Nordostrumänien

Zurück in die Ukraine

Legende:  C.= Campingplatz;  S.= Stellplatz;   F.P.= freier Platz

Fundu Moldovei,      Bukowina                                 C.   N 47o 32.149`/ E 25o 24.978`

Von Czernowitz aus fahren wir nach Süden über die Grenze nach Rumänien. Die ukrainische Grenzabfertigung geht erstaunlich problemlos. Bei den Rumänen dauert es dann länger. Schließlich entdecke ich eine Spur für Diplomaten und EU Bürger, überzeuge den Polizisten davon, dass wir keine Waren dabei haben und schon stehen wir vorne. Nach 1 1/2 Stunden ist alles geschafft. Nach der Grenze biegen wir gleich nach Radauti und in die Karpaten ab. Viele Wagen tragen ein italienisches Kennzeichen: Rumänen, die in Italien arbeiten, da die Sprachen sich ähneln. Über Serpentinen geht es bis über 1000 m. Die Karpaten ähneln auch hier sehr dem Schwarzwald. Eine liebliche Landschaft. Bei Campulung erreichen wir wieder die Hauptstraße und bald darauf das Dorf Fundu Moldovei mit dem Campingplatz eines holländischen Ehepaares. Alles sehr sauber und ordentlich, Strom und Internet. Wir bleiben drei Nächte.

Am nächsten Tag dehen wir eine Besichtigungsrunde  zu den Moldauklöstern. Wir starteten mit dem Kloster Moldovita dann folgte Kloster Sucevita, zwei der bekanntesten und best erhaltenen Klöster. Die Klöster sind eine Besonderheit, da nicht nur das Innere, sondern auch die Außenwand vollständig bemalt ist. Die Wetterseite (Norden) ist bei den meisten allerdings inzwischen verblasst. Grund für die Außenbemalung ist, dass in den kleinen Kirchen zumeist nur die höhere Gesellschaft Platz hatte und das Volk draußen stehen musste. Um auch ihnen die biblischen Motive nahe zu bringen, wurden die Kirchen auch von außen bemalt, eine „gemalte Bibel“ für das gemeine Volk. Sensationell sind die gut erhaltenen Farben, da alles zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, wurde inzwischen viel restauriert. Die meisten waren als Wehrkirchen konzipiert und von Mauern und Wehrtürmen umgeben. Sie stammen aus dem 16. Jahrhundert. Im Ort Moldovita besuchen wir das „Eiermuseum“. Hier lebt eine Künstlerin, die diese Tradition pflegt und durch neue Motive und Techniken weiter entwickelt hat. Dann geht es etwas abseits zum wenig besuchten Kloster Arbore, das nicht so gut erhalten ist, dafür aber den Touristenströmen entkommt. Als die Sonne schon tief steht gelangen wir noch zum Kloster Humorolui mit einem separaten Glockenturm.

Am nächsten Tag, einem Sonntag, nimmt uns unser Gastgeber mit zu einem rumänisch-orthodoxen Gottesdienst. Die orthodoxen Gottesdienste dauern ca. drei Stunden, es kann aber jeder kommen und gehen, wann er will. Eine Sitzreihe gibt es nur entlang der Wand für Ältere, der Rest steht, bzw. kniet, wenn es angebracht ist. Mehreren Männern, darunter mir, wurde ein Kerzenständer in die Hand gedrückt und wir stellten uns im Kreis um das Lesepult auf und die Priester begannen aus der Bibel zu lesen. Dann marschierten Frauen mit lauter Lebensmitteln herein, Brot, Wein, Kuchen. Das ist für die Verstorbenen, damit es ihnen gut geht. Wenn alles gesegnet ist, wird der Tisch auf dem die Dinge stehen auf und ab gehoben, so eine Art Tischrücken, und alle fassen sich gegenseitig an Arm und Schulter. Damit treten sie Kontakt zu den Toten. Für uns ein sehr eigenartiges Ritual, wie die ganze Zeremonie stark ritualisiert ist. Nach der Kirche sind wir dann ein Stück weiter das Tal hinauf gefahren, haben das Auto abgestellt und sind 4 km leicht bergauf zum Nonnenkloster Orata gewandert, das malerisch auf einer Bergwiese liegt.Traditionell werden die Teilnehmer des Gottesdienstes von den Nonnen anschließend zum gemeinsamen Essen eingeladen. Auch wir können daran teilnehmen. Es gibt eine Gemüsesuppe und einen Krauteintopf, wir bedienen im Gegenzug den Spendentopf.Der Kirchenbesuch und die Wanderung wird vom Besitzer des Campingplatzes angeboten.

Lacul Stinca- Costesti bei Stefanesti                          F.P. N 47o 55.247´ / E 27o 07.673′

Wir fahren weiter nach Osten, Richtung Grenze zu Moldawien. Zunächst aber Halt beim Kloster Voronet, das vor allem an der Stirnseite wundervolle Bemalungen aufweist. Die Bilder an der Südseite strahlen in Lapislazuli Blau. Das vierkammerige Innere ist ebenfalls vollständig bemalt. Weiter nach Suceava, das wir mittags erreichen. Nach einigem Suchen finden wir die richtige Straße ostwärts nach Botosani, was noch einmal 40 km sind. Noch einmal tanken, wer weiß wie das in Moldau aussieht. Dann geht es auf zum teil schlechter Straße weiter Richtung Grenze. Teils ist die Fahrbahn weggebrochen, teils fehlt sie zeitweise ganz und es geht über Schotter und Schlaglöcher. Dann sind wir  in Stefanesti an der Grenze. Dort wollen wir erst mogen hinüber, also suchen wir einen Übernachtungsplatz und finden ihn auf einer großen Weidefläche für Kühe 15 km nördlich des Ortes, direkt oberhalb eines Stausees des Prut. Die Ruhe wird nur durch einen gelegentlich vorüber fahrendes Pferdefuhrwerk unterbrochen. Am nächsten Morgen werfen uns zwei Grenzbeamte aus den Betten und wollen unsere Pässe sehen. Mit freundlichem Gruß wünschen sie uns gute Fahrt.

Die Reise geht weiter in Moldawien