Jordanien

Legende:  C. = Campingplatz; S. = Stellplatz;  F.P. = freier Platz;

Zurück nach Syrien

Wohnmobilreise durch Jordanien

Reise 2010-1059 Kopie

Um Quais/ Gadera                                          S.   N 32* 39 354′ / E 35* 40 738′

Auf jordanischer Seite war die Grenzabfertigung im Vergleich zur ausreise aus Syrien dann wesentlich komplizierter. Ich rannte von einem Schalter zum nächsten um meine Papiere und Stempel zusammen zu bekommen. JordanienErst Eingangskontrolle (weißer Zettel klein), dann Zollkontrolle (weißer Zettel groß), dann Geldwechsel, Versicherung abschließen und bezahlen (100 JD) , Visa in den Pass (20 JD), Fahrerlaubnis für Jordanien für 4 Wochen (20 JD), Endkontrolle. Nach 1 ½ Stunden war alles erledigt und wir durften nach Jordanien einreisen. Weiter nach Westen entlang der syrischen Grenze über Irbid nach Um Quais, dem römischen Gadera. Wir sind in einem etwas heiklen Gebiet, denn hier stoßen die drei Länder Syrien, Jordanien und Israel zusammen. Man blickt direkt auf den See Genezareth, der hier Tiberiassee heißt und auf die Golanhöhen. Am Ticketschalter fragte man uns, ob wir über Nacht bleiben wollten und informierte die Touristenpolizei, die uns einen sichern Stellplatz in einem Innenhof hinter dem Museum im Ausgrabungsgelände zuwies. Von hier machten wir dann noch einen Rundgang durch das Gelände und das schöne kleine Museum.

Jerasch/ Gerasa                                                           S.   N 32* 16 352′ / E 35* 53 407′

Nach dem Aufbruch hatten wir mehrere Polizeikontrollen zu passieren, da wir direkt an der syrischen und israelischen grenze entlang fahren, die Golanhöhen und den israelischen Grenzzaun in Sichtweite. Durch eine herrliche Landschaft fuhren wie steil hinunter in das Jordantal und waren dort plötzlich 200 m unter Null. Das Tal weitet sich dann, ist dicht besiedelt und es wird überwiegend Obst- und Gemüseanbau betrieben. Bis Pella blieben wir im Jordantal. Die dortigen Ruinen, zu denen der Eintritt frei ist, bieten außer einer Basilika im Tal und einem kanaitischen Tempel nicht viel. Weiter im Jordantal bis zur Abzweigung nach Aljun, das in den Bergen liegt und von einer Burg (Quala’at ar Rabun) gekrönt wird. Wir sind durch eine herrliche Berglandschaft von minus 200 bis auf 1100 m Höhe gekommen. Die Burganlage ist gut gepflegt und restauriert und bietet von der Spitze einen wundervollen Blick hinunter ins Tal. Dann weiter nach Jerasch/Gerasa, der nach Petra wohl größten Sehenswürdigkeit Jordaniens. Nach Rücksprache mit der Touristenpolizei können wir die Nacht auf dem für Busse vorgesehenen Parkplatz direkt unterhalb der Ruinen verbringen. Wir laufen dann zum Tagesabschluss noch 1 ½ Stunden durch die Reste der antiken römischen Stadt und sehen das HadrianJerash/Gerasa, Forum ovalestor, zwei Theater, den Artemistempel und natürlich das ovale Forum mit seinen ionischen Säulen, das in die säulengesäumte Hauptstrasse (Cardo maximus) überleitet. Besonders diese noch mit dem Originalpflaster und alten Wagenspuren versehene Straße ist eindrucksvoll und allenfalls der von Rusafa in Syrien vergleichbar.

Amman, Theodor Schneller Schule                      S.  N 32* 00 219′ / E 36* 00 603′

Von Jerash bis Amman sind es nur 40 km. Zuerst erwischten wir eine Umgehungsstraße zu weit nördlich und mussten ein Stück zurückfahren. Dank des Stadtplans den ich gestern Abend noch den Souvenirhändlern abgekungelt habe und der ganz brauchbar ist, fanden wir dann aber recht schnell den StadtAmman, Theodor Schneller Schuleteil Marka und die Abzweigung zur Theodor Schneller Schule. Es ist eine evangelische Schule, die jordanische und palästinensische Kinder besuchen.Das Palästinenserlager Sneller ist direkt angrenzend. Es gibt einen Klettergarten, eine Kfz Werkstatt und natürlich eine Schule. Alle sind sehr freundlich. Im Gästehaus steht uns eine Toilette und Dusche zur Verfügung. Davor gibt es einen Stellplatz mit Stromanschluß und kostenloses w-lan, ein Komfort, den wir lange nicht mehr genossen haben. Wir bleiben vier Tage dort.

Am nächstenn Morgen fahren wir mit dem Taxi in die Stadt hinauf zur Zitadelle, die einen Zeustempel, eine Omayyadenmoschee und weitere römische Baureste und ein voll gestopftes Museum mit seltenen und einmaligen Funden, wie die SchriftrollenAmman, Zitadelle, Blick auf das Theater von Qumram am Toten Meer beherbergt. Das schönste aber ist der einmalige Rundblick über das Zentrum von Amman und die weiteren auf den umgebenden Hügeln liegenden Wohngebiete. Die Stadt ist schwer überschaubar, da das Stadtgebiet sehr hügelig ist. Von der Zitadelle liefen wir herunter in die Stadt, bummelten durch die Geschäfte in Downtown, besuchten das römische Theater, das mitten in der Stadt liegt, das Odeon und die große Fontäne (Nyphäum).

Der folgende Tag brachte dann eine Rundfahrt zu den „Wüstenschlössern“ östlich von Amman. Die Strecke ist, da sie nach Saudi Arabien führt, voller Lastwagen. Das erste der zerfallenen Lehmburgen, Schloss ist wohl das falsche Wort, war Hallabat, das etwas abseits liegt. Dann in der Oase Azraq die nächste ganz aus schwarzen Basaltsteinen erbaute Festung, in der Lawrence von Arabia einen Winter verbracht hat, Dann wieder zurück nach Westen Richtung Amman kommt das kleinster aber wohl schönste der Paläste, Amra. Es enthält noch gut erhaltene Fresken mit vielen Motiven. Als letztes stand das von außen am besten erhaltene Qasr Kharrana am Weg. Von Innen ist es eher karg und nur wenige Räume sind erhalten."Wüstenschlösser": Quasr al-Amra Am Abend plauderten wir dann noch mit den beiden deutschen Zivis und einigen arabischen Schülern. Bundespräsident Köhler ist zurückgetreten und Israel hat einen internationalen Hilfskonvoi für Gaza vor der Küste angegriffen und es gab etliche Tote.

Der nächste Tag gehörte dann dem christlichen Erbe im Westen Ammans. Wir fahren hinunter zum „Toten Meer“. Kurz davor, praktisch an der Mündung des Jordans in das Tote Meer liegt der Taufplatz  an der Johannes Jesus getauft haben soll. Vom Visitors Center wird man in einem Pritschenwagen mit Sitzen zu den einzelnen Stationen gebracht, bzw. läuft unter Führung zu Fuß. Die Taufstelle ist natürlich die einzig echte,  auf israelischer Seite gibt es zwar auch noch eine. Aber hier war im Jahr 2000 der Papst Paul und hat alles gut geheißen. Dann steht man am Ufer des Jordan und blickt hinüber zum 50 m entfernten israelischen Ufer und Jericho, ein eigenartiges Gefühl. Wir fuhren dann zum „Amman Tourism Beach“ am Toten Meer, wo man für 15 JD wahlweise im Pool oder Salzwasser plantschen kann. Im Toten Meer kann man tatsächlich nicht schwimmen, sondern nur auf dem Rücken liegen, so groß ist der Auftrieb. Aufgekratzte Mückenstiche brennen schnell und man geht freiwillig unter die Dusche. Zum Abschluss des Tages fuhren wir hinauf zum Mount Nebo, dem Mosesberg. Tolle Landschaft, schöne Aussicht und Mosaike.Moses bekam hier das Heilige Land von Gott gezeigt und liegt hier auch begraben.

Al-Karak, Burg Karak                                              S.   N 31* 10 913′ / E 35* 42 113′

Die wichtigste Entscheidung des Tages fiel gleich am Morgen. Uns beiden war angesichts des Einsatzes der israelischen Armee vor der Gaza Küste mit mehreren Toten Madaba Mosaikzunehmend unwohl beim Gedanken nach Israel einzureisen. Nachdem auch das AA  eine Warnmeldung wegen möglicher Unruhen in der Westbank herausgegeben hatte, entschlossen wir uns die Rückfahrt per Schiff von Haifa zu stornieren und auf dem Landweg nach hause zu fahren. Von Amman fuhren wir dann nach Madaba, der Mosaikstadt, die es locker mit Ravenna aufnehmen kann. In einem archäologischem Park sind schöne Mosaike ausgestellt und z.T. noch amPalast des Machärus (Herodes) Originalplatz. Das berühmteste, eine Karte Palästinas, befindet sich in der griechisch – orthodoxen Georgskirche. Dann machten wir einen Abstecher Richtung Totes Meer zum Ort Mukawi, durch eine großartige Berglandschaft zum Palast des Herodes , der auf einer Bergkuppe liegt. Hier soll Salome um das Haupt Johannes des Täufers gebeten haben. Zurück auf der Hauptstraße folgte als nächstes das Wadi Mujib, der Grand Canyon Jordaniens. Eine gewaltige Schlucht, in dessen Tiefe nur noch das Rinnsal eines Flusses zu sehen ist, da das Tal voAuf dem "Kings Highway", Wadi Mujib mit Stauseen einer Staumauer gesperrt ist und ein großer Stausee davor liegt. Die Straße windet sich in endlosen Serpentinen das Tal hinunter, führt über die Staumauer und auf der Gegenseite wieder auf das Hochplateau. Ein gewaltiger Eindruck. Dann fahren wir  hinauf zur Burg von Al Karak, wo wir auf dem Busparkplatz vor den Burgeingang übernachten könne.

Dana Nationalpark, Nawatef Camp                                 C.  N 30* 37 143′ / E 35* 37 560′

Am Morgen als erstes die Kreuzritterburg besichtigt. Nichts Besonders. In Mutah hielten wir bei einem modern gestalteten Moscheenkomplex, der die GräberEl Mazar, die Grabmoscheen der gefallenen Heerführer mehrerer Märtyrer des ersten muslimisch byzantinischen Krieges von 629 beherbergt.Frau musste sich ih den einzigen schwarzen Mantel hüllen, der zur Verfügung stand, es kommen wohl nur selten westliche Besucher hier vorbei. Dann wurden wir von einem Grab zum nächsten geleitet. Im Wadi al- Hasa  hatte man eine toller Aussicht! Dann weiter zum Naturpark Dana mit eindrucksvollen Felsformationen. Da es drei Zugänge gibt, war es etwas unübersichtlich. Wir fuhren im Ort dann erst zum alten Dana Village mit Rest House. Von hier hat man einen tollen Blick auf die Felsen. Aber die Touristenpolizei erlaubte uns nicht zu bleiben. Also weiter zum Nawatef Camp, einem kleinen Lager am Rande der Schlucht, wo wir freundlich mit Tee begrüßt wurden. Das Nawatef Camp im Dana NationalparkDinner und Frühstück kosten 10 JD pro Person, Übernachten im Womo ist frei. Wir beschließen den restlichen Tag hier zu verbringen und erst morgen nach Petra weiter zu fahren. Leckeren Abendessen zusammen mit sechs Holländern. Es gab gebratene Hähnchen, Gemüse mit Fleischbällchen und Salat, als Nachtisch Melone.

Wadi Musa/ Petra                                                            S.   N 30* 19 527′ / E 35* 28 079′

Nach kurzPetra, Siqem Zwischenhalt bei der Burg von Shaubak, die eine Besichtigung eher nicht lohnt, erreichen wir am Vormittag Petra. Auf der Suche nach dem uns empfohlenen Helali Camp fuhren wir Richtung Klein Petra mit tollen Blicken hinunter auf das Tal von Petra. Das Camp war geschlossen und wir beschlossen auf dem Parkplatz hinter dem Visitor Center gegenüber des Mövenpick Hotels zu nächtigen. Die Tourist Polizei hatte nichts dagegen, kostet 5 JD pro Nacht. Wir kauften für jeden für 33 JD ein Tagesticket und starteten unsere Besichtigung. Nach sechs Stunden waren wir erschöpft zurück. Petra selbst war sicher einer der Höhepunkte dieser Reise. Die alte Stadt der Nabatäer erreicht man durch eine enge Felsschlucht, Siq genannt. Wenn man diese hinter sich gelassen hat, steht man plötzlich vor dem prächtigen Eingang zum Schatzhaus.Petra, Khazne Faraun ("Schatzhaus") Es folgen mehrere Gräber, das Theater und am Gegenhang dann die Königsgräber, zu denen man hinaufsteigen muss. Alles ist aus dem Fels herausgeschlagen worden und hat prächtige Fassaden. Die folgende römische Säulenstraße mit Tempel ist dann schon eher langweilig. Zum Schluss kommt dann, bei den Temperaturen die absolute Herausforderung, der Aufstieg über 200 m und 800 Stufen zum Kloster Ed-Deir, wo wir uns für einen Tee erstmal in die Sessel sinken ließen.Petra Dann die ganze Strecke wieder zurück. Tipp: die Erkundung von Petra auf zwei Tage verteilen und ausreichend Wasser mitnehmen. Wer nicht laufen will, kann sich der Hilfe von Kamelen und Eseln bedienen. Viele große Touristengruppen gehen nur durch den Siq bis zum Schatzhaus und kehren dann um..

Aqaba am Roten Meer, Bedouin Moon Village          C.    N 29* 25 470′ / E 34* 58 532′

 Die ersten abfahrenden Busse am morgen weckten uns am frühen Morgen. Wir machten uns von Petra auf weiter nach Süden in das Wadi Rum.Petra Bei der Stadtausfahrt von Petra hatte man noch einmal tolle Blicke in das Wadi Musa. Im Wadi Rum  angekommen, mieteten wir zwei Kamele und machten einen zweistündigen Ritt zu Lawrence (von Arabiens) Brunnen. Man kannb aber auch Tagestouren machen oder eine Nacht in der Wüste in einem Zelt verbringen. Das Wadi selbst besticht durch schöne Felsformationen. Die Wüstenlandschaft selbst war für uns eher enttäuschend, da haben wir im Jemen und im Oman viel beeindruckendereWadi Rum Wüstenlandschaften gesehen. Dann machten wir uns auf zum südlichsten Punkt unserer Reise, einhundert Meter hinunter nach Aqaba am Roten Meer. Ein eher beschauliches Städtchen mit einem Küstenabschnitt, der sich bis zur Grenze mit Saudi Arabien hinzieht und an dem sich Hotelanlagen mit Containerterminals und Chemiefabriken abwechseln. Nach einigen Überlegungen entschieden wir uns für einen Stellplatz beim Bedouin Moon Village, da wir hier für 14 JD Duschen, WC, ein Restaurant,  Swimmingpool und Internet haben. Auf einem Parkplatz gegenüber, direkt am Strand ist es zwar billiger, aber außer Sonne und Wasser ist dort nichts zu haben.

Den nächsten Tag wir mit Schwimmen und Schnorcheln verbracht. Am Morgen schöner Blick auf die gegenüberliegende Küste Ägypens (oder ist es noch Israel).Aqaba Dann eine Schnorchelausrüstung geliehen und über die Straße zum Strand. Man kann natürlich nur im Schatten sitzen. Vom Schnorcheln, das ich ja noch nie gemacht hatte, war ich absolut begeistert. Unterwasser sieht man Korallenbänke mit einer Vielzahl an bunten Fischen, die sich problemlos betrachten lassen. Ich bin das ganze Riff entlang geschwommen und habe eine Welt gesehen, die ich mir vorher nicht vorstellen konnte, Steine, Pflanzen, Korallen in allen Farben, vor allem violett. Dazu Fische, bunt wie aus dem Malkasten. Gelbe und rote Streifen, schwarz weiße wie Zebras, schwarze mit gelben Flossen, einfach phantastisch. Man schwimmt wie in einem Aquarium herum. Aber vorsicht vor Sonnenbrand auf dem Rücken!

Es war geplant, die Reise von Jordanien nach Israel fortzusetzen und von Haifa mit einem Frachtschiff der Grimaldi Lines zurück nach Monfalcone in Italien zu fahren. Während unseres Aufenthalts in Jordanien wurde Ende Mai 2010 die aus der Türkei kommende „Gaza-Hilfsflotte“ von israelischem Militär angegriffen und auf dem türkischen Schiff „Mavi Marmara“ neun Menschen erschossen.Gaza Freedom FleetDa nicht absehbar war, welche Auswirkungen dieser Konflikt in Israel, insbesondere in den Palästinensergebieten der Westbank haben würde, entschlossen wir uns, nicht nach Israel einzureisen, sondern auf dem Landweg durch Jordanien, Syrien und die Türkei zurück zu fahren.

Rückreise durch Jordanien:

Amman, Theodor Schneller Schule                      S.  N 32* 00 219′ / E 36* 00 603′

Am folgenden Tag machten wir uns auf den Rückweg durch das Jordantal, der interessanter war als gedacht. Links liegt immer Israel mit den palästinensJordantalischen Bergen, rechts Jordanien mit den Bergen durch die wir auf dem Weg nach Süden gekommen sind und die wir nun von unten sehen. Der erste Teil ist wüstenähnlich, mit viel Sand, einigen Dünen und Warnungen vor Sandverwehungen auf der Straße. Dann folgt der Beginn des Toten Meeres mit der industriellen Kaliumsalz (Potash) Gewinnung und dem Ort „Potash City“. Danach dann das Tote Meer mit spektakulären Felsmassiven an der Küste. Wir bogen dann in die Berge nach Ma’in und Madaba ab. Tolle Berglandschaft und spektakuläre Rückblicke auf das Tote Meer. Die Schneller Schule fanden wir inzwischen auf Anhieb.

Nach dem Frühstück verließen wir die uns lieb gewordene Schneller Schule und suchten uns den Weg nach Deraa zur Grenze. Aus – und Wiedereinreise gingen inzwischen zügig, da ich wusste zu welchen Schaltern ich musste. Pass, Carnet abstempeln, Dieselsteuer zahlen (110 Dollar), die Versicherung läuft noch bis zum 13.6. . Nach gut einer Stunde hatten wir beide Grenzstationen passiert und waren wieder in Syrien.

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