Syrien

Legende:  C.= Campingplatz;  S.= Stellplatz;  F.P.= freier Platz

Wohnmobilreise durch Syrien

Duro Europs/ Salihiya                                    F.P.  N 34* 45 171’/ E 40* 43 587′

Wir beginnen die Rundreise in der Türkei in Midyat an der türkisch – syrischen Grenze. Von dort fahren wir zum Grenzort Nusaybin. Der Weg zur Grenze ist im Ort nur mit Nachfragen zu finden, da nicht ausgeschildert. Auf der türkischen Seite erst Militärkontrolle mit Frage nach Visum und Carnet, am türkischen Zoll wurden die Pässe genau kontrolliert und der Wagen ausgetragen. An der syrischen Grenze Eisentor mit zwei Mann Begrüßungskomitee, die unsere Pässe und das Carnet in Empfang nehmen uns zeigen wo der Wagen geparkt werden kann und uns zum „Arrival“ Häuschen geleiten. Dort müht sich dann ein Beamter mit dem Ausfüllen eines Formulars ab, in das er ihm völlig fremde Namen eintragen soll. Irgendwann ist es geschafft und der Stempel im Pass. Nun geht es zur Wechselstube, wo die Dieselsteuer und Versicherung mit Steuer zu zahlen sind (100 Dieselsteuer pro Woche, 56 Dollar Versicherung und 9 Dollar Tax) . Dort tauschen wir auch gleich Geld um: 1 Dollar: 46,64 Syrische Pfund. Dann ins Häuschen dahinter, wo die Versicherungspolice ausgestellt wird, gegenüber wir das Carnet mit großen Mühen in ein dickes Buch eingetragen und gestempelt. Dann kommt nur noch die Zollkontrolle, die darin besteht, dass ein Zollbeamter in den Wagen steigt, die schöne Einrichtung lobt, sich beeindruckt zeigt, dass Wasser aus dem Hahn kommt und uns eine gute Fahrt wünscht. Nach knapp zwei Stunden haben wir es geschafft und rollen nach Syrien in den Ort Quamishli hinein. Dann folgt eine lange Fahrt nach Süden bis zum Abend über Al Hasakah, vorbei an Deir As Zawr über Al Mayadin bis Duro Europos. Die Landschaft ist über weite Strecken eintönig und absolut flach. Gemähte Weizenfelder, grau-brauner Boden, Grassteppe und mit Lehm verputzte Häuschen bestimmen das Bild. Dagegen sind alle Straßen in einem hervorragendem Zustand und deutlich besser als im Osten der Türkei. Der Verkehr ist eher gering. Gegen Ende der Fahrt nähern wir uns einem felsigem Hochplateau auf dem bereits weithin sichtbar die antiken Ruinen liegen. Mit Sonnenuntergang treffen wir noch den sehr freundlichen Wächter an, der uns den Weg vom Eingangstor links um die Anlage herum zum Euphrat zeigt. Ein Traumplatz, den wohl kaum je ein Pauschaltourist gesehen hat.

Ar-Rusafa                                                       F.P.    N 35* 37 687′ / E 38* 45 749′

Am nächsten Morgen sinddie ersten Reisegruppen schon da. Wir durchstreifen das große Gelände und versuchen uns dabei das antike Stadtleben vorzustellen. Die Häuser sind nur noch als Grundmauern erhalten, es gibt eine alte Synagoge und mehrere Tempel. Noch einmal genießen wir den Blick auf den unter den Stadtresten träge dahin fließenden Euphrat. Da Mari nur 25 km weiter südlich, fast an der irakischen Grenze liegt, entschließen wir uns auch dorthin zu fahren und haben es nicht bereut. Eine alte Palastanlage, ganz aus Lehmziegeln erbaut wurde ausgegraben und ist jetzt unter einem Dach geschützt. Man kann zwischen den dicken Lehmwänden umher gehen, es gab eine Wasserversorgung und einen Brunnen im Innenhof. Viele Räume sind noch erstaunlich gut erhalten. Wir machen bei der malerischen Burg Qalaat ar-Rahba eine Pause. Dann einen Abstecher nach Halabiya, der alten Stadt am Euphrat. Dann sind es noch einmal 130 km bis Ar-Rusafa, wo wir direkt vor der Stadtmauer einen schönen Übernachtungsplatz finden.

Al Ebzimo bei Aleppo,  Camping Salaam                   C.   N 36* 08 185′ / E 36* 52 389′

Wir streunen durch die von einer nahezu kompletten Umfassungsmauer umgebene Stadt Ar-Rusafa. Das gewaltige Nordtor ist besonders imposant und man kann sich gut vorstellen, wie früher die Karawanen nach einer langen Wüstenreise froh waren, durch das Tor in die Stadt einzuziehen. Besonders imposant und gut erhalten ist die christliche Basilka, die zu Ehren des hier bei der Christenverfolgung enthaupteten heiligen Sergios errichtet wurde. Mehrere riesige Zisternen lassen erahnen wie viel Menschen einstmals in der Wüste mit Wasser versorgt werden mussten. Insgesamt eine höchst imposante Anlage, die noch heute dem Besucher eindrucksvoll das damalige Leben spüren lässt. Der Rest des Tages ist Fahrt nach Aleppo. Wir fahren auf der Schnellstraße an Aleppo vorbei Richtung türkische Grenze zum Camping Salaam,der ruhig am Beginn des kleinen Dorfes liegt.. Wir sind die einzigen Gäste und die belgische Ehefrau des Besitzers empfängt und freundlich. Von hier aus kann man mit dem Dolmus direkt nach Aleppo fahren, die Sanitäreinrichtungen sind gut, wir bleiben drei Nächte.

Es folgte ein Tag Stadtbesichtigung in Aleppo. Am Morgen hatten wir Glück und der Campingbesitzer nahm uns in seinem Wagen mit in die Stadt und setzte uns direkt am Antakia Tor, dem Eingang in den Suq, ab. Wir bummelten durch die alten Gassen, schauten Moscheen und Medresen an. Der Suq ist überdacht und in den engen Seitengassen von den Mauern uralter Häuser gesäumt, die z.Zt. teilweise mit Hilfe der GTZ restauriert werden. Er ist noch sehr ursprünglich und wenig touristisch. Auch alte Khane (Karawanserein) sind noch erhalten, so der Khan al Wasir. An seinem Ende stößt man dann auf die grosse Mosche. Eindrucksvoll ist dann die in der Mitte der Stadt gelegene Zitadelle. Besonders der Aufgang und das Eingangsportal sind prächtig. Bis man durch das Tor im Inneren anlangt, muss man fünf mal die Richtung wechseln. Von oben hat man eine prächtige Aussicht auf die Stadt und die Ruinen in der Zitadelle, besonders der alte Palast mit einem schönen Tor und der Thronsaal mit prächtiger Decke.

Ein weiterer Tag in Aleppo, einer Stadt an der man sich nicht satt sehen kann. Wir bummeln durch das Djeidade Viertel, das alte christliche Viertel mir vielen Kirchen unterschiedlicher Religionen, orthodox, armenisch, katholisch und vielen alten Herrenhäusern, die nach Außen nur eine gewaltige Mauer aufweisen, hinter denen sich prächtige Innenhöfe mit einem Diwan verbergen. Einige sind inzwischen zum Hotel umgebaut, andere Waisenhäuser oder Schulen. Wir konnten in manchen Innenhof hineinsehen, besonders prächtig war  des Hotel Martini Orient House.

Apamea, Qala’at al-Mudiq, Afamia                            F.P.   N 35* 25 132′ / E 36* 24 551′

Der folgende halbe Tag gehörte den toten Städten mit dem Simeonskloster als Höhepunkt. Von unserm Campingplatz aus fuhren wir direkt nach Norden Richtung türkische Grenze. Dort stießen wir zuerst auf die Ruinen der Wallfahrtskirche Mushabbak, eine alte byzantinische Kapelle, die malerisch in der Landschaft steht und zusammen mit der vorbeiziehenden Schafherde ein biblisches Bild abgab. Der nächste Halt war dann in Sitt Rumi einer ebenfalls byzantinischen Kapelle und Refada, eine der toten Städte. Auf dem Rückweg machten wir den kleinen Abstecher zu den Felsgräbern von Quatura aus dem 2. Jahrhundert. Dann folgte die prächtigen Ruinen des Simeonsklosters. Auf einem Hügel gelegen, ist die Kirche kreuzförmig mit Mittelpunkt über der Säule angelegt, auf der der heilige Simeon einige Jahre seines Lebens sitzend verbrachte. Erst nach einigen Suchen fanden wir die alte Tempelanlage von Ain Dara aus dem 10. Jh. vor Christus mit den Resten von Löwen und Sphinxskulpturen aus Basaltgestein. Dann fuhren wir zurück zum Grenzübergang Bab al Hauwa und bogen kurz davor nach Süden ab. In Idlib begann dann die Sucherei nach der richtigen Straße. Alle paar Kilometer fragten wir wieder nach dem richtigen Weg, die Schilder wiesen immer nur nach Afamia, was uns nichts sagte. Aber schließlich kam die Zitadelle der alten römischen Stadt Apamea in Sicht und wir hatten es geschafft. Wir fuhren durch die Anlage hindurch bis an einen kleinen Stausee, wo wir einen schönen Platz für die Nacht fanden.

Krak de Chevalier, Quala’at al Husn                             S.  N 34* 45 296′ / E 36* 17 667′

Am frühen Morgen beginnen mit der Besichtigung von Apamea. Der Ticketverkäufer ist um 8:30 noch nicht da und kommt später auf dem Moped hinter uns her gefahren. Die große Säulenstraße ist – wenn man alleine davor steht – ein kolossaler Eindruck. 1,8 km lang und 38 m breit zieht sie sich, zum großen Teil noch gepflastert und mit Radspuren, durch die Landschaft. Wir laufen sie bis zum Ende und wieder zurück. Besonders schön sind die Säulen mit gedrehtem (tourniertem) Muster. Die dazu gehörige Stadt muss riesige Ausmaße gehabt haben.Dann tauchen die ersten Touristengruppen auf und wird Zeitz zu gehen.Wir fahren weiter nach Hamah, einem netten Städtchen mit breiten Boulevards und den berühmten Wasserrädern, Norias, die das Wasser des Orontes nach oben in ein Aquädukt zur Bewässerung, bzw. Wasserversorgung befördern. Wir beschließen  nicht an die Küste nach Tartus zu fahren, sondern direkt nach Süden durch die Berge zur Kreuzritterburg. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Anfangs kommen wir am Berghang noch durch viele Dörfer in denen offenbar überwiegend Christen wohnen, denn überall finden sich Kirchen und Marinestatuen. In den Bergen wird die Orientierung dann schwierig und wir müssen häufig nachfragen. So landen wir letztendlich doch beim Krak de Chevalier. Die Burg liegt beeindruckend auf einem Hügel mit herrlicher Aussicht auf die Berge aus denen wir kommen und die des Libanon, der nun direkt vor uns liegt. Beim Gasthaus „Le table ronde“ können wir parken, bekommen Strom, eine heiße Dusche und ein vorzügliches Abendessen

Palmyra, am Baal Tempel                                               C.   N 34* 32 769′ / E 38* 16 482′

Am Morgen schlendern wir 2 Stunden durch die gewaltige Burganlage mit Türmen von denen aus man auf die Berge des Libanon hinüber schaut, Wehrgängen und vielen Räumen mit dicken Mauern. Dann fahren wir nach Homsund weiter in die Wüste nach Palmyra. Der kleine Campingplatz „Al Baider Garden“ liegt ideal an der Südseite des Baaltempels und hat sogar ein kleines Swimmingpool. Es haben nur wenige Womos Platz, max. vier. Wir nutzen den Spätnachmittag noch zu einem Besuch des Baal Tempels der Hauptsehenswürdigkeit von Palmyra. Das Innere mit den Resten des Tempels sind großartig mit schönen Reliefs und Ornamenten.

Am nächsten Morgen starten wir zur Besichtigung von Palmyra, beginnend am Hadrianstor, Säulenstrasse, die in Apamea viel beeindruckender ist. Dafür gibt es hier viele in Resten erhaltene Gebäude neben der Zentralstraße wie das Theater, Bäder, Baal -Shamin Tempel, Diokletians Lager und den Tetrapylon an der Kreuzung zweier Kolonnadenstraßen.

 Damaskus                                                                       C.   N 33* 33 172′ / E 36* 20′ 755

Schon früh am nächsten Morgen wurden die Gräber der Nekropole Palmyras geöffnet. Vor dem Museum gabelte ich noch einen Führer für 8 Euro für eine Stunde auf. Zwei Gräber sind im Moment exemplarisch zugänglich: der Bestattungsturm der Familie Elabehl und das unterirdische Grab der drei Brüder. In letzterem, das wunderbare Fresken enthält, durfte leider nicht fotografiert werden. Dann ging es 250 km schnurgerade durch die Wüste Richtung Damaskus. Kurz vor erreichen der Schnellstraße bogen wir nach Norden und fuhren in den Antilibanon zum Dorf Ma’alula. Ein überwiegend christliches syrisch-orthodoxes Dorf mit zwei Klöstern. Der einzige Ort in der Welt an dem noch Aramäisch gesprochen wird, die Sprache, die vermutlich auch Jesus gesprochen hat. Die Frauen sind schwarzhaarig, braunäugig und unverschleiert. Auf den Häusern und den Felsspitzen stehen Kreuze. Das Dorf liegt spektakulär an die Felsen gebaut und wird vom Kloster der Heiligen Sergius und Bacchus überragt. Das zweite Kloster, ein Nonnenkloster, ist der heiligen Thekla geweiht, die hier begraben liegt. Es wird Wein angebaut, den man kosten und kaufen kann, worauf wir nach der Kostprobe verzichteten. Dann ging es auf Campingplatzsuche, der im nördlichen Vorort sehr versteckt liegt, mit Hilfe der Koordinaten und etwas Fragen aber zu finden ist. Ein ordentlicher Platz, der warme Duschen bietet und ein Treffpunkt von Wohnmobilreisenden aus aller Welt ist.

Wir sind am nächsten Morgen mit dem Taxi in die Stadt zum Nationalmuseum gefahren. Es ist wirklich sehenswert, schöner Garten mit vielen Skulpturen, Steintüren und Sarkophagen. Im Inneren Ausstellungsstücke von vielen Orten, die wir schon besucht haben. Dann weiter vorbei an der Moschee und Madrasa Sulaimaniya mit einem Handwerkermarkt, wo wir einige Souvenirs kaufen. Dann zum Hijaz Bahnhof, der 1903 als Wartehalle der Strecke Damaskus – Mekka gebaut wurde. Bei einem Araberaufstand mit Lawrence von Arabien im ersten Weltkrieg wurde die Strecke zerstört und seither nicht wieder aufgebaut. Der Bahnhof aber wurde renoviert und seine bunten Glasfenster leuchten wieder in der Sonne. Dann bummelten wir noch durch den Suq, der im Vergleich zu dem von Aleppo langweilig und steril ist.

Ein weiterer Tag in Damaskus, heute ist die Altstadt dran. Mit dem Taxi zum Eingang des Suq, durch den wir zur großen Omayyaden Moschee gingen. Für die Touristen gibt es einen separaten Eingang, wo die Frauen mit einem Umhang mit Kapuze versehen werden. Dort befindet sich auch das Mausoleum Saladins, der 1193 gestorben ist. Es stehen zwei Särge dort und in welchen die Gebeine wirklich sind weiß man offenbar nicht so genau. Die Moschee selbst ist ein Erlebnis für alle Sinne. Wir waren zwei Stunden dort und hätten immer noch Sitzen und Schauen können, Einmalig in der islamischen Welt ist die Außenwand der Moschee und teilweise die Wände der Umgänge mit feinsten Mosaiken mit bildlichen Darstellungen geschmückt, die sonst im Islam verboten sind. Man sieht Bäume, Häuser und Landschaften. In der Mitte steht der übliche Reinigungsbrunnen und zusätzlich auf einer Seite das Schatzhaus, in dem früher der Staatsschatz aufbewahrt wurde. Die iranischen Pilgergruppen zogen singend und rufend in das Ziel ihrer Reise ein, posierten zum Gruppenfoto, schlugen sich an die Brust und riefen „Allah ist groß“. Der Besuch des silbernen Schreins von Husain, dem Enkel des Propheten, was es auch zu einem schiitischen Pilgerziel macht, gehörte natürlich auch zum Pflichtprogramm. Alles haben wir uns in Muße angeschaut und waren von der Moschee und dem sich dort abspielenden religiösen Leben sehr beeindruckt. Der Rundgang endete bei der Paulus Kapelle, der Stelle an der Ananias Saulus in einem Korb über die Stadtmauer gelassen hat und ihm so die Flucht aus Damaskus ermöglichte.

Salkhad                                                                     F.P.    N 32* 29 617′ / E 36* 42 521′

Ein Tag im Land der Drusen, der uns sowohl landschaftlich als auch menschlich gut gefallen hat. Wir fanden ohne große Probleme den Weg aus Damaskus heraus in Richtung Hauran, wie das Bergland der Drusen heißt. Erst ist das Gelände noch flach und steinig, dann kommt man allmählich höher und fährt in den Jebel al – Arab, der sich bis auf 1500 m Höhe hinaufzieht, dabei sind die Berge nicht schroff, sondern ähneln eher sanft geschwungenen Kuppen auf denen die Dörfer liegen. Das Bevölkerungsbild ändert sich völlig, die Frauen sind westlich gekleidet, sogar teilweise recht freizügig und tragen kein Kopftuch, es wird Wein angebaut und es gilt kein Alkoholverbot, alles Dinge, die die Drusen in den Augen der sunnitischen Muslime sehr verdächtig und unbeliebt machen.Wir begannen die Tour in Shaqqa, wo einige alte römische Ruinen stehen, die aber nicht sonderlich sehenswert sind, fuhren dann weiter nach Shahba, wo es immerhin die Reste eines Theaters und römischer Bäder zu sehen gibt. Dann machten wir einen kleinen Abstecher nach Quanawat, das sehenswerte Ruinen in einem alten römischen Serail (Palast) aufweist. Besonders die Kirchenreste sind gut erhalten. Durch die Provinzhauptstadt As-Suweida fuhren wir hindurch nach Salkhad, das von ausgewanderten libanesischen Drusen bewohnt wird und in dessen Mitte auf 1370 m Höhe die Reste einer Burg stehen. Oben ist ein Polizeiposten, der uns mißtrauisch beäugt, als wir die Burg erkunden. Auf dem Parkplatz unterhalb der Burg schlagen wir unser Nachtlager auf. Um 21 Uhr dann Besuch der Polizei in Zivil und auf Mopeds, die unsere Pässe sehen wollen und wissen, was wir hier machen. Sie verabschieden sich wieder mit „Welcome in Salkhad“, alles scheint in Ordnung zu sein.

Am Morgen fuhren wir weiter nach Bosra, das nur 20 km entfernt liegt und das am besten erhaltene römische Amphitheater hat. Um 9 Uhr waren wir dort und hatten das einmalige Erlebnisse völlig alleine auf den oberen Rängen in dem phantastischen Theater zu stehen. Der Erhaltungszustand des Theater ist beeindruckend. Die restlichen Ruinen fallen dagegen ab und sind nicht besonders sehenswert. Interessant zu sehen, wie die Bewohner der Stadt die Ruinen in ihre Häuser integriert haben, so dass es ein Miteinander von antiker Bausubstanz und neuen Behausungen gibt. Durch Daraa zur Grenze. Die syrischen Ausreiseformalitäten waren in knapp einer halben Stunde erledigt, Pässe gestempelt, Ausreisegebühr von je 500 SYP bezahlt und das Carnet ausgetragen.

Hier geht es weiter nach Jordanien

Es war geplant, die Reise über Jordanien nach Israel fortzusetzen und von Haifa mit einem Frachtschiff der Grimaldi Lines zurück nach Monfalcone in Italien zu fahren. Während unseres Aufenthalts in Jordanien wurde Ende Mai die aus der Türkei kommende „Gaza-Hilfsflotte“ von israelischem Militär angegriffen und auf dem türkischen Schiff „Mavi Marmara“ neun Menschen erschossen.Gaza Freedom Fleet Da nicht absehbar war, welche Auswirkungen dieser Konflikt in Israel, insbesondere in den Palästinensergebieten haben würde, entschlossen wir uns, nicht nach Israel einzureisen, sondern auf dem Landweg durch Jordanien, Syrien und die Türkei zurück zu fahren.

Rückreise durch Syrien:

Damaskus                                                                    C. N 33* 33 172′ / E 36* 20 755′

Von der jordanischen Grenze kommend sind wir wieder in Syrien, dem Land, das mir von den Menschen und dem Alltag her besser gefallen hat, weil es noch ursprünglicher ist als Jordanien, dem man den Tourismus schon deutlich anmerkt. Dafür hat Jordanien zweifellos die beeindruckendere Landschaft zu bieten. Zum Entsetzen meiner Frau fahre ich  direkt ins Stadtzentrum von Damaskus und finde in der Nähe des Suq sogar einen bewachten Parkplatz. „Tomorrow no!“ wurde uns dort mitgeteilt, was bedeuten sollte, dass wir dort nicht übernachten durften, was wir aber auch nicht vorhatten. Ich wollte lediglich noch den Azem Palast anschauen, der auf der Herfahrt geschlossen hatte. Der  Palast ist ein altes Damaszener Stadthaus. In ihm befindet sich heute ein Museum. Eine derart großzügige Anlage vermutet man gar nicht mitten in der Altstadt. Mehrere Räume sind um einen schönen Innenhof gruppiert und reich verziert. In den Räumen ist heute eine ethnographisches Ausstellung mit Szenen aus dem Alltagsleben, Trachten und Handwerkern zu sehen. Wände und Decken der Zimmer sind reich verziert und es gibt sogar ein verwinkeltes Hamam. Dann mit dem Auto zum Campingplatz, den wir problemlos wiederfinden. Den Besuch von Baalbek im Libanon werden wir wohl lassen, wir haben keine Lust schon wieder zwei Grenzübertritte an einem Tag hinter uns zu bringen, zumal wir mit unserem Dieselfahrzeug nicht einreisen dürfen und ab Grenze ein Taxi nehmen müssten.

Krak de Chevalier, Quala’at al Husn                             S.  N 34* 45 296′ / E 36* 17 667′

Um die Schnellstraße zu vermeiden nehmen wir ab Damaskus ein Nebensträßchen durch den Antilibanon, das uns noch einmal durch Maalula führt. Schöne Landschaft mit steilen Felsabbrüchen. Dann weiter über Homs Richtung Küste und Tartus. Wir fahren in die Berge hinauf nach Safita, das von den Resten eines Kastells überragt wird, stellen das Auto ab und gehen zu Fuß durch die Stadt. Die Frauen sind hier westlich modern gekleidet und es gibt viele Kirchen, also ein christlicher Ort, wie wir schon viele auf dem Herweg von Midyat durch die BKreuritterburg "Krak des Chevaliers" (Quala´at al-Husn)erge gesehen haben. Morgen beginnt die Fußballweltmeisterschaft und überall in den Orten wehen deutsche Fahnen. Das St. Georgs Kloster sehen wir nur von unten und sind bald wieder auf dem Stellplatz beim Restaurant „Le table ronde“ am Crac.

Qala’at as-Saladin, Saladinsburg                             S.   N 35* 35 720′ / E 36* 03 493′

Morgens einen letzten Blick auf die Krak de Chevaliers, dann ging es auf der Schnellstraße weiter nach Tartus. Wir schauten die alte Kathedrale der Kreuzfahrer an, in der heute ein kleines Museum ist und bummelten um die Mauern der Altstadt. Weiter geht es bis Banyas und steil hinauf zur Burg Marqab, die weithin sichtbar auf einem Vulkankegel liegt. Weiter nach Lattakia, der größten Hafenstadt des Landes und durch sie hindurch zur alten Stadt Ugarit in der man das erUgarit (Ra´s Shamra), Eingangstorste Alphabet gefunden hat. Es gibt ein hübsches spitzes Eingangstor, die Mauern des Palastes und der Wohnhäuser, sowie die Akropolis mit zwei Tempelresten zu sehen. Insgesamt aber nur etwas für eingefleischte Ar5chäologiefans, denn die wirklich guten und schönen Fundstücke sind im Nationalmuseum in Damaskus. Dann noch die richtige Abfahrt zur Saladinsburg (Qala´at as-Saladin)Saladinburg erwischt und nach rund 25 km sind wir da. Steil auf einem Felskegel, nur nach Durchfahren einer tiefen Schlucht und über Serpentinen erreichbar, liegt sie da. Oben teilt eine spitze Felsnadel die Straße und dann stehen wir an der Felswand vor dem Burgaufgang. Der ideale Stellplatz füt die Nacht.

Al Ebzimo bei Aleppo                                                      C.   N 36* 08 185′ / E 36* 52 389′

Von der Saladinsburg, wo wir gut und ruhig geschlafen haben, sind wir das bewaldete Hochtal weiter gefahren, stetig leicht ansteigend bis auf über eintausend Meter. Die vielen Hotels vor allem im letzten Ort Slinfah sprechen dafür, dass auch die Syrer hier ihre Sommerfrische haben. Dann steht man plötzlich an einer steilen Abbruchkante mit großartigem Fernblick und fährt dann hinunter ins Tal. In Jishr as-Shugur fuhren wir dann auf einem kleinen Sträßchen nach Norden bis zur türkischen Grenze und an dieser entlang. Man kommt durch eine hügelige Landschaft, die mit großen Olivenhainen, Obst- und Granatgapfelplantagen kultiviert ist.  Mit einigem Fragen kamen wir bis Harem an der türkischen Grenze. Dort fragten wir einen Mann nach dem Weg, der genau in den Ort wollte, den wir suchten, nämlich Khalb Lawza, das Herz der Mandel. In dem Ort, der wohl einmal Station auf dem Pilgerweg zum Simeonskloster war, steht eine der besterhaltenen christlichen Kirchen, klein aber fein.Die "Toten Städte", Kirche Qalb Lauza (Herz der Mandel) Von hier aus suchten wir uns dann unseren Weg zum Campingplatz in Al Ebzimo, den wir ja schon kannten und auf dem uns die Belgierin herzlich begrüßte. Am nächsten Morgen fahren wir zur Grenze in Baba al-Hawa. Die Grenzformalitäten auf syrischer Seite waren etwas komplizierter als an den kleineren Grenzübergängen (1000 SYP Ausreisegebühr, 100 Tax und 100 für das Stempeln des Carnet). Auf türkischer Seite ging alles wie gewohnt flott. Am Zoll ein kurzer Blick ins Auto, ob noch jemand mit fährt und nach einer Stunde waren wir durch.

Weiter geht es in der Türkei