Auswahlliste

Iran:

Ferdausi         Die Rostam Legenden aus dem Sahname

Reclam TB, 405 S., 14,95 €

Persische Literatur von ihrer schönsten Seite: Das um 1000 n. Chr. entstandene persische Nationalepos »Schahname« schildert die Geschichte des Iran bis zum Verfall des Sasanidenreiches. Zu den faszinierendsten Teilen gehören die Heldentaten des ruhmreichen Kämpfers Rostam, »dessen Haupt bis in die Wolken ragt«. Jürgen Ehlers hat die farbenreiche Sprache anhand der historisch-kritischen Ausgabe in heutiges Deutsch übertragen, Zu lesen: Seite 57 bis Seite 168

Nizami           Leila und Madschnun               Unionsv. TB, 224 S., 8,90 €

Leila und Madschnun entbrennen schon als Kinder in Liebe zueinander, doch ihre Familien widersetzen sich der Heirat. Verzweifelt zieht sich Madschnun zu den wilden Tieren in die Wüste zurück. Indem er Leila besingt, wird er zur »Harfe seiner Liebe und Qual«; seine Verse dringen auf den Karawanenwegen der Wüste bis in die Gassen und Bazare der großen Städte. Das große romantische Epos des persischen Dichters Nizami, entstanden um 1180, wurde zum Vorbild für alle Liebesgeschichten des Orients.

Kader Abdolah        Das Haus an der Moschee           List TB, 400 S. , 12,00 €

Ein altes Haus in Senedjan. Seit 800 Jahren wohnt hier die Familie des Teppichhändlers Agha Djan. Unter seiner Obhut leben die Menschen in einträchtiger Harmonie – bis die von Teheran und den Aufständen gegen das korrupte Regime des Schahs ausgehende Unruhe auch sie erreicht. In seinem neuen Roman breitet Kader Abdolah das zutiefst menschliche Schicksal einer iranischen Großfamilie wie ein bunt schillerndes Geschichtengewebe vor dem Leser aus.

Shida Bazyar         Nachts ist es leise in Teheran        KiWi TB, 288 S., 9,99 €

Der preisgekrönte Erfolgsroman jetzt als KiWi-Taschenbuch.Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier unvergessliche Stimmen. Aufwühlend und anrührend erzählt Shida Bazyar die Geschichte einer iranisch-deutschen Familie, die ihren Anfang 1979 in Teheran nimmt und den Bogen spannt bis in die deutsche Gegenwart. Von Behsad, dem jungen linken Revolutionär, der in der mutigen, literaturbesessenen Nahid die Liebe seines Lebens findet. Von ihrer Flucht nach der Machtübernahme der Mullahs. Ein bewegender Roman über Revolution, Unterdrückung, Widerstand und den unbedingten Wunsch nach Freiheit.

Fattaneh Haj Seyed Javadi        Der Morgen der Trunkenheit

SuhrkampTB, 416 S. 10,00 €

Teheran, Anfang der dreißiger Jahre: Nachdem die selbstbewusste Mahbube mit ihren fünfzehn Jahren den Sohn einer Prinzessin abgelehnt hat, weist sie auch ihren Cousin zurück, der in sie verliebt ist. Warum? Das Mädchen hat sich in einen jungen Schreiner verguckt, und sie besteht auf ihre Wahl. Wider Willen ringt der Vater sich dazu durch, ihr nachzugeben. Aber Mahbubes Leidenschaft ist den Bedingungen dieser Ehe nicht gewachsen. Die junge Frau findet sich mit Ärmlichkeit und verletzenden Umgangsformen nicht ab. Als verlorene Tochter kehrt sie zurück – um die Nebenfrau ausgerechnet des abgewiesenen Cousins zu werden. Das Buch wurde nach seiner Veröffentlichung 1995 in Iran zum größten Bestseller der letzten Jahre.

Shariar Mandanipur     Eine iranische Liebesgeschichte zensieren

TB, 320 S., 12,90

Ein iranischer Schriftsteller ist es leid, immer nur düstere Romane mit tragischem Ausgang zu schreiben. Also beginnt er eine Liebesgeschichte ein Projekt mit Tücken. Wie erzählen, wenn es den Liebenden verboten ist, sich allein zu begegnen, sich in die Augen zu schauen?
Wie ein mächtiger Schatten wacht Herr Petrowitsch, der Zensor, über jedes Wort und liest sogar die Ge-danken des Schriftstellers zwischen den Zeilen. Also müssen Sara und Dara, das junge Paar aus Teheran, tausend Listen und Tricks ersinnen, um sich zu finden.

Mahmud Doulatabadi           Der Colonel                TB, 224 S., 12,95 €

Eine pechschwarze Regennacht in einer iranischen Kleinstadt, ein altes Haus. Der Colonel hängt seinen Gedanken nach. Erinnerungen stürmen auf ihn ein. An seine Jahre als hochdekorierter Offizier der Schah-Armee. An seine Kinder, die ihren eigenen Weg gingen, sich den Revolutionsgardisten angeschlossen haben und in den Krieg zogen, in die Leidenschaften der Revolution und des Todes. Da klopft es an die Tür. Der Colonel wird abgeführt, zur Staatsanwaltschaft …

Abbas Khider (Irak)       Die Orangen des Präsidenten        TB, 160 S., 8,99 €

Am Tag der letzten Abiturprüfung wird Mahdi zu einem Ausflug eingeladen. Sein Klassenkamerad Ali hat sich ein Auto ausgeliehen, und die beiden wollen das Ende der Schulzeit feiern. Doch es ist das falsche Auto, und Ali kennt die falschen Leute – die beiden werden ohne Anklage und Prozess inhaftiert. Zwei Jahre verbringt der junge Mahdi unter Saddam Husseins Regime im Gefängnis, unschuldig, wie sogar die Polizei zugibt. Der Roman berichtet vom höllischen Alltag der Gefangenschaft, aber auch von Mahdis vorherigem Leben als Literaturbegeisterter und Taubenzüchter, dem das Leben offenzustehen schien. 1991 wird er von Partisanen aus dem Gefängnis befreit, doch sein Land ist nicht mehr dasselbe. Er beschließt zu fliehen.

Weitgehend autobiographisch: Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als »illegaler« Flüchtling in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam.

Hisham Matar (Libyen)       Im Land der Männer           btb TB, 256 S., 8,95 €

Suleiman ist neun Jahre alt, als sich die Welt, wie er sie kennt, für immer verändert. Es ist der Sommer 1979, und Tripolis liegt im gleißenden Sonnenlicht. Die Maulbeeren sind so süß, als kämen sie direkt vom Himmel. Aber es geschehen Dinge, die Suleiman nicht versteht und die ihm niemand erklärt. Denn Suleiman soll nicht wissen, dass sein Vater im Untergrund gegen Revolutionsführer Gaddafi arbeitet – und muss doch erleben, wie sich das Netz des Sicherheitsapparates immer enger um die Familie legt. Ein ergreifender Roman über eine Kindheit in Libyen zur Zeit der Revolution Gaddafis
Mit diesem Roman gewann er 2007 den Commonwealth Writers’ Prize