Atlantikküste

Mit dem Wohnmobil durch Marokko

Zurück in den Südwesten

29. Tag    Essaouira, Parkplatz am Hafen      Kosten 3 Euro

F.P. N 31* 30.622′ / W 09* 46.301′

Von Marrakesch aus direkt nach Westen nach Essaouira, zunächst viel Verkehr, nachdem die Straße nach Agadir abgezweigt ist, wird es deutlicher ruhiger. Im Ort direkt zum Parkplatz am Hafen bei den Fischbuden und der Altstadt. Der Parkwächter besorgt uns für 40 Dirham einen Platz. Die Campingplätze liegen alle ausserhalb der Stadt. Wir besuchen den nahen Hafen, wo gerade die Fischkutter angelegt haben und ihren Fang in Kühllaster verfrachten. Überall Fische , Möwen, Boote. Von der alten Stadtmauer und den Wehr-türmen haben wir einen wunderbaren Blick auf die Stadt. Später dann Bummel durch die Gassen der Altstadt, die zum Weltkulturerbe gehört und heute weitgehend von Souvenir, Teppich- und Wurzelholzgeschäften dominiert wird. Abendessen in einem Fischlokal am Hafen. Tipp: „Chez Sam“ am Ende des Hafen, ab 20 Uhr.

30. Tag    Plage Karram bei Qualidia      Keine Kosten 

F.P N 32* 42.39 / W 09* 04.33′

Auf der Küstenstrasse bis Safi, einer hässliche Industriestadt, in der hauptsächlich Phosphat verarbeitet wird. Es gibt hier auch einen Campingplatz. An der Küste bieten sich immer wieder Plätze zum Baden und für ein Picknick an, die am Wochenende allerdings meist von marokkanischen Familien okkupiert sind. Wir kommen dann zum langen Sandstrand von Karram, der einen netten Parkplatz mit Felsen und Brandung hat, wo wir gut stehen können. Die Badegäste sind am Abend alle verschwunden und wir teilen diesen wunderbaren Stellplatz nur noch mit einigen Anglern. Da bezahlen wir doch auch gerne die 2 Euro, die ein selbsternannter „Parkwächter“ von uns haben möchte.

31. + 32. Tag     Mohammedia, Camping „L’Ocean bleu“     Kosten 8 Euro

C. N 33* 44.260′ / W 07* 19.470′

Nach einer wunderbaren Nacht mit dunklem Sternenhimmel und dem Rauschen der Brandung, fahren wir rund 70 km weiter nach El Jadida und parken vor der alten Festung der Portugiesen, die Cité Portugaise. Das Viertel ist ringsum von einer doppelten Mauer mit einem Wehrgang umgeben, hat am jeder Ecke eine Bastion und Gegenüber des Eingangstores einen direkten Zugang zum Hafen. Die Hauptsehenswürdigkeit ist neben der Bastion die alte Zisterne mit ihren Kreuzrippengewölben und einem zentralen Lichtschacht. Weiter nach Casablanca. Der Verkehr wird zunehmend dichter und erreicht bald Großstadtnorm. Wir schieben uns an der Küste hinunter zur Corniche und dann stehen wir plötzlich vor der  zweitgrößten Moschee der Welt, nur die in Mekka ist größer. drei Mal täglich finden Führungen statt. Wir kaufen die Tickets für 12 Euro das Stück, hier wird an den Touristen ordentlich Geld verdient. Aber immerhin ist es die einzige Moschee des Landes, die von „Nichtgläubigen“ besucht werden darf. Wir erhalten sogar eine „Führung“ auf Deutsch, die sich allerdings auf wenige Erläuterungen beschränkt: gebaut von Hassan II von 1987 bis 1993 von 2500 Arbeitern und 10.000 Kunsthandwerkern aus allen Teilen des Landes. Der Gebetsraum hat eine Fläche von 2.000 m und ist 200 m lang und 100 m breit und fasst 25.000 Menschen. Sein Dach lässt sich hydraulisch öffnen, wie ein Stadion. Auf mich hat der Innenraum weniger als Moschee, als eine dreischiffige Kirch gewirkt. Unter dem Gebetsraum ist ein riesiger Raum für die rituellen Waschungen vor dem Gebet mit 41 Brunnen in Lotusform. Außerdem gibt es ein riesiges Hammam jeweils für Männer und Frauen, die aber erst nächstes Jahr in Betrieb gehen sollen. Insgesamt eine eindrucksvolle, aber keine überwältigende Anlage. Viel Prunk, viel Protz, viel Größenwahn! Ich habe die Moschee in Muscat, im Oman schöner in Erinnerung. Dann quälen wir uns wieder aus der Stadt heraus nach Mohammedia mit vielen schönen Stränden, aber auch Feriensiedlungen. Nördlich der Stadt liegt nser Camping L’Ocean bleu liegt direkt am Wasser bei einem Felsstrand. Er ist gut ausgestattet, hat wifi und eine Waschmaschine.

33. Tag   Moulay Idriss – Zerhoun, „Camping Belle Vue“      Kosten 7 Euro

C. N 34*00.193′ / W 05* 33.744′

Heute zum ersten Mal im Urlaub auf die Autobahn. Über Rabat, das wir umfahren nach Meknes. Wir parken in der Nähe des Bab Mansour, des wohl schönste Stadttors Marokkos. Davor liegt der große Platz El-Hedim und dahinter der Suq. Der ist weit kleiner als der in Fes und die Orientierung fällt leichter. Wir stoßen bald auf eines der Eingangstore der großen Moschee und dahinter auf den Eingang zur Medersa Bou Inania. Die ist eine richtige Überraschung, kleiner als die in Fes und Marrakesch, aber wunderbar ausgeschmückt. Die Zimmer der Schüler im ersten Stock sind winzig. Von der Dachteerasse hat man einen schönen Blick auf das Minarett der großen Moschee. Dann statten wir dem Museum Dar Jamai am hinteren Ende des Platzes El-Hedim noch einen Besuch ab. Es liegt in einem alten Palast, dessen Räume alleine schon sehenswert sind und es werden alte Schmuck-, Teppich- und Kleidungsstücke gezeigt. Sehr sehenswert, da man diese großen Stadthäuser sonst immer nur hinter einer hohen Mauer versteckt sieht. Wem Fes und Marrakesch zu touristisch ist, dem sei Meknes empfohlen. Hier geht es deutlich ruhiger zu. Wir verlassen die Stadt Richtung Moulay Idriss/Volubilis. Die Landschaft wird hügelig mit vielen Olivenbäumen. Kurz vor Moulay Idriss liegt am Hang von Zerhoun der Camping Belle Vue. Der Platz ist nicht sonderlich gepflegt, aber die Sanitäranlagen sind in Ornung und abends gibt es Strom von einem Generator. Das ist allemal besser, als ein Stellplatz vor einem der Häuser am Abzweig nach Volubilis, wo die Schlepper schon auf einen warten.

34. Tag    Chefchaoun, „Camping Azilan“

Von Zerhoun 6 km bis Volubilis. Wir laufen 2 Stundendurch das Gelände der antiken römischen Stadt, die vor allem für ihre schönen Mosaike berühmt ist. In verschiedenen Häusern sind die Mosaikfußböden wunderbar erhalten. Es ist Mitte Mai bereits sehr heiß und eine Wasserflasche ein Muß. Der Vorteil ist, dass um diese Jahreszeit nur noch wenige Reisegruppen unterwegs sind.

Wir fahren wenige Kilometer nach Moulay Idrisshinauf, der heiligsten Stadt Marokkos, das sich hier das Mausoleum des Gründers des marokkanischen Königreiches befindet, ein Wallfahrtsort für alle Marokkaner. Wir parken neben den „Eseltaxis“, die gebraucht werden, um Lasten und Personen die engen Gassen der steil an einem Hang liegenden Stadt hinauf zu tragen. Dann tasten wir uns vorbei an Ständen mit kitschigen Devotionalien und stehen bald vor einem Holzbalken, der „Nichtgläubigen“ den Weiterweg in das Mausoleum von Moulay Idriss versperrt. Immerhin dürfen wir einen Blick hinein werfen. Zwei Jungen bieten uns an den Weg zu einer „Terrasse“ mit schöner Aussicht zu zeigen. Wir folgen ihnen, kommen am einzigen runden Minarett Marokkos vorbei, und sie führen uns an zwei schöne Aussichtspunkte mit Blick auf die Altstadt und das Mausoleum. Damit hat sich jeder von ihnen einen Euro verdient. Weiterfahrt nach Norden.Eigentlich wollten wir in Quezzane bleiben, aber der Camping hat uns nicht gefallen, Asphaltplatte direkt an der Straße. Also fahren wir weiter bis Chefchaoun. Damit hat sich der Kreis  sich geschlossen und wir sind wieder am Ausgangspunkt unserer Rundreise angelangt.

35.Tag    Tanger, „Camping Miramonte“     Kosten 10 Euro

C. N 35* 47.46′ / W 05* 50.017′

Unser letzter Tag in Marokko beginnt nach dem Frühstück mit der Fahrt über Tetouan nach Tanger. An der Küste haben sich dunkle Wolken aufgebaut und es beginnt erst leicht, dann kräftig zu regnen. Wir fahren ins Stadtzentrum von Tanger, finden einen zentralen Parkplatz und gehen, vorbei am „Cafe de Paris“ in dem schon viele literarische Größen gesessen haben, über den „Grand Socco“, den großen Platz, in die Medina zum „Petit Socco“, wo in früheren Zeiten die Schmuggler ihre Geschäfte machten. Heute ist alles voller Souvenirgeschäften für die zahlreichen Touristen. Wir steigen zur Kasbah, dem alten Burgberg empor. Von dort hat man einen schönen Blick auf die Stadt.  Auf der breiten Strandpromenade zum Campingplatz, der schön am Berghang über dem Meer liegt. Der Stellplatz ist ordentlich. Leider sind die Sanitäranlagen in einem desolaten Zustand und nicht zu benutzen. Der Platz ist eindeutig überteuert. Trotzdem genießen wir unseren letzten Abend in Marokko bei einem Glas Wein vor dem Wohnmobil.

Hier endet die Reise. Zurück