Der Süden – Hoher Atlas

Mit dem Wohnmobil durch Marokko

 

Legende:  C.= Campingplatz; S.= Stellplatz; F.P.= freier Platz;   * = Grad

10.+ 11. Tag     Fes, Camping „Diamant Vert“       Kosten: 9 Euro

C. N 33*59.230′ / W 05* 01.105′

Nach ca.80 km erreichen wir Fes. Der Campingplatz „Diamant vert“ liegt am südlichen Stadtrand, bietet viel Platz, warme Duschen und Internet, aber keine Einkaufsmöglichkeit. Das Einkaufszentrum „Marjane“ liegt aber in der Nähe, einen Verkehrskreisel weiter. Die Rezeption des Camping besorgt ein Taxi zur Fahrt in die Altstadt und zurück, sicherlich zu absolut überhöhten Preisen, aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht, es sei denn man nimmt den eigenen Wagen. Deutschsprachige Stadtführungen werden ebenfalls von der Rezeption vermittelt.

12. Tag     Midelt, „Camping Municipal“     Kosten 4 Euro

C. N 32* 40.414′ / W 04* 44.156′

Wir verlassen Fes nach Süden und fahren in den mittleren Atlas. Hier liegen die beiden mondänen Skiorte und Sommerfrischen Ifrane und Azrou. Häuser im Chaletstil, gepflegte Grünanlagen, breite Straßen, Orte für die reichen Marokkaner. Um Azrou fahren einen kleinen Bogen durch die Berge, durch herrliche Zedernwälder und steinige grüne Wiesen auf denen zahllose Schafe grasen. Weiter geht es auf 2000 m durch die Berge bis sich die Straße in die Ebene zwischen mittleren und hohen Atlas senkt. Wir steuern den Campingplatz von Midelt an, der asphaltierte Stellplätze und Rasenplätze bietet. Die Sanitäranlagen sind nur mit den marokkotypischen Einschränkungen zu benutzen. Kein Internet.

13.+ 14. Tag   Marzouga, Erg Chebbi, Auberge „Le Petit Prince“

Kosten 5 Euro     C. N 31* 05.868′ / W 04* 00.395′

Wir verlassen die Ebene von Midelt und fahren auf ca. 2000 m hinauf auf die Ausläufer des Hohen Atlas. Hübsche Bergketten wechseln sich ab mit steinigen Hochebenen. Wir passieren Rich, wo wir auf den Fluss Ziz stoßen. Anschließend folgt die Schlucht von Ziz mit steilen Felswänden. Dann weitet sich das Tal und unterhalb des Hochplateaus liegen im breiten Flussbett Oasen mit Dattelpalmen und kleinen Dörfern. Wir passieren Ar-Rachidia und kommen bald darauf zur Source bleu de Meski, einer gefassten Quelle in einer kleinen Dattelpalmenoase mit Schwimmbecken, Café, einem Campingplatz und vielen Souvenirshops. Über Erfoud und Rissani fahren wir auf die Sanddünen des Erg Chebbi zu, der einzigen größeren Sanddüne in Marokko. Das kleine Dorf Marzouga am Rande der Düne besteht im wesentlichen aus einer Ansammlung  einfacher Herbergen, in die uns zahlreiche Schlepper zu lotsen versuchen. Auf Empfehlung steuern wir gezielt den „Petit Prince“ an. Im kleinen Innenhof haben wir einen Platz direkt an der Düne bei den Kamelen. Wir haben einen wunderbaren Blick auf Palmen, Sanddünen und Touristengruppen, die für eine Nacht auf den Kamelen in die Wüste starten. Die Herberge hat ein kleines Restaurant, das vorzügliche Tajines bereitet und zum Sonnenuntergang erklimmen wir die Düne vor unserem Wohnmobil.

15. Tag    Lac Tislit  bei Imichel, Hoher Atlas, 2300m     Kosten 6 Euro

C. N 32* 11.795′ / W 05* 38.550′

Zunächst vom Erg Chebbi zurück bis nach Arfoud, dort auf die Nebenstraße nach Goulmima. Es folgen eine Reihe von Wartungsschächten der alten Wasserleitungen „Fogghara“, die wie Maulwurfshügel in der Landschaft stehen. In der Ferne sieht man dann die „Himmelstreppe“ des deutschen Künstlers H.-J. Voth, die nur mit Führer für viel Geld zu besichtigen ist. Dann biegt ein kleines Sträßchen direkt nach Goulmima ab. Man fährt durch wunderbare Palmenoasen in denen Gerste angebaut wird. In Goulmima biegen wir dann auf das einspurige Sträßchen in die Rheris Schlucht ab. Eine tolle Landschaft mit steilen Felsen, die den Fluss in der Tiefe begleiten und gelegentlich eine Oase mit einigen Dörfern am Flussbett. In Amellago haben wir die Schlucht hinter uns und fahren auf guter Teeerstrasse 50 km Richtung Rich durch ein eher langweiliges Hochtal. Vor Rich biegen wir nach Westen Richtung Imichel ab, was noch einmal 100 km sind. Es geht immer entlang des Flusses Ziz durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Steile Ufer, hohe Berge mit eindrucksvollen Gesteinsschichtungen, kleine Dörfer mit Oasen am Flussufer wechseln sich ab. Wir sind auf 2000 m empor geklettert und es ist deutlich kühler geworden. Wir passieren Imichel und fahren zum See Tislit. Bei der kleinen Auberge du Lac mit seiner sehr netten Wirtin gibt es einen Stellplatz ohne Strom, direkt am See. Toilette und Dusche sind in der Auberge.

16. Tag     Dades Schlucht, Camping „Berbère de la montagne“

Kosten 7 Euro      C. N 31* 33.430′ / W 5* 54.552′

Besuch des Marktes von Imichel.Nachdem wir den 2700 m hohen Pass Tizi-Tirherhouzine passiert haben, geht es  hinab in die Todhraschlucht. Eine einsame schöne Landschaft in einem engen Tal mit imposanten Felswänden nimmt uns in Empfang. Plötzlich kommen Reisebusse und Souvenirstände in Sicht und wir wissen, dass wir die engste Stelle der Schlucht erreicht hatten. Bis hier fahren die Touristenbusse von der Oase Tinehir her und wenden dann wieder. Auch wir fahren nun dort hinunter und dann die Hauptstraße weiter nach Boumalne, wo wir in die Dades Schlucht abbiegen. Sie hat einen anderen Charakter, man sieht rundliche, bizarre Felsformationen, einige alte Kasbahs. Die Straße windet sich in engen Serpentinen nach oben, so dass man von oben in die Schlucht hineinschaut. Wir passieren die engste Stelle der Schlucht an der die Strasse direkt neben dem Flussbett liegt. Am Ende der Schlucht, wo sich Tal wieder weitet liegt unser Hotel mit Camping.

17. Tag    Ait Ben Haddou, Camping „Kasbah du Jardin“     Kosten 7 Euro

C. N 31* 02.830′ / W 07* 08.129′

Zurück auf die „Strasse der Kasbahs“ und weiter nach Quarzazate, dem Zentrum der marrokanischen Filmindustrie. Viele berühmte Regiseure haben hier ihre Wüstenfilme gedreht. An der Straße liegen einige der meist verfallenen Lehmburgen, die einst Sitz ganzer Familiensippen waren. In Skoura biegen wir in die Oase ein, überqueren auf einer Piste das trockene Flussbett des Dades und halten vor der Kasbah Amerhidil, die noch immer in Familienbesitz ist und privat unterhalten wird und besichtigt werden kann. Ein absolut lohnender kleiner Abstecher, den man nicht versäumen sollte. In Quarzazate dann zur Kasbah Taourirt, die im Vergleich zur vorigen sehr touristisch ist. Die Räume sind verwinkelt und erstrecken sich über eine große Fläche. Viele Zimmer haben schön verzierte Holzdecken. Gegenüber liegt das Filmmuseum. Dann geht es weiter nach Ait Ben Haddou, das zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Den kleinen Fluss im Qued kann, aber muss man nicht mehr auf Sandsäcken überqueren, inzwischen gibt es auch eine Brücke. Das Innere des Ksar ist touristisch ausgebaut worden, viele Läden und gemauerte Steintreppen, die durch die Gassen führen bis oberhalb der Häuser, von wo man einen schönen Blick auf die Gesamtanlage hat.

18. + 19. Tag    M’hamid, Camping Kaima     Kosten 5 Euro

C. N 29* 49.214′ / W 05* 43.348

Zurück nach Quarzazate gefahren und dort in das Draa Tal abgebogen, das sich über eine lange Strecke bis zum Atlantik erstreckt. Da das Wasser gestaut wird endet der Fluss inzwischen irgendwo in der Wüste. Die zunächst zweispurige Straße führt durch den Anti Atlas mit einer kargen Felslandschaft. Nach Agdz dann entlang des Flusses mit vielen Palmenhainen, gesäumt von zerfallenen Kasbahs. Dann kommt der Hauptort des Tals, Zagora, eine hässliche Kleinstadt mit allen Versorgungsmöglichkeiten. Bis zu unserem Tagesziel M’hamid sind es jetzt noch 70 km. Im Ort Tamegroute, der für seine grüne Keramik bekannt ist, kaufen wir etwas davon ein. Ab hier wird die Straße einspurig und ist voller Schlaglöcher. Im kleinen Ort H’hamid endet die Teerstrasse und es gibt unzählige Herbergen. Hier ist das Zentrum für alle Allradfahrer für den Start zu einer Wüstentour.Wir haben uns für den Camping „Kaima“ entschieden, eine gute Wahl. Wir sind die einzigen Gäste, die Stellplätze sind groß und komfortabel mit eigenem Sitz- Feuerplatz und Waschbecken und vor dem Wohnmobil wird ein Teppich ausgerollt. So edel haben wir noch nie übernachtet.

Am nächsten Tag machen wir für 1700 Dirham eine ganztägige Wüstentoue mit einem Allradwagen. Zunächst geht es durch kleinere Sanddünen (Mazwarya), dann über eine große Steinwüste (Hamada), bis wir an der „Heiligen Quelle“ ankommen.Es erscheint wirklich wie ein Wunder, dass aus dem Sandboden Wasser nach oben sprudelt und einen Teich bildet, in dem sich sogar Molche tummeln. Auf einem Sandhügel steht der winzige Marabut eines Heiligen und daneben im Wüstensand ein Friedhof. Dann geht es weiter zu den 300 m hohen Dünen von Erg Chegaga. Dort haben verschiedene Touranbieter Zelte aufgestellt in denen ihre Gäste essen und übernachten können. Wir laufen auf den Dünen herum und verbrennen uns dabei fast die Füße, so heiß ist der Wüstensand. Feste Schuhe anziehen!Einen letzten Halt gibt es in einer Steinwüste in der wir tatsächlich Steine mit Einschlüssen von Trilobiten finden. Die überteuerte Tour lohnt sich nur für denjenigen, der erstmals in eine Wüstenlandschaft hineinschnuppern will. Es gibt schönere Wüstenerlebnise. Aber den Überredungskünsten der marrokanischen Führern kann man nur schwer widerstehen.

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