Armenien

Zurück nach Georgien

Legende:  C.= Campingplatz; S.= Stellplatz; F.P.= freier Platz;

Wohnmobilreise Armenien

Odzun                                                                 F.P.   N 41o 03.803′ / E 44o 36.871′

Wir suchen uns mühsam und mit mehrfachem Fragen den Weg nach Marneuli, aber die georgischen Menschen sind hilfsbereit und zeichnen mir den Weiterweg in den Staub auf ihren Kühlergrill. An der Grenze ist die georgische Abfertigung ist schnell und routiniert. Auf armenischer Seite wird es dann komplizierter. Erst behauptet der Beamte unsere Visa, die wir uns bereits in Deutschland besorgt hatten, seien nicht mehr gültig. Vermutlich möchten sie die Gebühren für neue kassieren. Aber ich beweise ihm das Gegenteil. Dann kommt ein Vorgesetzter und verschwindet mit unseren Pässen im Gebäude, wir müssen warten. Endlich taucht er wieder auf und bestätigt, dass alles in Ordnung ist. Dann zur Wechselstube. Kurs: 1 Euro 500/ 1 Dollar 370 Dram. Dann zur „Customs Brokery Agenca“, was immer das ist. Hier muss ich 21.500 (65 Dollar) Dram einzahlen damit ich das Auto in Armenien fahren darf und bekomme dafür mehrere DIN A4 Blätter in die Hand. Dann zur Versicherung. Die Summe ist niedrig, die Gebühren auch, 3700 Dram. Dann nach 1 ½ Stunden haben wir endlich freie Fahrt. Wir fahren in das enge Tal, das der Fluss Debed tief zwischen steile Felswände eingeschnitten hat. Wir sind fasziniert von der wunderbaren Landschaft und entsetzt vom Zustand der Häuser und Dörfer. Zahlreiche Industriebrachen und zerfallene Häuser säumen das Tal. Umso schöner sind die alten Klöster, die uns überraschen, da sie völlig anders als die Kirchen in Georgien sind. Wir besuchen zunächst das UNESCO Weltkulturerbe Haghpat, das ebenso wie Sanahin über eine Serpentinenstraße hoch über dem Tal erreicht wir. Beides eindrucksvolle Anlagen mit mehreren Kirchen. Dann fahren wir noch nach Odzun hinauf, wo eine alte Bischofskathedrale zu sehen ist. Sie liegt imposant inmitten einer grünen Wiese und daneben steht ein altes Grabmal mit zwei Stelen im Zentrum. Es wird Zeit einen Platz für die Nacht zu suchen. Hinter dem Sportplatz des Dorfes werden wir fündig, neugierig beäugt von der Fußball spielenden Dorfjugend.

Am Sevan See vor Matuni, 1900 m                          F.P.   N 40o 16.883′ / E 45o 12. 962′

In Vanadzor kaufen wir armenischen Cognac ein. Dann geht es weiter nach Osten nach Dilijan kurz danach geht es durch einen wunderbaren Laubwald, der schon die erste Herbstfärbung trägt, hinauf zum Kloster Haghartsin.Wir sind überrascht in welcher Pracht es sich zeigt, alles frisch renoviert, neue Türen, Steine ersetzt und neu behauen, ein wahres Schmuckstück. Ein Priester, der Deutsch spricht, da er sechs Monate in Eichstädt studiert hat, erklärt uns, dass ein reicher Scheich aus Quatar sich in die alten Kirchen verliebt hat und die ganze Renovierung finanziert hat. Von Dilijan aus fahren wir dann durch einen Tunnel zum Sevan See, der auf 1900 m liegt. Von hier bis nach Yerewan sind es nur noch gut 50 km, was man am Besucherandrang beim Sevankloster merkt. Auf einer Halbinsel im See liegen auf einem kleinen Hügel zwei Kirchen und Ruinen der weiteren Gebäude zu denen man über Steinstufen hinauf steigt. Der schöne Blick auf den großen See ist fast interessanter als die Kirchlein. Bei Hayravanksteht die nächste Kirche malerisch auf einem Felsen am See. Ein toller Anblick! Nur wenige Kilometer weiter finden sich die auf einem Friedhof die Kreuzsteine (Chatsch’khare) von Noratus. Eine große Anzahl von Steinen in die unterschiedliche Formen von Kreuzen gemeißelt sind. Wir machen uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz. Am See vor Matuni geht es hinunter auf eine große Wiesenfläche. Leider führt der Weg durch Sanddornbüsche, die heftig an unserem Wagen kratzen. Der Blick auf den See und die Berge in der Abendsonne entschädigen aber für alle Mühe.

Kloster Vorotnavankh, 1500 m                              F.P.   N 39o 29.786′ / E 46o 07.245′

Am Morgen hatten wir dann einen wunderbaren Sonnenaufgang über dem Sevan See. Als wir uns umschauen leuchtet hinter uns eine schneebedeckte Bergkuppe, auf den Dreitausendern um uns herum war über Nacht Schnee gefallen. Dann in Martuni hinauf zum Selimpass. Und plötzlich leuchtet der schneebedeckte des Ararat in der Ferne auf. Auf 2400 m fiel die Temperatur dann unter Null, aber die Sonne wärmte uns schon in der wenig darunter liegenden Karawanserei. Ein wunderbares Gebäude mit einem Eingangsgebäude mit Verzierungen an den Türstürzen und einem langgezogenem Schlaftrakt für Tiere und Menschen. Wir kommen wieder hinunter ins Tal, es wird wärmer, die Sonne scheint vom blauen Himmel. Wir versuchen das Kloster Tsakhatskar zu erreichen, was an der immer schlechter werdenden Straße scheitert, die nur noch mit Allrad oder zu Fuß zu bewältigen ist. Bei Getap stoßen wir dann auf die gut ausgebaute M 2, die von Yerevan kommt und biegen bald darauf nach Gladzor ab. Dort ist in einer alten Kirche ein kleines Museum eingerichtet. Einige Kilometer weiter liegt dann die Kirche Vernashen, die wir noch anschauen. Weiter auf der Hauptstraße nach Süden. Die iranischen LKW’s nehmen deutlich zu, die Straße führt in den Iran und nach Berg-Karabach. In Sisian biegen wir ab und fragen uns zum Kloster Vorotnavankh durch, das einsam auf einer Felskuppe über dem Fluss Vorotan lieg. Hier ist es völlig einsam und da es bereits Abend ist, beschließen wir für die Nacht zu bleiben.

Armash                                                               F.P.   N 39o 47.291′ / E 44o 47.168′

Wir machen uns auf den Weg zum südlichsten Punkt unserer Armenientour, dem Kloster Thatev, kurz vor Goris. Man fährt von der Hauptstraße ab in eine Schlucht hinein, steil geht es hinunter zur Teufelsbrücke. Am Gegenhang auf einem Felsen sieht man bereits das Kloster liegen. An der Brücke endet die gute Teeerstrasse und es beginnt eine breite Schotterpiste, die sich in endlosen Serpentinen steil den Gegenhang empor windet, bis man das Kloster erreicht hat. Man kann es sich inzwischen allerdings auch einfacher machen und mit der längsten Schwebebahn der Welt, den „Thatev Wings“, über die Schlucht hinüber gleiten. Das Kloster hat viele Nebengebäude und eine herrliche Lage über der Schlucht. Nach ausgiebiger Besichtigung fahren wir wieder zurück über die Teufelsbrücke auf die Hauptstraße und statt Richtung Iran, wenden wir uns gen Norden. Bald kommt die Abzweigung zum Kloster Noravank. Man fährt durch eine enge Schlucht mit einem Wasserfall, die Felsen sind eisenhaltig und rot gefärbt. Auf einem Felsen über dem Tal thront das Kloster. Zwei Kirchen, von denen die ein zweistöckig ist. Beide haben wunderbare Portale mit bildlichen Darstellungen. Beim kleinen Dorf Areni kaufen wir an der Straße etwas Wein. Der Ort ist das Zentrum der Weinproduktion Armeniens. Dann machen wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz für die Nacht, denn Yerevan ist nicht mehr weit. Bei Armash fahren wir etwas den Hang hinauf bis vor den Friedhof des Ortes. Hier stehen wir gut und abseits der Hauptstraße und haben den kleinen und großen Ararat im Blick.

Marmaschen bei Gyumri                                       F.P.  N 40o 50.596′ / E 43o 45.355′

In der Nacht geht ein mächtiges Gewitter nieder und ich bin froh, dass wir auf festem Grund stehen. Als es hell wird ist der Himmel wolkenverhangen und der Ararat verbirgt sich hinter einer dichten Wolkendecke. Wir fahren zum Kloster Khor Virap, das direkt unterhalb des Ararat an der türkischen Grenze liegt. Die Klostergebäude sind nicht berauschend, aber die Lage und der Blick auf den Ararat sind überwältigend. Direkt unterhalb verläuft der Grenzzaun zur Türkei und auf der anderen Seite sieht man die türkischen Wachttürme. Wir aber fahren nach Yerevan hinein, finden relativ leicht ins Stadtzentrum und einen Parkplatz. In der Stadt treffen wir Tahere, eine iranische Studentin aus Teheran, die seit 7 Jahren Medizin in Yerevan studiert und gut Englisch spricht. Sie freut sich, Deutsche zu treffen und bietet an, uns etwas von Yerevan zu zeigen. Ein Angebot, dass wir gerne annehmen. Wir verlassen die Stadt am Flughafen vorbei nach Westen um uns die Kathedrale von Edschmiasin, ein UNESCO Weltkulturerbe, anzusehen. Sehr alte schlichte Kirche in der heute, am Samstag, eine Hochzeit nach der anderen, wie am Fließband stattfindet. Weiter nach Norden auf der M1 zur Grenze, mit einem Abstecher zur Karawanserei und Kirche von Aruch. In der zweitgrößten Stadt Armeniens, Gyumri, finden wir mühsam und mit viel Fragerei den Weg hinaus nach Marmaschen. Zur Kirche, wo wir übernachten wollen muss man hinter dem Ort abbiegen und steil hinunter in ein Tal fahren. Ein idealer, romantischer und ruhiger Stellplatz. Als es Dunkel wird, geht malerisch die Mondsichel über der Kirche von Marmaschen auf. Ein wunderbarer Abschluß der Rundfreise durch Armenien.Es folgte noch ein Fahrtag von Armenien bis in die Türkei! Zur Grenze nach Georgien. Die Grenzabfertigung auf armenischer Seite ist freundlich, aber bürokratisch. Viele Papiere und Stempel sind anzufertigen. Bei der „Bank“, die aus einem Sofa, PC und Geldschrank in einem winzigen Raum besteht muss ich noch einmal 6600 Dram, ca 12 Euro für „custom documents“ bezahlen, um wieder ausreisen zu dürfen. Die Georgier sind wesentlicher effektiver und schneller, arbeiten mit Gesichtserkennung und da wir kein Visum brauchen, gibt es nur einen Stempel. Der Zoll interessiert sich ausschließlich für die Inneneinrichtung unseres Wohnmobils, dann sind wir, nach einer Stunde, wieder in Georgien und fahren auf einer ordentlichen Straße nach Achalkhalaki. Hier weist ein nagelneues Schild zum Grenzübergang in die Türkei. Der neue Grenzübergang zum Cildirsee und nach Kars scheint also fast fertig zu sein (vorher erkundigen). Wir fahren weiter, immer entlang eines Flusses durch ein wunderbares Tal nach Achalzike. Wir beschließen über Vale direkt in die Türkei zu fahren, da dies eine landschaftlich besonders schöne Strecke sein soll. Der Grenzübergang wird grade neu gebaut und wir müssen uns durch eine Baustelle schlängeln. Weder auf georgischer, noch auf türkischer Seite gibt es irgendwelche Probleme und nach einer halben Stunde sind wir in derTürkei. Wir fahren nun durch eine typische anatolische Hochebene, mit braunen Weiden für Kuh- und Schafherden und schneebedeckten Gipfeln über einen 2550 m hohen Pass. Tolle Landschaft. Die Straße geht dann langsam hinunter nach Ardahan. Dann geht es wieder auf 2400 m auf eine Hochebene hinauf mit herrlichem Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Kaçkar Gebirges, eines Gebietes, das früher zu Georgien gehörte und in dem auch noch georgische Kirchen stehen. Die Landschaft gleicht einem Alpenpanorama. Nach dem Pass windet sich die Straße in vielen Kehren hinunter zum Ort Savcat und folgt dann einem Fluss in das Tal hinein. An einer kleinen Abfahrt zu einem Dorf finden wir einen Stellplatz am Fluss.  F.P. N 41o 16.031′ / 42o 17.422′

Die Reise geht zurück nach Georgien und weiter in die Türkei