Schottland

Reiseroute Schottland

Amsterdam – Newcastle – Berwick upon Tweed – Eyemouth – St. Abbs Head – East Linton- North Berwick – Edinburgh – über den Firth of Forth nach Dunfermline – Glenrothes – Halbinsel Fife – Elie – East Neuk – Crail – St. Andrews – Dundee – Arbroath – Montrose – St. Cyrus Stonehaven – Aberdeen – durch die Grampian Mountains: Fraser Castle und Craigievar Castle – Aboyne- Ballater – Balmoral Castle – Huntly – Keith – Elgin – Nairn – Inverness – Tain – Helmsdale – Strath of Kildonan – Wick – John O’Groat’s – entlang der Nordküste: Thurso – Durness – entlang der Westküste: Scourie – Unapool – Drumbeg – Lochinver – Achiltibuie- Ullapool – Poolewe – Gairloch – Kinlochewe – Shieldaig – Lochcarron – Lochalsh – Umrundung der Insel Skye – durch das Glen Shiel – Fort William – Ballachulish – durch das Glen Coe – Crianlarich – Loch Lomond – Helensburg – Stirling – Edinburgh – New Lanark – Kilmarnock – Ayr – Stranraer – Fähre nach Irland.

Reiseeindrücke:

Coldingham,                   Scoutscroft Camping

Die See ist spiegelglatt und das Schiff fährt ruhig, lediglich der Motorlärm stört. Pünktlich um 9 Uhr WEZ laufen wir in den Hafen von Newcastle ein und machen tief in der Bucht fest.

Grenze zu Schottland

Schottland begrüßt und mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Das Entladen der Fahrzeuge, Pass und und Zoll dauern seine Zeit. Dann kann es aber los gehen. Noch sind wir in England, machen uns aber schnell auf zur letzten Stadt vor der Grenze, Berwick upon Tweed. Berwick ist ein nettes Örtchen mit riesigem Parkplatz und netten Brücken über den Tweed, den Grenzfluss zu Schottland. Wenige Kilometer weiter wehen dann die schottischen Fahnen an der A1 und wir überqueren die Grenze. Hinter Eyemouth biegen wir ab zum St. Abb’s Head, einer kleinen Häuseransammlung mit Hafen und einem Naturreservat des National Trust.

St. Abb’s Head

Auf den Felsen der Steilküste sind große Vogelkolonien zu beobachten, vor allem von Trottellummen und Tordalken. Wir machen eine zweistündige Wanderung entlang der Küste. Dann ist es Zeit einen Platz für die Nacht zu suchen. Da auf den Parkplätzen überall „No overnight parking“ vermerkt ist, fahren wir zum nahe gelegenen Camping in Coldingham, löhnen 23 Pfund (27 €) und genießen den Abend in der Sonne.

Makinch/Fife          Balbirnie Park                N 56° 12‘ 15‘‘ / E 3° 8‘ 24‘‘

Der Hafen von Dunbar

Weiter nach Dunbar, das einen reizvollen kleinen Hafen hat. Auf der Mole liegen Stapel von Reusen zum Fang von Hummer und Krabben und neben den Fischkuttern dreht munter ein Seehund seine Runden im Hafenbecken.  Weiter nach East Linton, wo es die Preston Mill, eine noch intakte Wassermühle und das Phantassie Doocot, ein altes Taubenhaus zu besichtigen gibt. Von dort weiter an die Küste nach North Berwick , ein Badeort mit einem vulkanischen Fels, dem Bass Rock, im Meer davor mit zahlreichen Seevögeln. Wir genießen noch den heutigen Sonnentag bei der ersten Portion Fish and Chips. Dann geht es weiter nach Edinburgh, der Verkehr nimmt zu und wir realisieren langsam, dass offenbar ein langes Wochenende bevorsteht. In der Tat ist „Bank Holiday“ und halb Schottland auf Reisen. Als wir endlich den anvisierten Campingplatz erreichen, ist er voll belegt und ausgebucht. Also weiter im Stau über die Brücke über den Firth of Forth.  In Markinch bei Glenrothes haben wir Glück und können für eine Nacht bleiben, allerdings zur erhöhten Gebühr von 35 Pfund.

Crail                   Bauernhof Camping                       N 56° 14‘ 36,8‘‘ / W 2° 39‘ 46,0‘‘

Beim Frühstück werden alle Hunde ausgeführt. Jeder Schotte (und Engländer) besitzt mindestens einen Hund. Die Zahl ist nach oben offen.

Die Aude Kirk in St. Monans

Wir machen uns auf die Halbinsel Fife zu erkunden, insbesondere East Neuk. Der erste Ort ist Ele mit schönen Hafen und einem Sandstrand an dem noch viele baden. In St. Monans gibt es eine alte Fischerkirche, die Aude Kirk, mit Segelbooten im Querschiff. In Pittenweem biegen wir an zu Kellies Castle. Schöner Garten hinter dem Haus. Zurück an die Küste durch Anstruther hindurch und kurz vor Crail kommen wir an einem Haus mit einfachen Camping auf der Wiese vorbei, wohin wir zurück fahren nachdem der Caravanplatz in Crail zwar direkt am Wasser liegt, aber bereits eng gepackt ist. Hier sind wir fast alleine mit einfacher Sanitäreinrichtung für 15 Pfund. Wir uns noch einmal auf zu einem Abstecher nach St. Andrews. Vom alten Hafen aus gehen wir hinüber zum Castle, von dem nur noch Ruinen stehen. Die in der Nähe liegende alte Kathedrale, von der auch nur noch Ruinen nach der Zerstörung durch die Reformation vorhanden sind und die einstmals die größte Kirche Schottlands war, ist dagegen sehr sehenswert. Die westlichen und östlichen Portale und Giebel sind noch vorhanden, ebenso der Rest der nördlichen Außenmauer, die das Ausmaß der Kirche erahnen lassen.

St. Andrews: die alte Kathedrale

Sie steht inmitten eines alten Friedhofs mit vielen interessanten Grabsteinen. Daneben finden sich noch die Reste des ehemaligen Klosters und der normannische St. Rules Tower. Insgesamt auch heute noch eine imposante Anlage. In der South Street werfen wir noch einen Blick auf die Holy Trinity Church und das St. Mary’s College mit schönen Innenhof. Dunkle Wolken haben sich am Himmel zusammen gezogen und die ersten Regentropfen fallen. Noch schnell einen Blick auf den Old Court, der Wiege des Golfsports mit seinem elitären Clubhaus geworfen und dann zurück zum Camping, den wir gerade mit Beginn eines heftigen Gewitters erreichen.

St. Cyrus         Milton Haven Seaside Caravan Park         N 56° 46‘ 53‘‘ / W 2° 22‘ 10‘‘

St. Andrews Old Course

Am Morgen begrüßt und wieder die Sonne bei etwas abgemilderten Temperaturen. Wir fahren noch einmal nach St. Andrews und bewundern den Golf Course im Sonnenschein. Weiter geht es vorbei an Dundee, das nichts Besonderes bietet nach Arbroath, das die Ruinen eines Tironenser (Benediktiner) Klosters mit Kathedrale beherbergt. Gegen Gebühr kann man das Innere besichtigen. Der dreischiffige Grundriss mit Querschiff ist ähnlich wie in St. Andrews. Daneben gibt es das Haus des Abtes zu sehen und den angrenzenden Friedhof. In dem kleinen Dorf Auchmithie beginnen wir dann eine zweistündige Wanderung auf den „costal path“ mit herrlichen Ausblicken auf das Meer und die roten Sandsteinfelsen in denen unzählige Seevögel nisten.

Küstenwanderung bei Auchmithie

Dann erreichen St. Cyrus, wo es einen Camping geben soll, den wir aber nicht finden. Auf Nachfrage sagt man uns, dass er geschlossen sei. Zwei Kilometer nach dem Ort steht dann ein Hinweisschild nach Miltonhaven hinunter zum Strand, dem wir auf engem Sträßchen folgen und direkt am Meer beim Seaside Caravan Park landen. Freundlicher Empfang, tolle Lage, einige Wohnhütten und kaum Wohnmobile und sehr Natürlich belassen. Während wir unseren Nachmittagskaffee trinken, teilen wir uns die Wiese mit Enten und Hühnern.

Kintore                  Hillhead Caravan Site                              N 57° 14‘ 12‘‘ / W 2° 22‘ 15‘‘

Dunnottar Castle

Beim morgendlichen Blick aus dem Fenster sitzen auf der Wiese vor unserem Womo mehrere Kaninchen beim Frühstück. Wir tun es ihnen nach. Dann geht es los zum Dunnottar Castle. Von außen sehr imposant auf einer Feldnase im Meer gelegen und fast vollständig von Wasser umgeben, galt es als uneinnehmbar, so dass in Kriegszeiten die Kronjuwelen hier verwahrt wurden. Von außen sehen die Ruinen daher sehr imposant aus. Auf die Innenbesichtigung verzichten wir und fahren weiter nach Stonehaven mit großem Hafen. Dann machen wir uns auf den Weg in die Old City von Aberdeen. Hier steht die ehrwürdige Universität mit dem Kings College in Zentrum. Wir besuchen die Kirche und das Auditorium, werden einen Blick auf das Old Town House und zu Beginn auf die Kathedrale von St. Machst mit einer mit zahlreichen Wappen verzierten Holzdecke.  Wir haben beschlossen vorübergehend nicht weiter der Küste zu folgen, sondern den Weg durch die Grampian Mountains zu nehmen in denen es zahlreiche Burgen gibt und biegen nach Westen ab. Kurz vor Fraser Castle finden wir einen Caravan Platz zwischen Kintore und Kemnay.

Balmoral Castle                Stellplatz Parkplatz                   N 57° 2‘ 24‘‘ / W 3° 13‘ 0‘‘

Der Park von Castle Fraser

Am Morgen fahren wir zuerst zum Castle Fraser, das zwar geschlossen ist aber über einen wunderbaren Park und Garten verfügt in dem wir einen einstündigen Spaziergang unternehmen. Herrliche alte Bäume, kleine Bäche und Kühe unter Eichen, wie aus der englischen Landschaftsmalerei. Das nächste Castle ist schnell erreicht. Craigievar ist schmal und hoch gebaut mit mehreren Türmen. Wir entschließen uns nun doch für 70 Pfund Mitglied im National Trust of Scotland zu werden da die Mitgliedschaft auch für England und Wales gilt. Craigievar ist das erste in dessen Räumen wir herumturnen und steile Wendeltreppen empor steigen. Sehr kleine, enge und düstere Zimmer. Über Aboyne und Ballater, die beiden nichts besonderes bieten, geht es im Tal des Dee weiter bis zur Lochnagar Whisky Distillerie. Auf eine Besichtigung verzichten wir  und kaufen lieber gleich einen Single Malt.

Balmoral Castle

Nicht weit entfernt liegt Balmoral Castle, der Sommersitz der Queen. Die Wohnräume sind natürlich nicht zu besichtigen, aber einige Ausstellungsstücke und Porträts in den Stallungen und im Ballsaal des Haupthauses. Man kann durch die Parkanlage lustwandeln und im Giftshop Postkarten der Königin nebst Familie erstehen. Am Fluss Dee entlang gehen wir wieder zurück. Es ist Zeit nach einem Platz für die Nacht Ausschau zu halten. Da sehen wir, dass – oh Wunder – auf dem Parkplatz von Balmoral Stellplätze für Wohnmobile markiert sind, die auch über Nacht bleiben dürfen.

Hopeman               West Beach Caravan Park                  N 57° 42‘ 31‘‘ / W 3° 26‘ 18‘‘

In den Grampians

Am Morgen zunächst zurück durch das Deetal nach Ballater zum Einkauf. Bei sonnigem Wetter wenden wir uns nun nach Norden, vorbei an den Ruinen von Kildrummy Castle nach Mossad. Wir fahren durch eine wunderbare Landschaft, erst begleiten uns die kahlen Berge der Grampians mit Schneepfählen und Skistationen, dann sanftere Hügel mit intensiv gelb blühendem Ginster, immer entlang kleiner Flüsse. Über Huntly erreichen wir Keith und die dort ansässigen alte Brennerei Strathisla, der wir einen Besuch abstatten.  Wir nehmen an einer Führung durch die Brennerei Teil und erhalten zum Abschluss vier Proben Whisky. Eine Flasche Malt wandert in unsere Tasche. Wir befinden uns nun in der Speyside, dem Herzen des schottischen Whiskys und eine Brennerei liegt neben der anderen. In Rothes ist es die Glen Grant Distillery.

Strathisla Distillery in Keith

Bei Elgin ist dann fast wieder die Küste erreicht. Die Ruinen der alten Kathedrale unterscheiden sich nicht viel von denen in St.Andrews und wir umrunden sie nur außerhalb des Zauns. Dann fahren wir endgültig wieder ans Meer nach Lossiemouth, das eine mit eine Brücke verbundene vorgelagerte Insel mit langem Sandstrand und einen netten Hafen aufweist. Entlang der Küste mit mehreren Golfplätzen geht es weiter bis Hopeman. Angesichts der kommenden eher einsamen Tage im Norden entscheiden wir uns noch einmal für einen Platz auf einem Caravanpark.

 

Balintore                      Stellplatz am Strand                   N 57° 45‘ 12‘‘ / W 3° 54‘ 49‘‘

Wir fahren als erstes an die Landzunge und lange Sandbucht von Findhorn und frischen Erinnerungen an die 68 ziger Jahre und unseren letzten Schottlandurlaub vor fast 50 Jahren auf. Die Community gibt es noch immer mit Läden und Kunsthandwerk. Im Führer taucht sie nicht mehr auf, so ändern sich die Zeiten.

Inverness am River Ness

Weiter zum Brodie Castle, dessen Inneres leider geschlossen ist, aber wir machen einen schönen Spaziergang durch den Park und entlang des kleinen Sees. Am Eingang steht ein alter behauener Stein der Pikten. Weiter geht es nach Inverness, wo wir direkt am River Ness einen Parkplatz im Zentrum finden. Wir bummeln durch die Fußgängerzone, werden einen Blick auf das erhöht liegende Castle, in dem jetzt die Stadtverwaltung residiert.

Piktischer Stein

Dann verlassen wir die Stadt nach Norden, fahren über die Brücken des Inverness und Cromarty Firth und biegen nach Westen zur Halbinsel ab, die in den Moray Firth hineinragt. Vor Balintore findet sich ein weiterer Picktischer Symbolstein, mit 2,70 m der größte Schottlands. Im Ort führen Stichstraßen zu zwei Parkplätzen mit Bänken und Parkbuchten am Strand und wir beschließen hier für die Nacht zu bleiben. Zunächst fahren wir aber noch bis zur Spitze der Landzunge nach Portmahomack, wo es einen alten Friedhof der Pikten und ein Museum dazu gibt. Dann fahren wir zurück zu unserem Stellplatz und beobachten die lauten Austernfischer und die Silbermöwen auf den Felsen unter uns.

John O’Groats        John O’Groats Caravan Site       N 58° 38‘ 35‘‘ / W 3° 3‘ 57‘‘

Stellplatz in am Strand von Ballintore

Nach einer ruhigen Nacht sind Silbermöwen und Austernfischer unsere Gäste beim Frühstück. Dann fahren wir auf die A9 zurück und bei Tain legen wir einen Stopp bei der Glenmorangie Distillerie ein. Dann überqueren wir den Dornoch Firth und halten zum Einkauf im gleichnamigen Ort. Bald darauf folgt an der Küste das imposante Dunrobin Castle, der Stammsitz der Sutherlands. Hier ist mächtig Betrieb und der Parkplatz ist randvoll. So verzichten wir auf eine Innenbesichtigung und machen lieber unterhalb des Schlosses entlang der Küste einen Spaziergang. Weiter auf der A9 bis Helmsdale, wo wir nach links in ein schmales einspurigen Strässchen in ein liebliches Tal, den Strath of Kildonan einbiegen. Ein Bächlein, blühender Ginster, Kühe und vorchristlichen Steinkreis begleiten uns talauf bis Kinbrace. Dort bieten wir nochmals ab zum Loch Badanloch, einer Fläche mit eiszeitlichen Seen inmitten der kahlen Highlandberge.  Dann fahren wir die  Strecke wieder zurück bis zur Küstenstraße und weiter nach Wick, dem letzten größeren Ort vor dem „Nordkap“.

John O‘ Groats Sonnenuntergang

Bald stehen wir am nördlichsten Punkt Schottlands, in John O’ Groats und blicken hinüber zu den Orkney Inseln, die bald darauf im Regen verschwinden. Zeit auf den Campingplatz zu fahren, uns am kleinen Hafen mit Fisch und Chips zu versorgen. Sonnenuntergang über den Orkney Inseln um 22 Uhr, um 4:30 Uhr ist er schon wieder hell. Die Nächte sind kurz im Norden.

Bei Durness   Stellplatz Parkplatz über dem Strand   N 58° 32‘ 57‘‘ / W 4° 40‘ 41‘‘

Stacks of Duncansby

Die Orkneys hüllen sich am Morgen in Nebel. Als erstes geht es zum Parkplatz am Leuchtturm von Duncansby Head zu einer kleinen Wanderung. Über Wiesen mit grasenden Schafen und ihren Lämmern geht es vorbei an den Steilklippen mit unzähligen Möwen zu den Stacks of Duncansby, drei inzwischen frei im Meer stehenden Granitfelsen. Nach 1 1/2 Stunden sind wir zurück am Auto und auch die Sonne schaut wieder hervor. Jetzt geht es entlang der Nordküste zunächst bis Thurso. Etwas weiter folgt dann das Castle of Mey, in dem die Queen Mum und Charles gerne den Sommer verbrachten. Entsprechend groß ist der Andrang. Bald wird die Straße einspurig mit vielen „Passing Places“, aber auch der Verkehr wird in dieser einsamen von steilen Felsklippen, Moor- und Torfgebieten und kleinen Sandstränden geprägten Gebiet weniger. Nach Tongue überquert ein Damm einen der vielen tief ins Land ziehenden Fjorde. Auf den Parkplätzen darum herum haben sich schon die ersten Wohnmobile für die Nacht eingerichtet.

Übernachtungsplatz bei Durness

Wir beschließen noch weiter bis Durness am nordwestlichen Zipfel Schottlands zu fahren. Kurz davor findet sich eine herrliche Sandbucht mit einem Parkplatz darüber auf dem schon eine Schweizer Wohnmobil steht.Wir stellen uns dazu und der Schweizer ist „not amused“. Es fahren hier im Norden einfach zu viele Womos herum, um Anspruch auf einen Einzelplatz stellen zu können. Wir genießen die Abendsonne über der Bucht und füttern die Lachmöwen.

Stroer Lighthouse          Stellplatz am Leuchtturm            N 58° 14‘ 18‘‘ / W 5° 24‘ 4‘‘

Der wilde Nordwesten Schottlands

Bevor wir weiter fahren, machen wir noch einen Strandspaziergang. Nach 4 km sind wir in Durness und kaufen ein. Dies ist der nordwestlichste Punkt unserer Reise. Dann geht es auf einspuriger Straße durch die Halbinsel mit einem Abstecher nach Kinlochbervie. Die Landschaft ist grandios. Seen, Berge, Moorlandschaft mit Schafen, wie in Irland. Nach Unapool biegen wir zurück zur Küste ab auf eine sehr hügelige und enge einspuriger Straße, die uns nach Drumbeg bringt. Dann geht es noch ein Stück weiter auf die Landspitze von Stoer zum Leuchtturm. Hier ist ein Parkplatz, der sogar offiziell für Wohnmobile zugelassen ist und ein kleiner Kiosk. Heute am Sonntag ist reger Betrieb. Wir beschließen noch auf die Wanderung zur Felsspitze „Old Man of Stoer“ zu machen. Der Weg ist sumpfig, matschig und stellenweise schwer zu finden. Ein Besuch des Leuchtturms beendet den Tag.

Bei Poolewe            Stellplatz am Loch Tollaidh            N 57° 44‘ 43‘‘ / W 5° 38‘ 14‘‘

Der wilde Westen

Am Morgen schaut noch kurz die Sonne durch die Wolkendecke, aber bald darauf beginnt der erste richtige schottische Regentag. Wir verlassen den Leuchtturm, entrichten einen kleinen Obolus und fahren entlang der Küste nach Lochinver. Hier gibt es einen Laden und wir kaufen Brot. Dann weiter auf kleinen Sträßchen durch eine eiszeitlichen geformte grandiose Landschaft bis ans Ende bei Achiltibui, ebenfalls ein Pilgerort der 68 ziger Generation. Hier hatte ein Aussteiger begonnen den Sandboden fruchtbar zu machen und Gemüse zu ziehen. Heute ist davon nicht mehr viel zu sehen. Dann zurück, vorbei an im Regen liegenden Seen und von Wolken verhüllten Berggipfeln bis zur Hauptstraße nach Ullapool. Die Kleinstadt hat und einen Fährhafen nach Stornoway auf Lewis. Die Straße führt nun ein Stück entlang des Loch Broom, dann bieten wir rechts ab auf die A832 zur Corriehalloch Gorge, einer eiszeitlichen tiefen, schmalen Schlucht mit einem Wasserfall.

Gundera

Zum Glück hat der Regen aufgehört und wir können einen Rundgang zur Brücke über der Schlucht und zu einer Aussichtsplattform machen. Nach einer Kaffeepause fahren wir weiter bis an das Loch Das, wo der Inverewe Garten des National Trust auf einer Halbinsel liegt.Wir wandern durch die Gartenanlage und bewundern vor allem die zahlreichen unterschiedlichen Rhododendren und Azaleen, die in voller Blüte stehen. Besonders die über mannshohe Gundera mit ihren gewaltigen Fruchtständen hat es uns angetan. Der nebenan in Poolewe liegende Camping ist uns zu voll und wir fahren noch wenige Kilometer weiter bis zum nächsten See mit kleinem Bootsanleger, wo wir alleine stehen können.

 

Innere Hebriden               Sky Sligachan Campsite            N 57° 17‘ 30‘‘ / W 6° 10‘ 35‘‘

Stellplatz bei Poolewe

Neun Grad, Regen und heftiger Wind auf Sky, der zweite schottische Regentag liegt hinter uns. Dabei hatte es auf unserem wunderbaren einsamen Seenplatte noch mit einigen Sonnenstrahlen begonnen, aber bald machte der schottische Westen seinem Ruf alle Ehre und es begann ein wechselhafter Dauerregen. Unser Weiterweg führte uns zumeist an der Küste entlang, vorbei am Strand von Gairloch nach Kinlochewe und weiter nach Shieldaig, vorbei am Gebirgszug des Ben Eighe mit vielen Wanderern, die auf besseres Wetter warteten. Dort bogen wir auf ein abenteuerliches kleines „single track“ Sträßchen nach Applecross  ab, was nur langsames Fortkommen ermöglichte. Der Gipfel war dann allerdings die  Strecke von Applecross bis Kishorn. Es ging auf enger Straße in die Berge auf fast 1000 Meter, hinein in den Nebel, in dem man entgegenkommende Wagen erst im letzten Moment sah. In Lochcarron hatte uns dann die Zivilisation wieder. Vorbei am Loch Carron erreichten wir Kyle of Lochalsh. Noch ein kurzer Abstecher nach Plockton, einem malerischen Fischerort am Ende der Bucht und dann über die imposante Bogenbrücke hinüber nach Sky.  An der Kreuzung bei Sligachan ist dann ein großer Camping auf dem schon zahlreiche Womos und Zelte stehen. Aber für eine Nacht, Dusche und Versorgung ist er uns für 20 Pfund recht.

Balmacara                       Reraig Caravan Site                  N 57° 17‘ 0‘‘ / W 5° 37‘ 36‘‘

Sky

Eine Umrundung Skys an einem Tag immer entlang der Küste. Das Wetter war uns hold, Die Wolken verzogen sich zusehends und die Sonne kam heraus und begleitete uns den ganzen Tag, was für die großartige Landschaft und den Blick hinüber zur Nachbarinsel Harris von Vorteil war. Wir begannen unsere Runde bei der Whisky Distillery Tallisker ganz im Westen.  Dann entlang der Westküste zum Castle Dunvegan , das grau am Wasser steht und von einem farbenprächtigen Garten umgeben ist. Laut Führer lohnt sich das Innere des Schlosses nicht und so konzentrierten wir uns ganz auf den Garten mit seinen vielen Pflanzen und Blumen. Dann quer über die Insel nach Osten zur Umrundung des nördlichen Zipfels. Bis Uig mit seinem kleinen Fährhafen  ist die Straße noch gut ausgebaut, dann kommt eine sehr enge „single track“, was bei dem vielen Verkehr mit zahlreichen Womos recht schwierig ist. Der blaue Himmel gibt jetzt den Blick auf die äußeren Hebriden mit Uist und Harris frei. Wir kommen an den Quiraings Basaltbergen und an der Basaltsäule des „Old Man oft Storr“ vorbei.

Sky

Ein Anhalten ist fast nicht möglich auf der engen Straße. Alle Parkmöglichkeiten sind mit Wagen zugestellt. Durch die leichte Erreichbarkeit von Sky über die Brücke ist die Insel ein Zentrum des Schottland Tourismus geworden. Ein letzter Blick auf die vorgelagerten Inseln mit den Bergen der Highlands  und dann ist die „Hauptstadt“ Portree erreicht. Tanken, Einkaufen und dann wieder auf breiter Straße zurück über die Brücke aufs Festland. Es ist gegen Abend und wir wollen nicht mehr lange nach einem Stellplatz suchen. So fahren wir auf den ersten Camping nach Kyle of Lochalsh, der sich als klein und sehr schön herausstellt.

Glen Orchy                 Stellplatz am Fluss Orchy           N 56° 28‘ 50‘‘ / W 4°49‘ 2.4‘‘

Wir haben Bekanntschaft mit zwei schottischen Eigenheiten gemacht. Die eine heißt „Mitches“ und es sind die kleinen Stechmücken, die wir bereits aus Irland kennen und die am Abend zu Tausenden über einen herfallen. Die andere heißt „Kein Bier vor 10 Uhr“. Beim Einkauf am Morgen haben wir den ganzen Laden nach einer Dose Hier abgesucht und nichts gefunden. Auf Nachfrage hieß es dann „no beer before ten o’clock“, dann wird eine Jalousie hochgezogen und dahinter taucht das Bier auf. Vorher kann man aber alle hochprozentigen Alkoholika, wie Wein und Whisky kaufen. Very British!

Eilean Dolan Castle am Loch Duich

Wir machen uns auf den Weg und halten bald am Eilean Dolan Castle, das offenbar in jedem Reiseführer steht, denn hier wurden Filme wie „Die Ritter der Kokosnuss, Braveheart und Prinz Eisenherz“ gedreht. Die Besucherzahlen Schrecken uns ab und wir belassen es bei einem Blick von außen darauf. Wir fahren nun in das wunderbare Glen Shiel, ein Tal wie aus der Schottlandwerbung mit satt grünen Wiesen, hohen Bergen beidseits und einem Fluss im Talgrund, biegen dann auf die A82 ins große Zentraltal ein, das der Kaladonien Channel durchzieht. Links geht es nach Fort Augustus am Loch Ness. Wir wenden uns nach rechts und erreichen Fort William, das Zentrum der Highlands. In Sichtweite liegt der Ben Nevis, der mit 1335 Metern höchste Berg der Britischen Inseln. Wir begnügen uns mit einer Fahrt ans Ende des Glen Nevis, das Tal unterhalb. Vom Parkplatz am Straßenende beginnen wir eine Wanderung talaufwärts über viele Steinstufen und Bäche entlang des Hänge bis zu einem Wasserfall und einer Seilbrücke. Wir gehen noch ein Stück weiter über eine Ebene entlang des Flusses und kehren um als der Nieselregen zu stark wird. Bei einem Kaffee stärken wir uns und fahren zurück nach Fort William.

Wanderung im Glen Nevis

Entlang des Loch Linnhe geht es dann zum zweiten Highlight des Tages dem Glen Coe, einem wilden Tal mit Wasserfällen und steilen Berghängen, deren Gipfel in den Wolken liegen. Nach Erreichen der Passhöhe geht die Landschaft in eine trostlose Torf- und Mooreinöde über, bis man am Loch Tulla wieder freundlichere Gegenden erreicht. Wir versuchen dort an der Bridge of Orchy einen Platz für die Nacht zu finden, aber leider „no overnight stay“. Kurz darauf biegt ein kleines Sträßchen in das Tal des Orchy ein dem wir folgen und neben einem „passing place“ einen netten Stellplatz am Fluss finden. Verkehr ist keiner, in der Ferne ist ein Bauernhof und auf der Wiese neben uns tummeln sich acht Schweine. Perfekt!

Edinburgh                     Mortonhall Camping                    N 55° 54‘ 15‘‘ / W 3° 10‘ 45‘‘

Loch Lomond

Wir fahren entlang des Loch Lomond, der bei Regenwetter recht trübe ausschaut. Die Ausflugsboote liegen unbenutzt am Kai. Am Ende des Sees biegen wir ab nach Helensburgh, einem netten kleinen Ort mit Hafen an der Mündung des River Clyde. Da das Hill House noch geschlossen hat, fahren wir zum einige Kilometer entfernten Geilston Garden, der sehr klein ist und hauptsächlich aus dem Haus mit Taubenschlag (Doocot) aus einem „walled garden“ und einem Gemüsegarten besteht. Zurück zum Hill House, das Anfang des 20. Jahrhunderts von dem großen Möbeldesigner und Innenarchitekten Charles Rennie Mackintosh eingerichtet wurde und viele Jugendstilelemente enthält, ein absolutes Highlight der bisherigen Reise. Das Haus, die Möbel, Tapeten und Textilien wurden komplett von ihm und seiner Frau entworfen.

Hill House

Dann fahren wir nördlich von Glasgow quer durchs Land nach Sterling und weiter ins nahe Bannockburn, wo die wichtige Schlacht geschlagen wurde, die 1314 Schottland die Unabhängigkeit brachte. Hier feiert der Nationalismus in 3D den Sieg über England täglich aufs Neue. Wir ergreifen vorzeitig die Flucht und quälen und durch lange Staus vorbei an Edinburgh zu unserem Campingplatz auf dem ich gestern telefonisch einen Platz reserviert habe. Sehr schönes Gelände mit viel Rasen und viel Platz um uns herum.

Edinburgh Castle

Am nächsten Morgen nehmen wir den Bus, der direkt vor dem Camping abfährt ins Zentrum und gehen trockenen Fußes zur Burg hinauf, vorbei an zahllosen Reisebussen und schließen uns der nach oben strebenden Menge an. Vor den acht Kassen der Burg hat sich eine lange Schlange gebildet. Nach einiger Wartezeit bewegen wir uns mit der Kasse durch das untere Tor auf die Burg. Inzwischen haben wir realisiert, dass heute der 96. Geburtstag von Prinz Philipp gefeiert wird und zu seinen Ehren 12 Kanonenschüsse von der Balustrade abgefeuert werden. Dafür marschiert eine Ehrengarde und eine Kapelle auf. Die Ehrengäste werden platziert und erheben sich zur Nationalhymne und Punkt 12 Uhr geht die Böllerei unter den Augen von hunderten Zuschauern los. Das Geburtstagskind hat seine Party allerdings geschwänzt.

Burg am 96. Geburtstag von Prinz Philipp

Dafür strahlt jetzt die Sonne vom Himmel. Danach versuchen wir die restlichen Räume des Schlosses zu erkunden, was bei der Menschenmasse allerdings nicht ganz einfach ist. Insbesondere die Kronjuwelen sind umlagert und man kann nur einen kurzen Blick darauf werfen. Mit der Touristenhorde schieben wir uns dann die High Street, das Zentrum der Altstadt, hinunter bis zur St. Giles Kathedrale hinunter, ein weiteres Nationalsymbol der Schotten. Die Kirche ist interessant, insbesondere die Fenster und die Thistle Chapel des ältesten schottischen Ritterordens. Dann geht es wieder hinüber zur Princess Street, wo wir den Bus Nr.11 besteigen und zurück fahren.

High Street mit St. Giles Cathedral

Wieder mit dem Bus in die Stadt. Wir kennen uns nun schon besser aus und steigen an der richtigen Stelle aus und gehen noch einmal hinüber zum Castle, wo kurz darunter „Gladstones Land“ liegt, ein altes Mehrfamilienhaus, das der National Trust zu einem Museum ausgebaut hat. Ein älterer Herr führt uns mit weiteren sechs Personen durch die Räume in denen die Familie Gladstone im 17. Jahrhundert beengt aber für die Zeit wohlhabend gelebt hat. Leider verliert sich unser Führer in tausend Einzelheiten und nicht alles ist für uns interessant. Nach 1 ½ Stunden werden wir wieder entlassen und haben eine Menge über die Lebensbedingungen der damaligen Zeit erfahren. Das Wetter ist heute typisch schottisch (wahlweise englisch oder irisch). Sonne und Regenschauer wechseln sich regelmäßig ab. Wir wechseln nun hinüber in die „New Town“, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts neu angelegt wurde, da die Wohnbedingungen im „Old Town“ unerträglich würden.

Edinburgh, Scott Monument

Zwischen zwei Plätzen erstrecken sich rechteckige Häuserzeilen mit prachtvollen Fassaden, insbesondere am Charlotte Square. Dort hat der National Trust auch ein georgianisches Haus restauriert und man kann es besichtigen. Zur Einführung gibt es einen informativen Film zum Leben in der damaligen Zeit. Dann kann man auf eigene Faust die Räume besichtigen. Sehr schön präsentiert und mit Informationen in jedem Zimmer durch freiwillige Helfer. Wir bummeln anschließen durch die Straßen hinüber zum St. Andrews Square, der leider seinen Charakter durch Neubauten weitgehend verloren hat. Dann wieder hinunter zur Princess Street, wo wir auf das monumentale Denkmal für Walter Scott stoßen. Entlang des Gardens  zurück zum Bus.

Cairnryan           Stellplatz am Fährhafen           N 54° 58‘ 0,6‘‘ / W 5° 1‘ 58‘‘

Die alte Baumwollspinnerei in New Larnak

Wir starten Richtung Südwesten nach New Lanark, das südlich von Glasgow liegt. Das Land wird flacher und grüner. Kühe ersetzen die Schafe des Hochlandes und der Regen nieselt weiter vor sich hin. Aber wir werden reichlich entschädigt, denn in New Lanark liegt eines der großen Industriedenkmale und zugleich Weltkulturerbe Schottlands. Hier gründete David Dale 1785 eine Baumwollspinnerei an den Stromschnellen des Flusses Clyde. Sein Schwiegersohn Robert Owen führte dann Anfang des 19.Jahrhunderts revolutionäre Sozialreformen ein. Die Kinder der zeitweise 2500 Arbeiter bekamen eine kleine Wohnung zugewiesen, sie mussten eine Schule besuchen, die jeden Morgen mit Musik und Tanz begann und er führte eine medizinische Versorgung ein. Seine Lebensgeschichte und die der Baumwollspinnerei, die immer noch produziert, werden in den vielen Gebäuden der Gemeinschaft beispielhaft vermittelt. Heute gilt Owen als Begründer der Social Party Englands.

Die alte Baumwollspinnerei in New Larnak

Nach einem Besuch des Kaffees brechen wir am Nachmittag wieder auf an die Westküste nach Ayr, wo wir einkaufen. Für das nahe bei gelegene Robert Burns Museum ist es leider schon zu spät, es hat gerade geschlossen. Also weiter entlang der Westküste bis Cairnryan, wenige Kilometer vor Stranrear. Hier legt die P&O Fähre nach Larne ab. Wir buchen die Überfahrt für den kommenden Morgen und stellen uns auf den Langzeitparkplatz direkt an die Küste des Loch Ryan.

Hier geht es weiter nach Irland