreise durch Österreich mit einem Aufenthalt in Salzburg fahren wir über die Tauernautobahn durch den Tauern und Katschbergtunnel bis Villach. Die Autobahn geht weiter durch den Karawankentunnel nach Slowenien. Wir biegen ab Richtung Italien und dann über den für Wohnmobile gut fahrbaren Wurzenpass hinüber nach Slowenien.

 

Bohinjsko Jezero (Wocheiner See)          C.            N 45° 16′ 45“ / E 13° 50′ 10“

Wocheiner See

Hier geht es auf schlechter Straße kurz aber steil mit 18% hinüber nach Kranjska Gora in Slowenien, wo wir auf die Sava Dolinka, die Wurzener Save, treffen. Abstecher zum schönen kleinen Jasna See, den eine Steinbock Skulptur am Ufer ziert. Da noch Zeit ist, beschließen wir noch weiter zum Wocheiner See zu fahren, vorbei an Jesenice bis Bled mit dem Bleder See, der sehr touristisch ist, dann nach Süden hinein in den Triglav Nationalpark, entlang der Sava Bohinjka, bis an das Ende des Wocheiner Sees, aus dem sie entspringt. Hier ist ein kleiner, naturbelassener Campingplatz mit Internet und neuem Waschhaus, sehr schön!

 

Ljubljana-Dobrunje, Gasthaus Pri Kovacu     St.P.             N 46° 01′ 54“ / E 14° 36′ 15“

Slap Savice

Wir fahren in den Talschluss zum eindrucksvollen Wasserfall der Save (Slap Savice), den man nach Zahlung von drei Euro und 20 Min. Fußweg erreicht. Das Wasser stürzt in Form eines A in die Tiefe und sucht sich dann steil abfallend über Felsen einen Weg zum See. Ein lohnender Ausflug. Zurück entlang des Sees bis Bled am Beginn des Tals, das touristisch geprägt ist. Spaziergang entlang des Sees mit Blick auf die Burg und die Insel mit der Kirche Sveta Marija. Über kleine Sträßchen zum Ort Skofja Loka, der einen alten ursprünglichen Stadtkern hat. Von dort vorbei an Ljubljana zum Stellplatz beim Gasthaus Pri Kovacu, am südöstlichen Stadtrand. Wenn man im Gasthaus isst, ist Platz und Strom kostenlos, dazu Toiletten, Dusche und Internet. Der Bus in die Stadt fährt vor der Tür ab.

Jugendstil in Ljubljana

Am Morgen mit dem Bus Nr. 13 in 25 Minuten bis zur Drachenbrücke im Zentrum von Ljubljana. Hinter dem Markt befindet sich der Aufzug zur Burg, die wir zuerst besuchen. Sehr schön hergerichtetes und modern ausgebautes Burggelände mit nur noch wenig alter Substanz. Lediglich der Rundblick vom Turm über die Stadt lohnt den Besuch. Dann Bummeln wir entlang des Ufers der Ljubljanica, des kleinen Flüsschens, das nach etwa 10 km in die Save mündet, bis zum zentralen Platz, der nach dem Nationaldichter France Preseren benannt ist und an dem drei Brücken auf die andere Seite des Flusses führen. Hier steht die Franziskanerkirche und dahinter ein Kaufhaus und ein Hotel mit Jugendstilfassade. Ein dreieckiges Haus mit orientalischen Kachelmuster, das Smalc Haus, gegenüber. Von Platz zu Platz arbeiten wir uns am Ufer weiter vor, begleitet von einer schier endlosen Kette von Restaurants, Eisdielen und Kaffees. Die Stadt, die mit 280 000 EW zu den kleinsten Europas gehört, ist dank der Universität voller junger Menschen und hat neben einem habsburgischen auch einen mediterranen Charakter. Die Altstadt ist überschaubar und gut zu begehen. Nach dem Kongressplatz mit der ungewöhnlichen Fassade der Ursulinenkirche, der Universität und der Philharmonie, machen wir eine kleine Bootsfahrt auf der Ljubljanica. Auf der anderen Flussseite geht es dann zurück. Einkauf von Erdbeeren und Honig auf dem Markt und dann zurück zum Stellplatz, der mit 12 Womos bis zum Rand gefüllt ist.

Podzemelj an der Kolpa                 C.                N 45° 59′ 12“ / E 14° 34′ 34“

An der Sava

Wir verlassen den netten Stellplatz mit dem freundlichen und hilfsbereiten Wirtsleuten und und suchen uns einen Weg zur Straße 108, die immer der Save folgt. Auf ihr fahren immer entlang des jetzt schon sehr wasserreichen Flusses, der sich mal durch eine Schlucht zwängt, um sich dann wieder in der Ebene zu verbreitern. Zum Kaffee machen wir Rast am Ufer. Bei Krsko verlassen wir dann die Save zu einem Abstecher nach Süden und fahren hinunter nach Novo Mesto, wo sich die Fabrikation der Adria Wohnmobile befindet, und weiter kurvenreich nach Metlika in der hügeligen und bewaldeten Bela Krajina. Hier ist der Grenzübergang nach Karlovac in Kroatien, den wir morgen benutzen werden. Ganz in der Nähe, im kleinen Örtchen Podzemelj ist ein schöner kleiner Campingplatz direkt am am Grenzfluss Kolpa (Kupa), wo wir fast alleine am Wasser sitzen und den Abend genießen.

Hier geht es weiter nach Kroatien

Rückreise:

Maribor (Marburg a.d. Drau)      Camping Kekec        N 46° 32′ 10“ / E 15° 36′ 12“

Blick über Ptuj auf die Drava

Wunderbarer Morgen an der Drava, Frühstück bei Sonnenschein am vorbeiströmenden Fluss. Wir machen uns auf zur Besichtigung von zwei Kleinstädten, auf kroatischer Seite Varaždin, auf slowenischer Ptuj. Beide mit einer zentralen Burganlage und kleiner, schöner Altstadt, die zum Bummel einlädt. Der Grenzübertritt ist völlig problemlos, niemand will etwas wissen oder sehen. Slowenien fühlt sich deutlich als Teil Westeuropas. Dank Navi finden wir den Campingplatz am Rand von Maribor problemlos, schön gelegen am Rand der Pohorje Berge mit Skilift im Hintergrund. In die Stadt, die wir morgen besichtigen wollen, fährt ein Bus vor der Haustür ab. Der Platz füllt sich zunehmend mit Wohnmobilen und Zelten aus Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien und Tschechien. Neben uns bauen zwei junge Finnen ihr Zelt auf. Nachdem wir zwei Wochen kein Wohnmobil gesehen und keinen Touristen ausser den Einheimischen begegnet sind, ein ungewohnter Anblick. Die westeuropäische Camperwelt hat uns seit heute wieder, ziemlich schrecklich finden wir.

Pestsäule in Maribor

Morgens mit dem Bus in die Innenstadt von Maribor, die sehr überschaubar ist. Ein schöner Rathausplatz mit Brunnen und Pestsäule, zwei nicht sonderlich sehenswerte Kirchen, das alte Schloss mit Museum und eine kleine Gußgängerzone mit netten Gasse und Plätzen mit unzähligen Kaffees und Weinstuben, die schon am Morgen gut besucht sind. Das Ufer der Drava ist eher enttäuschend. Hier werden offenbar für ein Fest am Wochenende unzählige Buden aufgebaut. Ansonsten gibt es einen Wasserturm, die alte Synagoge und den ältesten Weinstock Slowiens zu sehen. Apropos Wein, die Rebhängen reichen bis fast in die Stadt hinein. Insofern ähnelt das slowenische Marburg durchaus Freiburg. Johann Gottfried Seume hat das 1802 auf seiner Reise nach Syrakus schon ähnlich gesehen: Der Weg nach Marburg ist ein wahrer Garten, links und rechts mit Obstpflanzungen und Weinbergen. Auch Marburg ist ein ganz hübscher Ortan der Drawa, und die Berge an dem Flusse hinauf und hinab sind voll der schönsten Weingärten. Nun denn herr Seume, Lubljana hat uns dennoch besser gefallen.

Wir verlassen Maribor und fahren entlang der Drava durch ein schönes Tal bis Dravograd. Der Fluß demonstriert hier, was aus ihm wird, wenn er nur noch der Energiegewinnung dient. Alleine im slowenischen Abschnitt sind vier Staumauern mit entsprechend aufgestautem Wasser, dem auf österreichischer Seite weitere folgen. Ein naturbelassener Fluss sieht anders aus. Über Klagenfurt und Graz machen wir uns wieder auf den Heimweg.