Südpolen

Legende:  C.= Campingplatz; S.= Stellplatz; F.P.= freier Platz;

Wohnmobilreise durch Südpolen

Görlitz, D     Oberlausitz                                                   S. N 51o15.765′ / E 14o98.8616′

Wir beginnen unsere Reise, die uns bis nach Georgien und Armenien bringen soll auf dem ruhig gelegenen Womo Stellplatz von Görlitz, an der Rückseite einer ehemaligen Kaserne. Frische Brötchen zum Frühstück gab es um die Ecke in der „Jesus Bäckerei“. Dann Stadtführung durch die wunderschöne Altstadt mit Ober- und Untermarkt, altem Rathaus und prächtigen Bürgerhäusern, alles auf engstem Raum. Die Führung endete an der Peter und Paul Kirche an der Neiße, wo eine Fußgängerbrücke direkt und ohne Grenzkontrolle auf die polnische Seite herüber führt. Am Nachmittag dann Nikolaikirche mit Friedhof und das „Heilige Grab“ mit Führung. Abendessen im historischen Restaurant Scultetus. Nach zwei dunklen Bieren „Pupen Schulten“ falle ich todmüde ins Bett.

Breslau (Wroclaw), PL      Art Hotel                               N 51o 06 .725′ /E 17o 01.815′

Wir fahren hinüber in den polnischen Teil Zgorzelec und weiter auf der Autobahn bis Legnica. Wir entschließen uns zu einem Abstecher zum Zisterzienser Kloster Lubiaz (Leubus), 1739 in barocker Pracht errichtet, liegt es heute zwar von den Ausmaßen her gewaltig, ansonsten aber verfallen und verlassen da. Dann weiter nach Breslau zum Art Hotel im Zentrum, wo unsere einwöchige Radtour durch Niederschlesien am kommenden Tag beginnen soll. Informationen zu dieser sehr empfehlewnswerten und bestens organisierten Rundfahrt finden Sie beim kleinen aber feinen Veranstalter Via Silesia.

Breslau (Wroclaw), PL      Art Hotel                                      N 51o 06 .725′ /E 17o 01. 815′

Nach eier Woche auf dem Rad durch Niederschlesien tauschen wir die Betten der romantischen Schloßhotels wieder mit denen in unserem Wohnmobil. Entgegen aller Vorhersagen unserer Freunde und zur Ehrenrettung Polens, steht unser Wohnmobil mit allen vier Rädern noch auf dem bewachten Parkplatz, auf dem wir es vor einer Woch abgestellt haben. Ein letzter Rundgang durch Breslau führt uns zur Dominsel und in das Universitätsviertel, zurück über den schönen und lebhaften Marktplatz, dem Rynek, zum Abendessen im „Pod Gryfami“ mit Schweinelendchen nach Art des Königs.

Tschenstochau, PL                                                             C. N 50o 48.657′ / E 19o 05.454′

Einkauf bei Lidl, der im katholischen Polen am Sonntag geöffnet hat. Dann geht es über Oppeln nach Tschenstochau. Direkt neben der Kirche auf dem „Hellen Berg“ (Jasna Gora) liegt ein Campingplatz auf dem wir noch einen schönen Platz finden. Es sind viele Engländer und Iren da, die sogar ihre eigene Waschmaschine mitgebracht, und neben dem Wohnwagen im Grünen aufgebaut haben. Wir machen uns auf zu einem Besuch des Paulinerklosters auf dem lichten Berg mit dem Bild der „Schwarzen Madonna“. Die ist allerdings am Sonntag derartig von Polen umlagert, dass ein Durchkommen unmöglich ist. Viel interessanter ist heute das Treiben der unzähligen Menschen, die die Allee herauf kommen, sich an unzähligen Devotionalienbuden, Heiligenstatuen und Papstbildern vorbei schieben und der Kirche zustreben. Das Ganze hier ist eine Mischung aus Familienausflug mit Jahrmarkt, naiver Frömmigkeit und katholischer Gelddruckmaschinerie. Erst am nächsten Morgen gehen wir noch einmal zur Kapelle mit dem Bild der „Schwarzen Madonna“. Dort wird bereits eine Messe gelesen, aber die Zahl der Besucher hält sich noch in Grenzen. An der Wand der Kapelle hängen Krücken, Ketten und Rosenkränze und flammende Herzen aus Metall.

Oswiecim (Auschwitz)                                                       S. N 50o 01.417′ / E 19o 11.878′

Nach Süden Richtung Kattowitz, der ehemaligen Hauptstadt und dem Industriezentrum Oberschlesiens. Südlich von Kattowitz liegt der Ort Pless (Pszczyna) mit dem Schloss, das ab 1846 der preussischen Adelsfamilie von Hochberg gehörte. Hier residierte Daisy von Pless und Friedrich Wilhelm II hatte hier während des ersten Weltkriegs sein Hauptquartier Ost. Wir schlüpfen in Filzpantoffeln und schlurfen durch die Räume, die wieder originalgetreu ausgestattet wurden. Besonders der Spiegelsaal ist eindrucksvoll.

Oswiecim (Auschwitz) liegt nur 20 km entfernt. Zwar kann man auf den großen Parkplätzen gegen Gebühr auch über Nacht bleiben, wir finden aber auf der Wiese vor dem katholischem „Zentrum für Dialog und Gebet“ einen schönen Stellplatz. Es gibt saubere Sanitäranlagen mit Duschen, Strom und Internet für 15 Euro die Nacht. Zum Museum Auschwitz sind es zehn Minuten zu Fuß. Fünf Stunden Marsch durch die Lager Auschwitz I (Stammlager) und Auschwitz II (Birkenau) haben uns dann am nächsten Tag physisch und psychisch geschafft. Nach einem Film über die Entwicklung und das Ende des Lagers beginnt eine zweistündige Führung auf Deutsch durch das Gelände und die Baracken des Stammlagers. Diese sind mit Fotos; Bildern und Originalgegenständen als Museum gestaltet. An manchen Orten, wie der Todeszelle von Maximilian Kolbe hätte man gerne länger verweilt. Nach dem Ende des Rundgangs brachte ein Bus die Gruppe zum Lager II- Birkenau. Ein riesiges Gelände, auf dem zeitweise 90.000 Menschen untergebracht waren. Es stehen nur noch wenige Baracken und die Krematorien haben die Nazis beim Rückzug gesprengt. Eindrucksvoll die Rampe an der die voll beladenen Züge ankamen und ein Arzt die Ankömmlinge sofort selektierte in Arbeitsfähige und solche, die gleich zum „Duschen“ gingen.

Krakau (Krakow)                                                                 C. N 50o 02.876’/ E 19o 52.801′

Auf der Landstraße nach Krakau hinein, die direkt beim ausgewählten Camping „Smok“ vorbei führt. Wir dann mit Bus und Straßenbahn zur ersten Besichtigung in die Stadt, was sich einfach gestaltet, da man Fahrscheine bei der Rezeption kaufen kann. Der Rynek Krakaus ist mit 200×200 m größer als der Breslaus. Die Tuchhallen teilen den Platz in der Mitte. Am Südende steht der Rathausturm und auf der Ostseite das Denkmal des Nationaldichters Mickiewicz und am Nordostende die imposante Marienkirche mit ihren zwei unterschiedlichen Türmen und dem berühmten Hochaltar von Veit Stoß.

Den nächsten Tag beginnen wir mit der Besteigung des Wawel Hügels an der Weichsel auf dem die Kathedrale und das Schloss, zwei der wichtigsten Baudenkmale Polens liegen. Besichtigung der Kathedrale, sicher der polnischste Ort Polens. Hier sind fast alle Könige Polens begraben dazu wichtige Poeten, wie Mickiewicz und Slowacki und Musiker, wie Chopin. Ein Sarkophag reiht sich an den anderen. Der letzte in der Reihe beherbergt Lech und Maria Kaczynski. Vom Wawel hinunter in das alte jüdische Viertel Kazimierz. Enge Gassen, kleiner Häuser und einige Synagogen prägen es noch immer. Inzwischen hat sich hier aber auch eine alternative Kunst- und Kneipenszene etabliert.Wir besichtigen die alte Synagoge, die heute ein Museum ist und die kleine Remuh Synagoge und den daneben gelegenen alten jüdischen Friedhof auf dem sich auch eine „Klagemauer“ aus von deutschen Soldaten geschändeten Grabsteinen befindet. Zum Abschluss besichtigen wir  noch die Räume der alten Krakauer Universität, die 1364 gegründet wurde und an der schon Kopernikus studiert hat. Besonders prächtig ist die Aula über deren Tür der Spruch „Plus ratio quam vis“ prangt (Verstand vermag mehr als Gewalt) prangt.

Przeworsk                                                                          S.  N 50o 03 678′ / E 22o 29 018′

Auf der N4 gen Osten. Die Autobahn ist kurz hinter Krakau zu Ende, die Straße dicht gepackt mit Lastwagen. Weiter nach Lancut. Dort steht eines der schönsten Schlösser Polens mit noch weitgehend originaler Einrichtung. Besitzer des Schlosses waren die Familien Ludomirski und Potocki. Ein Mitglied der Familie, Jan Potocki, hat den Roman „Die Handschrift von Saragossa“ verfasst. Mit einem Audioguide und Filzpantoffeln machen wir uns auf den Rundgang durch die Zimmer. Wir fahren 20 km weiter nach Przeworsk, wo sich ein Stellplatz befindet. An der Rezeption ist Niemand, aber es gibt Strom und Internet.

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