Der Südwesten

Mit dem Wohnmobil durch Marokko

Zurück in den Süden

20. Tag    Foum Zguid, Camping „Sable D’or“     Kosten 4 Euro

C. N 30* 04.013′ / W 06* 51.969′

Wir fahren zurück nach Agdz,  tanken wir noch mal, bevor wir nach Südwesten in den Antiatlas und auf die südlichste Straße unserer Route abbiegen. Dann wird die Straße schlecht mit vielen Schlaglöchern und LKW aus den Minen bei Bou-Azzer. Nach der Einmündung in die N12, die von Tazenaght her kommt, wird der Straßenbelag wieder besser und die Straße zweispurig. Landschaftlich ist die Strecke sehr schön, wir durchfahren kleine Oasen vor den Bergrücken des Antiatlas. Wir erreichen die Oase Forum Zguid. Bei der Einmündung der Piste von M’Hamid, die wir ja gestern bis zur Hälfte gefahren sind, liegt der kleine Campingplatz Sable D’or. Es gibt keinen Strom, aber Toiletten und Duschen sind vorhanden.

21. Tag    Icht, Camping Borj Biramane     Kosten 8 Euro

C. N 29* 03.547′ / W 08* 51.212′

Die Fahrt bis Tissint ist faszinierend. Wir sind fast alleine auf der Straße, die Landschaft mit den Bergrücken und kleinen Dünen ist nicht spektakulär, aber die Weite  und  Einsamkeit der Landschaft üben eine große Faszination aus. In Tissint halten wir an den kleinen Wasserfällen, die einen  Stausee speisen. Der alte Ortsteil liegt am Steilhang eines Canyons an dessen Grund Wasser fließt und Palmen wachsen. Dann geht es weiter nach Tata, einem größeren Ort, in dem wir einkaufen. Danach wird die Strasse wieder schmaler und führt durch endlose Steinwüsten (Hamadas). Uns begegnen kaum Fahrzeuge, dafür immer wieder Dromedare, ab und an kommen wir in kleinen Oasen an einigen Lehmhäusern vorbei. Nach weiteren 60 km folgt Akka, ein eher trostloser, staubiger Ort, der auch im „wilden Westen“ liegen könnte, zumal die Sonne gnadenlos auf uns herunter brennt. Am Nachmittag erreichen wir den kleinen Ort Icht. Wir haben erst einmal genug von der Fahrerei und beschließen in der Ferienanlage von zwei französischen Brüdern zu bleiben. Hier übernachten überwiegend Allradfahrer in Zelten und Hütten. Wir sind das einzige Wohnmobil. An der Bar gibt es Alkohol und abends ein leckeres Menü für 130 MAD (13 €) pro Person. Eine schöne Abwechslung, auf etwas französische Lebenskunst in der Wüste zu treffen.

22. + 23. Tag    Sidi Ifni, Camping El Barco     Kosten 7 Euro

C. N 29* 23.03′ / W 10* 10.46′

Bei der Abzweigung nach Amtoudi verlassen wir die Hauptstrasse und fahren 30 km Richtung Antiatlas bis  der kleine Ort Amtoudi am Ende einer Schlucht erreicht ist. Hoch oben auf einem Felsen liegt Id Aissa, die älteste Speicherburg (Agadir) Marokkos. Hierher haben sich früher die Menschen aus den Dörfern zurückgezogen, wenn ihnen Gefahr drohte, ähnlich den Wehrkirchen in der christlichen Kultur. Ein steiler Pfad windet sich den Felsen empor.Nach einer halben Stunde sind wir oben und haben einen phantastischen Rundblick. Aber die Enttäuschung ist groß als wir am Eingang der Burg vor verschlossenem Tor stehen.Später erfahren wir, dass unten im Dorf ein Mann mit dem Schlüssel wohnt, der dann durch die Anlage führt. Also erst im Dorf nach einem Führer fragen.

Zurück auf die Haupstrasse und weiter nach Guelmim, einer hässlichen Garnisonsstadt an der Grenze zur Westsahara. Wir biegen zur Küste nach Sidi Ifni ab. Die Straße schlängelt sich 50 km durch das Küstengebirge. Jetzt sind die Berghänge wieder grün, ganze Opuntienwälder mit ihren gelben Blüten bedecken sie und Arganienbäume säumen die Strasse. Deren Öl und die daraus hergestellten Produkte kann man bestens bei einer Frauenkooperative im Ort Mesti kaufen. Weiter geht es nach Sidi Ifni, direkt auf den Camping am Wasser. Nur eine kleine Mauer und eine Strandpromenade trennt uns vom Meer. Zeit die Vorräte auf zu füllen.

24. Tag     Aglou Plage, Campingplatz     Kosten 8 Euro   

C. N 29* 48.218′ / W 09* 49.647′

Weiter entlang der Atlantikküste. Schon bald kommt der Abzweig zum Strand von Legzira. Auf dem Felsplateau entsteht eine neue Feriensiedlung, davor geht eine Schotterstraße steil nach unten zum Strand. Vorsicht mit großen Wohnmobilen! Wir gehen den noch einsamen Strand entlang zum Felsentor, das das Wasser in einen zum Meer hinziehenden Felssporn gewaschen hat. Das Durchschreiten ist nicht ungefährlich, denn über uns hängen große Steine, die aussehen, als könnten sie jeden Moment herunter fallen. Weiter durch Mirleft immer an der Steilküste entlang bis Aglou Plage. Der Campingplatz am Ortsanfang von Aglao Plage ist sehr gepflegt mit parzellierten Stellplätzen und fast perfekten Sanitäranlagen.

25.Tag     Ait Mansour     Keine Kosten   F.P. N 29* 32.872′ /W 08* 52.611′

Wir verabschieden uns vorerst vom Atlantik und fahren ins Landesinnere nach Tiznit, dessen Altstadt komplett von einer Mauer umgeben ist durch die einzelne Tore führen. Dann geht es weiter in den Antiatlas, Richtung Tafraoute. Die Straße ist jetzt von Opuntien und Arganienbäumen gesäumt, deren gelbe Früchte in der Sonne leuchten. Wir wählen eine alternative Route über Izerbi. Von dort ist die ehemalige Piste nach Ait Mansour inzwischen geteert, da in den Bergen hinter Afella eine Mine liegt und viele Lastwagen mit Gestein die Strecke fahren. Das Sträßchen ist schmal, aber gut und führt durch eine traumhafte Landschaft. Kahle Bergrücken mit rötlichem Gestein wechseln ab mit tiefen Schluchten, in denen einzelne Palmen wachsen. Nachdem wir den letzten Pass überwunden haben erreichen wir Afella. Der Abzweig in die Mansour Schlucht ist nicht leicht zu finden. Fragen! Zunächst vorbei an kleinen Dörfchen, die an den Berghängen kleben mit zerfallenen Ksars, dann hinab in die Oase und weiter im Tal entlang, bis wir an einen Stellplatz unter Palmen mitten in der Schlucht kommen. Eine nette „Aufseherin“ begrüßt uns und wir suchen uns einen Schattenplatz unter großen Palmen. Ein perfekter Platz weitab der vollen Campingplätze in Tafraoute. Für das Übernachten geben wir der Wächterin 20 Dirham, etwa 2 Euro, und sie ist hoch zufrieden.

26. Tag    Taroudant,  an der Stadtmauer     keine Kosten

F.P. N 30* 28.5 1′ / W 08* 52.78′

Wir fahren aus dem Tal heraus, vorbei an den in der Ferne leuchtenden bemalten Steinen und einem Felsen namens „Napoleons Hut“ bis ins Zentrum von Tafraoute. Ein nettes kleines Städtchen und ein Zentrum der Herstellung von Barbouschen, die man günstig auf dem Markt kaufen kann. Dann fahren wir in das Ammelntal, dem Siedlungsgebiet des Berberstammes der Ammeln. Die Dörfer sind dicht an die Felswände gebaut und die alten Dorfteile, die nicht mehr bewohnt sind ziehen sich noch den Hang hinauf. In Oumesdat besichtigen wir ein traditionelles Berberhaus, unten die Ställe, darüber eine zentrale Küche mit umgebenden Schlafräumen für die Familie und ganz oben ein Empfangsraum für Gäste und die Terasse. Ein lohnender Besuch gegen einen kleinen Obulus. In einem Bogen zurück nach Tafroute. Kurz vor dem Ort biegt eine Piste, die gerade geteert wird zu den bemalten Steinen ab. Ein belgischer Künstler hat hier vor vielen Jahren große Felsbrocken vorwiegend in Blau und Rosa bemalt. Die Farbkleckse mitten in der Felslandschaft bieten eindrucksvolles Bild. Wir fahren weiter Richtung Agadir auf malerischer kleiner Straße vorbei am Agadir Tizrgane, der hoch auf einem Felsen thront. Hinter Ait Baha flacht sich der Antiatlas ab und wir biegen nach Norden in das Sous Tal ab in dem die Straße von Agadir nach Quarzazate verläuft. Hier wird in großen Plantagen Obst angebaut, Bananen, Orangen und Auberginen. Um 18 Uhr erreichen wir Taroudant, dessen Medina und Kasbah komplett von einer Mauer umgeben ist. Auf einem Parkplatz an der Stadtmauer finden wir einen Stellplatz, nicht gerade das ruhigste Plätzchen.

27. + 28. Tag    Marrakech, Camping „Le Relais de Marrakech“     Kosten 9 Euro

C. N 31* 42.405′ / W 07* 59.409′

Wir wollen heute über den Tizn-Test Paß nach Marrakesch fahren und sind gespannt, was uns erwartet. Zunächst geht es  noch einige Kilometer durch das Sous Tal, vorbei an endlosen Orangen- und Bananenplantagen. Dann die Abzweigung zum Hohen Atlas, bis Marrakesch sind es knapp 200 km. Die Straße wird schmal, der Asphalt ist seitlich ausgefranst und hat viele Schlaglöcher. Dann geht es in die Berge, das einspurige Sträßchen windet sich in Serpentinen am Hang entlang, neben uns geht es einige Hundert Meter hinunter, eine Seitenbegrenzung gibt es nur gelegentlich in Form einer kleinen Mauer. Zum Glück fahren wir erstens an der Bergseite empor und zweitens ist so gut wie kein Verkehr. Ausweichen würde zu einer Angstschweiß treibenden Angelegenheit. So kommen wir glücklich auf dem 2100 m hohen Paß an. Danach geht es etwas sanfter weiter und der nächste Halt ist bei der alten Moschee von Tin Mal aus dem 12. Jahrhundert. Sie ist der Entstehungsort der Dynastie der Almohaden. Von deutschen Architekten sehr schön restauriert, liegt sie auf einem Hügel seitlich des Tals. Unbedingt anschauen! Dann geht es weiter das lange gewundene Tal hinunter nach Asni. Hier zweigt eine kleine Straße zum höchsten Berg des Hohen Atlas, dem Djebel Toubkal ab. 17 km holpern wir bergauf bis zum Dorf Imlil. Bei der Ankunft sind wir entsetzt. Was wir uns als ruhiges, romantisches Bergdorf vorgestellt haben, ist eine Gasse zwischen den Häusern, die mit Touristen, Souvenirläden und Schleppern zugestellt ist.Wir flüchten umgehend. Es geht nun noch 40 km das Tal hinaus nach Marrakesch. Leider müssen wir zum Camping durch die ganze Stadt hindurch, kommen aber am Großkaufhaus Merdjane vorbei, wo wir unsere Vorräte auffüllen können. Der Campingplatz liegt in der Nähe, ist unter französischer Leitung, hat ein Pool und ordentliche Sanitäranlagen.Zur Besichtigung der Stadt läßt man sich am besten mit dem Taxi zum zentralen Platz Djamaa el-Fna mit der Koutubia Moschee fahren. Wir haben einen Tag den Bahia Palast, den Palst El-Badi, das Bab Aglou und die Saalier Gräber besichtigt und sind am nächsten Tag durch den Suq gebummelt bis zum alten Palast mit dem islamischen Museum. Direkt dahinter liegt die Medersa Ben Youssef, eine wunderbare alte Koranschule. Zurück durch die Seitengassen des Suq. Zwei Tage Zeit sollte man sich für Marrakesch nehmen.

Hier geht die Reise weiter an die Antlantikküste